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5 (1863)
Entstehung
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von Clermont und der Herr von La Trémouille. Den Marſchällen von Sainte-Sévore und von Rais wurden die beiden Nügel des Heeres anvertraut, auf welchen ſich außer anderen Truppengattungen wahrſcheinlich auch die Bogenſchützen unter dem Herrn von Graville und Johann Foucault befanden. Endlich wurde eine Art mobiler Colonne unter Johanna, den Grafen Dunois und Albret, La Hire nebſt andern durch Thatrüſtigkeit hervorragenden Haupt⸗ leuten gebildet, deren Beſtimmung es war, die anderen Heerestheile im Nothfall zu unterſtützen und den Feind zu Scharmützeln herauszufordernsl.

Der Herzog von Bethford hatte die ganze Nacht damit zugebracht, ſeinen Lagerplatz bei Notre-Dame de la Victoire auf's äußerſte zu befeſtigen. Ein tiefer Teich, den die Nonette bil⸗ dete, deckte ſeinem Heere den Rücken; den rechten und linken Flügel deſſelben umgaben undurch⸗ dringliche Dornhecken und tiefe Gräben; die Fronte war durch Reihen von Wagen, durch Gräben und einen förmlichen Wald von Pfählen mit vorwärts gekehrten Spitzen für jeden Angriff ſo gut wie unzugänglich gemacht. Zunächſt dieſem Saum von Spitzpfählen ſtanden die Bogen⸗ ſchützen in langer Linie, dicht hinter denſelben die übrigen Kriegerſcharen in ein einziges Tref⸗ fen zuſammengeſchloßen. Mit wenigen Ausnahmen waren ſämmtliche Kämpfer zu Fuß. Die Engländer hatte Bethford auf den linken, die Burgunder und die übrigen Franzoſen auf den rechten Flügel und zwar jede der beiden Nationen unter 65 heimiſches Banner geſtellt. Auch die Nne des heiligen Georg fehlte nicht, Johann von Villiers Herr von L'Ile Adam trug

ieſelbe.

So harrte das engliſch-burgundiſche Heer, unter deſſen Führern ſich auch Talbot und Graf Suffolk befanden, in ſeiner unangreifbaren Stellung der Ankunft des Feindess.

Dieſer ließ nicht lange auf ſich warten. Der König hatte auf den Rath aller ſeiner Generale den Entſchluß gefaßt, den Engländern und ihren Verbündeten an dieſem Tage eine Schlacht zu liefern, im Fall ſich dieſelben auf offenes Feld wagen würden. Er ſchickte deshalb mehrere kriegskundige Hauptleute voraus, welche Bethfords Stellung in Augenſchein nehmen ſollten. Dieſe meldeten, was ſie geſehen, und widerriethen auf's entſchiedenſte jeden Verſuch auf die engliſchen Verſchanzungen.

Nur die Ausſicht blieb demnach, den Feind von ſeinem Standort wegzulocken. Zu dem Zwecke ließ der König ſeine Truppen bis auf eine Entfernung von zwei Bogenſchüßen an die Feinde heranführen, ritt ſelbſt zu wiederholten Malen an ihre Verſchanzungen hin und forderte ſie durch ſeine Wappenherolde zur Schlacht auf. Bethford lehnte die Ausforderung ab. Er blieb feſt bei ſeinem Grundſatz, den Kampf nur hinter ſeinen Pfahlſpitzen aufzunehmen. Denn er bewahrte noch lebhaft die Thatſache im Gedächtnis, daß ſich die Franzoſen ihre früheren Nieder⸗ lagen zumeiſt durch wüſtes Anſtürmen gegen die engliſchen Paliſadenringe bereitet hatten. Nunmehr verſuchten die kühnſten Streiter der franzöſiſchen Armee ihre Gegner durch Plänkeln zu reizen und auf freies Feld zu locken. Zu Pferd und zu Fuß drangen ſie bis dicht an den engliſchen Schanzenſaum und riefen die Feinde zum Kampfe. Viele folgten dem Aufruf und es entſpannen ſich auf dieſe Weiſe hartnäckige Gefechte, welche dadurch eine gewiſſe Ausdehnung bekamen, daß die jedesmal unterliegende Partei von neuen Scharen ihrer Landsleute unterſtützt wurde. Nachdem dies Geplänkel eine Zeit lang fortgedauert hatte, ohne daß die Hauptmaſſe der engliſchen Armee ſich von der Stelle rührte, trat Johanna mit der Fahne in der Hand an die Spitze der franzöſiſchen Vorhut und führte dieſelbe bis an die feindliche Pfahlmauer. Meh⸗ rere Soldaten fielen auf beiden Seiten, aber Bethford änderte ſeinen Plan nicht. Da machte die Jungfrau einen letzten Verſuch, das Ehrgefühl des Engländers zu erregen. Sie ließ ihre

*) Die Zahl der Burgunder in dem verbündeten Heere berrug im ganzen zwiſchen 600 und 800 Mann, darunter die beſten Ritter des Herzogs. Bethford that alles Mögliche, um ſich bei ſeinen Bundesgenoßen in Gunſt zu ſetzen, wie dies aus der Aufſtellung der Truppen, der Ertheilung des Ritterſchlages an viele ihrer Führer und den Lobeserhebungen erhellt, womit er den Picarden ſchmei⸗ chelte. S. 0. 1V, 386. 387. 389.