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5 (1863)
Entstehung
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Krieger bis auf das Hauptcorps zurückgehen und ſodann in ihrem und aller Feldherrn Namen dem Herzog erklären, daß, wenn er das Treffen außerhalb ſeiner Verſchanzungen annehmen wolle, das franzöſiſche Heer ſich ſoweit zurückziehen werde, daß das engliſche Raum gewinne, ſich in Schlachtordnung aufzuſtellen. Bethford ließ ſich auf dieſen Vorſchlag nicht ein. Nur an der Fortſetzung der kleinen Gefechte hinderte er ſeine Ritter und Krieger nicht. Dieſe Plän⸗ keleien dauerten den ganzen Tag über und wurden je länger, deſto groͤßer und moͤrderiſcher. Die Tapferkeit, womit man von beiden Seiten ſtritt, wurde nur von der Wuth und Grauſam⸗ keit übertroffen. Keine Gnade ward dem Ueberwundenen gegeben, kein Löſegeld angenommen, ohne Barmherzigkeit ſtarb der Beſiegte unter den Schlägen des Siegers. Staub und Hitze er⸗ höhten die Beſchwerde der Kampfesarbeit.

ggwei von dieſen Gefechten zeichneten ſich vorzugsweiſe aus. Erſtlich das große Bogen⸗ ſchützengefecht. Vonſeiten der Franzoſen ward daſſelbe begonnen, indem der größte Theil ihrer Bogenſchützen mit einer Reiterſchar gegen die Stellung der picardiſchen Schützen vorging. Letztere verſtärkte Bethford durch eine engliſche Schützenabtheilung. Die Pfeile flogen hageldicht hin und wieder, und eine Weile hatte es den Anſchein, als ſollte das Blutbad nur mit der vollſtändigen Vernichtung einer von beiden Kampfparteien enden. Nach anderthalb Stunden trennten ſich endlich beide Theile mit ſchweren Verluſten. Das bedeutendſte Scharmützel war auch das letzte. Eine große Anzahl kampfluſtiger Franzoſen erſchien vor der feindlichen Befeſtigungslinie. Engliſche Scharen traten ihnen entgegen, ein gewaltiges Handgemenge ent⸗ ſtand, worin die Franzoſen nach langer Gegenwehr der Uebermacht weichen mußten. Neue Haufen franzöſiſcher Krieger zu Roſs und zu Fuß eilten den Ihrigen zu Hülfe, heftiger ent⸗ brannte der Kampf, und das Getümmel ward ſo groß, die Staubwolke ſo dicht, daß Freund und Feind einander nicht mehr unterſcheiden konnten. Erſt nach Sonnenuntergang riefen die Trompeten beiderſeits die erbitterten Streiter vom Walplatz.

Der blutige Tag, der ſich noch lange im Andenken beider Völker erhielt, koſtete dreihundert der Tapferſten das Leben, größer war die Zahl der Verwundeten. Zu den letztern gehörte auf burgundiſcher Seite Johann von Croy, der ſein ganzes Leben lang am Fube gelähmt blieb. Auch der Herr von La Trémonuille hatte offenbar in der Abſicht, ſein durch alle die unheilvollen Rathſchläge zerrüttetes Anſehen beim Heere herzuſtellen, ſich während des letzten Treffens zum Kampfe vorgewagt. Auf prächtig gezäumtem Streitroſs ſprengte er mit eingelegter Lanze ſporn⸗ ſtreichs daher, aber das Pferd ſtürzte und ſchleuderte ihn im Pallen mitten unter die Feinde, ſo daß er nur mit knapper Noth durch die Anſtrengung der Seinen dem Tode entging.

Die Engländer brachten die Nacht in ihrem bisherigen Standort zu. Karl begab ſich mit Einbruch der Dunkelheit wieder nach Crépy, ſeine Armee nach ihrem Lagerplatz unfern Montspilloy. Dienſtag den 16. Auguſt ging dieſelbe in aller Frühe bis nach Montépilloy zurück, um zu ſehen, ob die Engländer etwa nachſetzen würden. Am Mittag aber lief die Nachricht ein, Bethford ſei im Abzug nach Senlis und von da nach Paris begriffen, worauf das ganze Heer dem König nach Crépy folgte. 1ntssn⸗

Wäre dem burgundiſchen Chroniſten Monſtrelet zu trauen, ſo hätte Johanna am vorigen Tage beſtändig zwiſchen der Abſicht, die Engländer zu bekämpfen und nicht zu bekämpfen, un⸗ ſchluͤßig hin⸗ und hergeſchwankt. Ihre Thaten beweiſen den Ungrund jener durch kein anderes Zeugnis geſtützten Behauptung. Das Wahre an der Sache iſt unſtreitig dies: Die Inngfrau wünſchte ebenſo ſehnlich eine Hauptſchlacht mit den Engländern, wie ſie entſchieden vor jedem Angriff auf deren verſchanzte Stellung warnte. Gerade ſo hatte ſie bei Baugenci trotz ihrer eigenen und ihrer Krieger Kampfluſt allen Verlockungen der Engländer widerſtanden und den Lohn ihrer Selbſtbeherrſchung Tags darauf bei Patay geerntet. Und warum hat nicht auch Bethford, wie weiland Talbot, ſein Patay gefunden? Warum iſt Johanna dem Herzog nicht auf dem Rückweg von Mitry oder Senlis nachgeeilt? Vergeßen wir nicht, daß bei Baugenci Johanna eine ſo gut als unbeſchränkte Machtvollkommenheit beſaß, daß dagegen in dem gegen⸗