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und von lüderlicher Aufführung, ferner eines entlaufenen und aufrühriſchen Bettelmönchs(Richard), beide nach der heiligen Schrift ein Greuel vor Gott. Mit Gewalt der Waffen habt ihr in der Champagne etliche Städte und Burgen eingenommen, die meinem Herrn, dem König, gehören, und habt die Unterthanen darin gezwungen und verleitet zu Untreue und Meineid, dadurch daß ihr ſie den ſchließlichen Frieden der Reiche Frankreich und England brechen machtet, der feier⸗ lich beſchworen ward durch die derzeit lebenden Könige von Frankreich und England ſowie durch die großen Herrn, die Pairs, Prälaten, Barone und die drei Stände dieſes Reiches. Wir haben uns aufgemacht, um das wahre Recht unſeres königlichen Herrn zu ſchirmen und zu ſchützen und unter dem Beiſtand des Allmächtigen euch aus ſeinen Landeu zu vertreiben, und verfolgen euch von Ort zu Ort, ohne daß wir euch bis dahin haben begegnen können. Dieweil wir von ganzem Herzen den Krieg abzukürzen wünſchen, ſo fordern wir euch auf, ſofern ihr ein Fürſt ſeid, der nach Ehre ſucht, und Mitleid habt mit dem armen Chriſtenvolke, das um euretwillen ſo lange unmenſchlich behandelt, zertreten und unterdruckt worden iſt: Wählet im Lande Brie, wo wir ſind und ihr ſeid, oder in L'Ile-de-France, welche uns und euch ſehr nahe liegt, einen paſſenden und angemeßenen Platz, desgleichen einen ſo baldigen Tag, wie die Nähe unſerer gegenwärtigen Stellung es möglich macht. Wollt ihr an dieſem Tage und Platze euch einſtellen ſammt dem verrufenen Weibe und dem beſagten Abtrünnigen ſowie allen Eidbrüchigen und ſonſtiger Macht, die ihr zuſammenbringen wollt und könnt, ſo werden wir ebenda erſchei⸗ nen nach dem Willen unſeres Herrn und an ſeiner Statt. Wenn ihr alsdann im Intereſſe des Friedens einen Vorſchlag machen wollt, ſo werden wir alles thun, was ein katholiſcher Fürſt thun kann; denn wir ſind ſtets geneigt und willig zu einem guten, nicht geheuchelten, faulen, gleiß⸗ neriſchen Frieden, der weder verletzt noch meineidig gebrochen werden darf, wie dies zu Monte⸗ reau geſchah, wo durch eure Schuld und mit eurer Zuſtimmung der ſchreckliche, verruchte und grauſame Mord erfolgte, der gegen Ehre und Geſetz der Ritterſchaft an der Perſon unſeres ſehr geliebten Vaters, des Herzogs von Burgund, verübt ward.... Wenn wir jedoch durch die Un⸗ gerechtigkeit und Bosheit der Menſchen das Gut des Friedens nicht genießen können, ſo möge jeder von uns mit dem Schwerte ſeine Sache vertheiden, und Gott, der allein Richter iſt, wird meinem Herrn Gnade verleihen..... So laßt uns denn eilig und ohne Zeitverluſt wißen, was ihr zu thun geſonnen ſeid.“
Wir kennen die Antwort nicht, welche Karl dem engliſchen Herolde ertheilt hat;*) die beſte Antwort, die er geben konnte, gab er gleich am folgenden Tage durch die That. Er brach nämlich Freitag den 12. Auguſt mit ſeiner ſchlachtluſtigen Kriegsmacht nach Lagny-le-Sec auf und ließ den Vortrab derſelben bis nach Dammartin in Gouelle vorgehen. Sonnabend holte er mit dem Hauptcorps die Vortruppen ein und nahm in der Nähe von Dammartin eine geord⸗ nete Schlachtſtellung 20.
In Paris hatten die Fortſchritte des Königs ſchon am 9. Auguſt große Beſtürzung her⸗ vorgebracht2i. Bethford, der ſich mittlerweile von Montereau wieder nach der Hauptſtadt zurück⸗ gezogen hatte, war auf die Meldung von Karls entſchiedenem Vorrücken demſelben bis nach Mitry, einem Dorfe zwiſchen Claie und Dammartin, entgegengeeilt, hatte daſelbſt eine ſehr vor⸗ theilhafte Stellung eingenommen und dieſelbe auf's ſtärkſte befeſtigt. Es lag durchaus nicht in ſeiner Abſicht, ſich mit den Franzoſen in einem Kampfe auf gleich günſtigem Boden zu meßen, wie es der Brief von Montereau in Ausſicht ſtellte; er hoffte vielmehr die ſiegesdurſtigen Geg⸗ ner zu einem unbeſonnenen Angriff auf ſein mit Spibpfählen wohl verſchanztes Lager fortzu⸗
*) Der engliſche Geſchichtſchreiber Hollinſhed legt dem König die Antwort in den Mund:„Dein Herr wird wenig Mühe haben, mich zu finden, ich bin es vielmehr, der ihn ſucht.“ Was übrigens die Friedensanerbietungen Bethfords betrifft, ſo liegt im Hintergrunde derſelben auf jeden Fall eine Täuſchungsabſicht, wie bei den Unterhandlungen des Burgunders. Wenn Karl ſich nicht auf dieſelben einließ, ſo geſchah dies wohl hauptſächlich deshalb, weil er durch den beabſichtigten Frieden mit dem Herzog Philipp das Bündnis des letzteren mit England gänzlich zu ſprengen hoffte.


