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5 (1863)
Entstehung
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werden. Zuletzt gaben ihr die Stimmen die Erlaubnis, Saint⸗Denis zu verlaßen, ſo daß ſie, wenn auch nicht ohne tiefes Weh, doch ohne Gewißensnoth dem Könige folgen konnte.*)

Nunmehr weihte Johanna die vollſtändige Waffenrüſtung, welche ſie vor Paris getragen, ſammt dem Schwerte, das ſie vor dem Thore Saint⸗Honoré erbeutet hatte, in der Kathedrale von Saint-Denis dem Schutzheiligen Frankreichs. Sie hing dieſelbe an einer Säule auf vor dem Reliquienſchreine des Heiligen und dem Bilde der Jungfrau Maria. Als Grund dieſer Weihe hat ſie vor Gericht die fromme Sitte verwundeter Krieger angegeben, ihre Waffen dem heiligen Dionys darzubringen, weil dieſer der Feldruf Frankreichs warss. Wir beſtreiten nicht, daß auch dieſe fromme Rückſicht ihr Thun beſtimmt hat, und dürfen annehmen,daß bei ihrer Freude an ſchönen Waffen der geweihte Harniſch nicht ihr einziger geweſen iſt,, aber ebenſo⸗ wenig läßt ſich der Gedanke abweiſen, daß ſie jene Waffenweihe in der ſchmerzliched Beſorgnis vollzog: Das Werk, das Gott mir aufgetragen hat, fällt dahin durch den Unglauben und die Böswilligkeit der Menſchen, meine kriegeriſche Laufbahn geht zu Ende.**) Dieſe Befürchtung mußte ihr erſchütternd in die Seele treten, als der König den Ruf der Stimmen, d. h. für Jo⸗ hanna den Willen Gottes, ſo völlig misachtete, daß er ihr aus freilich ſehr begreiflichen Gruͤn⸗ den nicht einmal geſtatten wollte, länger, als er ſelbſt, bei den Truppen in Saint-Denis zu bleiben. Sie konnte nicht umhin, hinter dem Verhalten des Königs den im Finſtern ſchleichen⸗ den Verrath zu wittern, vor dem ihr ſchon in Chalons gegraut hatte. Jedoch würden wir ſehr irren, wenn wir ihre Stimmung als eine hoffnungsloſe, verzweifelnde dächten. Ein Kind des Glaubens, wie Johanna es war, durfte und konnte unter den gegründetſten Beſorgniſſen nicht vergeßen, daß Gott die Herzen der Fürſten in der Hand ſeiner Allmacht hält und lenken kann wie Waſſerbäche; trotz der gerechteſten Furcht vor Verrath mußte Johanna an dem Glauben feſt⸗ halten, daß Gott, dem kein Ding unmoͤglich, ihrem Koͤnig das Herz noch wenden und deſſen Sinn zum Rechten kehren werde.

Karl ernannte den Grafen von Clermont unter dem Titel eines Generallieutenants zum Oberbefehlshaber über die in der LJle-de-France und Beauvaiſis unterworfenen Städte und ließ ihm zur Vertheidigung derſelben einen Theil ſeiner Armee und Artillerie. Der Graf hielt ſich zumeiſt in Beauvals nebſt dem Erzbiſchof von Reims, welcher die Unterhandlungen mit Burgund fortzuführen hatte. Unter Clermonts Oberleitung blieben als Statthalter in Saint⸗ Denis der Admiral Ludwig von Culan, in Senlis der Graf von Vendôme, in Compiègne Wilhelm von Flavy, letzterer auf den Wunſch der Einwohner an Stelle des Herrn von La Tré⸗ mouille, in Creil Jakob von Chabannes. Nach dieſer Anordnung trat Karl VII am 13. Sep⸗ tember Nachmittags**) ſeinen Rückmarſch an die Loire ango. Er nahm ſeinen Weg nach

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*) So verſtehen wir 0. I, 57 und 260: Die Stimme ſagte mir, ich ſollte in Saint-Denis bleiben, und ich wolte daſelbſt bleiben, aber gegen meinen Willen führten mich die Herrn hinweg. Wäre ich jedoch nicht verwundet geweſen, ich wäre nicht weggegangen, und ich wurde verwundet in den Gräben von Paris.. 7. aber in fünf Tagen war ich geheilt. 260: Bei meinem Weggange hatte ich die Erlaubnis wegzugehen. Vergl. IV;, 29. Daß die Wunde Johannas nicht gefährlich ſein konnte, ſehen wir ſchon daraus, daß ſie am ſolgenden Tage(9. September) wieder im Stande war, ſich an die Spitze der Truppen zu ſtellen, mehr noch aus dem Umſtande, daß die Wunde innerhalb fünf Tagen geheilt war. Vergl. IV, 515. Dies müßte, ſtreng genommen, am Abend des Tages der Fall geweſen ſein, wo der Rückzug begann(13. September.).

*) Q. Ap., p. 54 sq. H. Martin I. I., p. 215 sq. Le Brun II, 426 sq. Wallon I, 168 ſieht in dieſer Weihe zugleich eine protestation muette contre une résolution qui désarmait le roi.

*à9ê) Perceval von Cagny, O. IV, 29: Lequel s'en vint le plus tost que faire le peult et aucunes ſoiz en fesant son chemin en manière de désordonnance, et sans cause. So eilig hat der König es