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5 (1863)
Entstehung
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de⸗France, der Herr von Montmorenci, welcher bisher auf Seiten der engliſch⸗burgundiſchen Partei geſtanden hatte, mit fünfzig bis ſechszig Edelleuten aus Paris*), um ſich unter das Banner der Jungfrau zu ſtellen. Dies Begebnis in dieſer Stundeerhob Muth und Herz der⸗ jenigen, welche die gute Abſicht hatten, wider gegen Paris zu ziehen. Sie ſahen darin eine Bürgſchaft, daß dieſer erſte Uebertritt nicht der letzte ſein würde. Schon hatte ſich Johanna mit allen, die ihres Sinnes waren, nach Paris in Bewegung geſetzt, als der Herzog von Bar und der Graf von Clermont im Auftrag Karls VII von Saint⸗Denis eintrafen. Sie baten in des Königs Namen den Herzog von Alencon und die Jungfrau, nicht weiter zu gehen, ſondern nach Saint⸗Denis zu kommen; den anderen Hauptleuten brachten ſie den Befehl, zurückzukehren und Johanna zum Könige zu bringen.Die Jungfrau und die Mehrzahl ihrer Begleiter were tief betrübt über dieſen Befehl, nichts deſtoweniger gehorchten ſie dem Willen des Königs.

4 ein Stern der Hoffnung winkte noch. In der Nähe von Saint⸗Denis hatte der Her⸗ zog von Alençon eine Brücke über die Seine ſchlagen laßen. Mit dem Entſchluße, dieſe Brücke am nächſten Morgen zu überſchreiten und einen neuen Schlag gegen Paris auf dem linken Stromufer zu führen, wo man deſſen nicht gewärtig war, ging Johanna mit ihren gleichgeſinn⸗ ten Kriegern nach Saint⸗Denis. Aber wie bitter ſollte dieſe Hoffnung getäuſcht werden! Der König, von dem kühnen Plane in Kenntnis geſetzt, ließ während der Nacht die Brücke zer⸗ trümmern, und als Johanna, der Herzog von Alencçon und die andernvon guter Geſinnung mit einem Theile der Truppen, welche vor Paris geweſen waren, am Morgen des 10. Sep⸗ tember an der Seine erſchienen, fanden ſie die Brücke nicht mehr. Damit war auch dieſer Troſt⸗ und Hoffnungsanker gerißen. Der König ſagte damit ohne Worte, daß er keinen noch⸗ maligen Angriff auf Paris dulden wolle. Welche Zunge ſpricht den Schmerz aus, der das Herz der Jungfrau durchbohrte! Faſt wie ein Hohn der Bosheit mußte ihr das Lob ins Ohr und Herz klingen, das man ihr am Hofe zu Saint⸗Deuis für ihren guten Willen und die vor Paris bewährte Tapferkeit ſpendete.ss Mit Fug und Recht fällt H. Martin über das Verhalten des Königs und ſeiner Räthe das ſtarke Urtheil:Jede Betrachtung würde hinter den Thatſachen zurückbleiben. Es gibt in der neuern Geſchichte kein Verbrechen gegen Gott und Vaterland, das ſich dem Verbrechen Karls VII und ſeiner Günſtlinge an die Seite ſtellen ließe. Die feindlichen Berichterſtatter leiten freilich in eitler Selbſtüberhebung das Mislingen des ganzen Unternehmens von dem einmüthigen Widerſtande der pariſer Beſatzung und Volkswehr ab, ja ſie verſteigen ſich in ihrer ſelbſtgefälligen Prahlerei bis zu der Behauptung, daß, wenn die könig⸗ lichen Truppen noch viermal ſo ſtark geweſen wären, dieſelben dennoch Paris weder durch Sturm noch durch Belagerung gewonnen haben würdenss. Dagegen führen die franzöſiſchen Quellen die Schuld auf den Mangel an Ausdauer und Beharrlichkeit, auf die mangelhaften Voranſtal⸗ ten und die geringe Zahl der Krieger, mit einem Worte darauf zurück, daß es der Jungfrau an der nöthigen Unterſtützung gefehlt habe. Und warum hat ſie ihr gefehlt? Eine normanniſche Chronik trifft den Nagel auf den Kopf, indem ſie die burgundiſchen Unterhandlungen als die Grund⸗ urſache des Unglücks bezeichnet.**)

.*) H. Martin, p. 214: après avoir franchi une des portes, qu'il eùt probablement livrée la nuit précédente, si l'assaut eüt continué. 1 e⸗

*) Daß dieſer am Gängelbande ſeiner Räthe ging, verſteht ſich von ſelbſt. Zum Ueberfluß ſ. O. IV, 47sq.: Le sire de La Trimoille fist retourner les gens d'armes à Saint Denis.

0. IV, 342 sq.: Ft fu l'assault si fort, que ceulx dedens avoient comme fout desemparé le mur; et estoient lesditz assaillans si près des murs, qu'il ne failloit mes que lever les eschielles dont ilz bien garnis, et ilz eussent esté dedens; mes fu avisé par ung nommé monsseignenr de La Trimonlle, du coté dudit Charlez, car il avoit trop grant occision: car lesditz assaillans avoient intencion, comme l'en disoit, d'ochire et d'ardre. Et auxi Pen disoit que monseigneur de Bourgongne