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4 (1860)
Entstehung
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hanna nicht zu Schanden geworden wärens?. Gegen Abend hielt auch der König in Beglei⸗ tung der Jungfrau mit ſeiner Ritterſchaft und dem ganzen Heere ſeinen feierlichen Einzug. Schon ſeit mehreren Tagen hatten ſich die Bewohner auf einen würdigen Empfang ihres Kö⸗ nigs bereitet. Der Erzbiſchof an der Spitze aller geiſtlichen Körperſchaften, die weltlichen Be⸗ hörden, die Bürgerſchaft und das Volk gingeu ihm in feſtlichem Aufzuge und unter dem an⸗ haltenden Freudenrufe Nosl entgegen. Groß war der Jubel und das Gedränge um den König, aber mehr noch als auf ihm hafteten die Blicke aller auf der Heldenjungfrau, der allein der König ſeine jetzige Herrlichkeit verdankte. Ahnlich wie in Orleans betrachtete man die Jungfrau in Reims als einhimmliſches Weſen, um mit den Worten des Pabſtes Pius II. zu reden. Noch bis zu den Zeiten der Franzöſiſchen Revolution ward in der Kathedrale von Reims eine alte Stickerei aufbewahrt, welche dieſen denkwürdigen Einzug Karls VII. und der Jungfrau im Bilde darſtellte. Erfüllt war Johannas Verheißung, womit ſie von Anfang des Feldzugs den König getröſtet hatte: Karl war, ohne ernſtlichen Widerſtand zu finden, ohne einen Tropfen Blutes zu vergießen, ſicher und ungefährdet mit den Seinen in der Krönungsſtadt angelangt, wo ihn ſofort der Eid der Treue geleiſtet wardss. Die Salbung und Kroͤnung wurde auf den folgenden Tag, Sonn⸗ und Feſtag der heiligen Maria Magdalena, feſtgeſetzt und beſtimmt, daß die Feier ganz nach dem alten Herkommen) vollzogen werden ſolles!. Am Abend und während der ganzen Nacht waren die königlichen Offiziere und Räthe mit den Anordnungen zu der Krönungsfeier beſchäftigt. Die alten Kroninſignien befanden ſich zu Saint⸗Denis in den Händen der Engländer, man muſte deshalb neue in der Stadt zu⸗ ſammenſuchen. Es fand ſich alles, was man bedurfte, ſelbſt eine Krone in dem Schatz der Reimſer Kathedrale, und alle Zurüſtungen wurden mit einer Vollkommenheit getroffen, als wäre die Feier ein Jahr voraus anberaumt wordenss.

Früh am Morgen des Krönungstages(17. Juli 1429)86 kam Herr Robert von Sarre⸗ bruck, Edelknappe von Commercy mit einem Gefolge von Kriegern nach Reims,**) um dem König ſeine Dienſie zu bieten an deſſen Ehrentages?. Johanna benutzte eine Fruͤhſtunde vor Beginn des Feſtes, um in einem zweiten Vricfe den Herzog von Burgund zur Ausſöhnung mit Karl VII. zu ermahnen. Das Original dieſes Pergament geſchriebenen Briefes wird bis auf den heutigen Tag in demArchiv vondille aufbewahrt und lautet woͤrtlich folgendermaßen:

+ Jhesus Maria Hoher und gefürchteter Fürſt, Herzog von Burgund, Johanna die Jungfrau entbietet

*) Nach dem alten Brauche wurde am Tage vor der Krönung ein Gerüſte in der Kathedrale auf⸗ elchlagen. Dieſes Gerüſt beſtieg der König am Vorabend der Krönungsfeier mit den Pairs des eiches, welche ihn dem verſammelten Volke zeigten und dabei die herkömmlichen Worte ſprachen:Sehet da Euren König, den wir Pairs von Frankreich krönen zum König und zum oberſten Herrn. Sofern jemand Einſpruch dagegen erheben will, ſind wir hier, um ihm ſein Recht angedeihen zu laßen. Und an dem morgenden Tage wird er geweiht werden durch die Gnade des heiligen Geiſtes, wenn Ihr dagegen keine Einſprache erhoben habt. Ob dieſe Förm⸗ lichkeit auch bei Karl VII. angewandt worden iſt, wißen wir nicht, da keine der Quellen derſel⸗ ben Erwähnung thut.

**) Mit ihm laßen andere Chroniken, ſ. d. Anm. 87, den Herzog René von Bar, Schwiegerſohn des Herzogs von Lothringen und Bruder des Königs von Sicilien, in Reims eintreffen. Nach Perceval von Cagny, 0. 1V, 23, hat ſich derſelbe in Provins, nach 0. 1V, 47, erſt in Saint⸗ Denis beim Könige eingefunden. Desjardins I. I. p. 306: 1autorité de Perceval de Cagny nous paratt la plus considérable; elle est d'ailleurs confirmée par les détails du sacre. Com- ment admettre que le dnc de Lorraine et de Bar n'eüt pas même nommé dans le récit de cette imposante solennité s'il eüt été présent lorsqu'elle fut célébréek 5-