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5 (1863)
Entstehung
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reißen und ihnen auf dieſe Weiſe eine Niederlage zu bereiten, gleich denen bei Crécy, Poitiers Azincourt. Der König aber, durch La Hire und andere Hauptleute, welche mit leichter Reiterei bis nach Thieux, dem Nachbardorfe von Mitry, auf Kundſchaft vorgeſchickt waren, von der Un⸗ überwindlichkeit der feindlichen Stellung in Kenntnis geſetzt, blieb unbeweglich, und ſo kam es während des ganzen Tages(13. Auguſt) zu weiter nichts, als zu hitzigen Scharmützeln zwiſchen den beiderſeitigen Streifreitern am Fluͤßchen Biberonne bei Thieux²2. Da Bethford verzwei⸗ felte, die Feinde in die Falle zu locken, ſo ging er noch denſelben Abend nach Louvres und am nächſten Morgen nach Paris zurück. Der Koͤnig begab ſich mit ſeiner Hauptmacht nochmals in die getreue Stadt Crépy, die Vorhut hingegen brachte die Nacht in dem Dorfe Baron zu:s, drei Stunden von Senlis. 1

Mit letzterer Maßregel war es aller Wahrſcheinlichkeit nach auf eine ernſte Bedrohung von Senlis abgeſehen, welches noch unter engliſch-burgundiſcher Botmäßigkeit ſtandes. Zu die⸗ ſem Schluße berechtigt namentlich auch der Umſtand, daß Karl am 14. Auguſt ſich mit der Ge⸗ ſammtſtärke ſeiner Truppen ebenfalls nach Baron hinzog?s. Senlis erſchien ebenſo wichtig als Ausgangspunct für ein Unternehmen auf Paris, wie zur Deckung einer Bewegung nach Nord und Weſt. Eine ſolche aber war in der That vorbereitet. Karl hatte nämlich von Crépy aus ſowohl Compiègne als Beauvais durch Herolde aufgefordert, ihn als rechtmäßigen König anzu⸗ erkennen, und von beiden Städten die freudige Zuſage erhalten2s. Der Beſitz von Compieègne ſicherte dem König den Uebergang über die Oiſe, und Beauvais war durch ſeine Lage zum Skübpänt eines Angriffs einerſeits auf die Picardie, andererſeits auf die Normandie trefflich eeignet. der Bethford erhielt die Nachricht von der gefährlichen Geſtaltung der Dinge, nachdem er kaum in der Hauptſtadt angelangt war. Ungeſäumt ſetzte er ſich mit Feiner ganzen Heeresſtärke in Eilmarſch, um das bedrohte Senlis zu beſchützen2:. Als der König dies erfuhr, ertheilte er ſofort dem Ambroſius von Loré und Poton von Saintrailles den Befehl, mit einer Schar der beſtberittenen Reiter ſich in der Richtung nach Paris auf Kundſchaft zu begeben. Dieſe erſpäh⸗ ten auf der Heerſtraße von Paris nach Senlis zuerſt eine große Staubwolke, dann die ganze engliſche Macht und ſetzten den König von beidem auf's ſchleunigſte in Kenntnis ²s. Ohne Zeit⸗ verluſt ordneten ſich die franzöſiſchen Kmprn und rückten zwiſchen dem Flüßchen Nonette, wel⸗ ches von Baron nach Senlis hinfließt, und dem Höhenzug von Montépilloy vor, in deſſen Nähe ſie ſich zwei Stunden von Senlis um die Vesperzeit auf offenem Felde lagerten. Zur ſelbigen Stunde kam auch der Herzog von Bethford bei Senlis an und begann mit ſeiner Armee über die Nonette zu ſetzen. Der Durchgang war ſo ſchmal, daß nicht mehr als ein bis zwei Pferde neben einander gehen konnten. Kaum hatten dies Saintrailles und Loré bemerkt, als ſie den König davon benachrichtigten. In der Hoffnung, die Engländer zu überraſchen, eilten die Nranzoſen auf jene Stelle los, allein in der Hälfte des Weges gewahrten ſie, daß die Feinde den Uebergang bereits zum größten Theile bewerkſtelligt hatten. Keine Stunde weit ſtanden die beiden Heere auseinander, zu einer Schlacht aber war es zu ſpät, da die Sonne im Untergehen begriffen war. Nur die hitzigſten Kämpfer lieferten einander kleinere Gefechte, wobei es Todte, Verwundete und Gefangene gab. Mit einbrechender Nacht trafen die Franzoſen wieder in ihrem Lager bei Montépilloy ein, der Koͤnig nahm in Crépy ſein Nachtlager, die Engländer über⸗ machtetrn eine halbe Stunde von Senlis in und bei der Abtei Notre-Dame de la Victoire längs er Nonette²9. . Früh Morgens(15. Aug.) eilte der König, nachdem er in Crépy der Meſſe beigewohnt, in das Lager bei Montépilloy, wo die Krieger ebenfalls die Meſſe gehört und in Erwartung eines blutigen Tages Geiſt und Herz in die rechte Verfaßung geſetzt hattenso. Alsbald ward das Heer in Schlachtordnung geſtellt und zwar in drei Haupttreffen geordnet. Das erſte und beträchtlichſte, welches die Vorhut bildete, ſtand unter der Anführung des Herzogs von Alençon und des Grafen von Vendome Das zweite oder Mitteltreffen befehligte der Herzog René. An die Spitze des dritten oder der Nachhut ſtellte ſich der Koͤnig ſelbſt, ihm zur Seite der Graf