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Täglich bat Johanna den König auf's inſtändigſte, nicht länger zu ſäumen, ſondern auf Gott zu vertrauen, der mehr Macht beſitze, als die Engländer und Burgunder². Eines Tages war der König zu Loches mit ſeinem Beichtvater Gerhard Machet, den Herrn von Tréèves und von Harcourt, ſowie mit dem Grafen Dunois, welcher nach dem misglückten Verſuche auf Jargeau ſich ebenfalls an das Hoflager des Königs begeben hatte, in ſeinem geheimen Kabinet allein. Da klopfte plötzlich Johanna an die Thür. Alsbald eingelaßen, warf ſie ſich vor dem König nieder und ſprach, ſeine Kniee umfaßend:„Edler Dauphin, haltet fürder nicht ſo häufige und ſo lange Berathungen, ſondern ziehet alsbald nach Reims, Eure ehrenreiche Krone zu empfan⸗ gen.“ Als hierauf der Herr von Harcourt Johanna fragte, ob ſie dies auf Eingebung ihres Rathes geredet habe, erwiderte ſie:„Ja, ich werde recht oft dazu getrieben.“„Wolltet Ihr uns nicht, fuhr Harcourt fort, hier in Gegenwart des Königs die Weiſe ſagen, wie dieſer Rath zu Euch ſpricht?“ Erröthend entgegnete Johanna:„Ich verſtehe wohl, was Ihr zu wißen begehrt, und will es Euch gern ſagen.“ Der König unterbrach ſie hier mit der Frage, ob ſie es auch gern thäte in Gegenwart der Anweſenden. Johanna bejahte und fuhr ſort:„Wenn ich irgendwie verdrießlich bin, weil man nicht leicht an das glaubt, was ich von Seiten Gottes verkündige, dann gehe ich an einen einſamen Ort, rufe Gott an und klage es ihm, daß die, mit welchen ich rede, mir nicht leicht Glauben ſchenken. Wenn ich dann mein Gebet verrichtet habe, ſo hore ich eine Stimme, die zu mir ſpricht: Kind Gottes gehe! gehe! gehe! ich werde mit dir ſein, gehe! Und wenn ich dieſe Stimme vernehme, dann fühle ich eine große Freude, ja ich wünſche, es moͤchte mir immer ſo ſein.“ Als Johanna die Worte ihrer Stimme an⸗ führte, gerieth ſie in eine wunderbare Entzückung und hob ihre Augen ganz verklärt zum Him⸗ mel empor 3. b—
5 Glaube, wenn er Geiſt und Leben in einer Perſon geworden, iſt, weil eine Kraft Gottes, ſtets eine gewaltige, ob auch keineswegs zwingende Macht. Ergriffen von Johannas Glaubensbegeiſterung, die wie ein Strahl göttlicher Erleuchtung über ihrem Antlitze ruhte, er⸗ hob ſich der König mit den Anweſenden zu freudiger Hoffnung und ging, wenn auch nicht ohne Vorbehalt, doch im weſentlichen auf Johannas Gedanken ein. Er beſchloß nämlich, nach Reims zu ziehen und beſtimmte Gien zum Ausgangspunkte des Feldzuges, knüpfte aber die Bedingung daran, daß die Engländer zuvor aus den Loirefeſtungen der Orléanais vertrieben würden. Johannas Idee war auf dieſe Weiſe mit der Anſicht der Räthe vermittelt. Doch ging der König über die bloß äußerliche Ausgleichung durch den wichtigen Zuſatz hinaus, daß wäh⸗ rend des Loirefeldzugs die Rüſtungen zur Heerfahrt nach Reims mit allem Eifär fortgeſetzt und das Heer durch allgemeines Aufgebot zu einer großen Macht vervollſtändigt werden ſollte.
Damit erhielt der Kampf an der Loire die untergeordnete Bedeutung einer bloßen Cpiſode in dem Ganzen des Krönungsfeldzuges, und Johanna war über das Bedenken beruhigt, daß dieſer durch jenen einen weſentlichen Aufſchub erleiden möͤchtent. Denn natürlich gehörte zu dem Zuge nach Reims eine bedeutende Truppenmacht und zum Sammeln derſelben eine weit längere Zeit, als nöthig war, um die zur Eroberung der Loireplätze erforderliche Mannſchaft aufzubringen. Wurde nun letztere ſchleunigſt herbeigeſchafft, ſo konnte der Kampf in der Or⸗ léanais ſo bald begonnen werden und ſo raſch beendigt ſein, daß durch denſelben der Aufbruch
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instants de crise et d'émotion génerale, il faut, sous peine de tout compromettre, marcher droit et ferme au but le plus élevé, sans tenir compte des obstacles, qui s'aplanissent de- vant qui les dédaigne ou les affronte. Mais ce sont les secrets du génie que les esprits vulgaires n'ont pas le privilége de deviner.— Le Brun de Charmettes II, S. 147: On ne voulait pas voir que le succès des opérations de la Pucelle dépendrait en partie de leur témérité même; on ne mettait pas en ligne de compte P'impression que la cérémonie du
gacre de Charles VII, au milieu de la puissance anglaise et bourguignonne, produirait sur les esprits; on s'arrétait aux maximes d'une politique vulgaire, quand il s'agissait de con- fondre tous les calculs de la politique. 1 iniE.


