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ſich.„Es würde mir ſchmerzlich ſein“, ſagte ſie,„meine Leute zu verlaßen, ſie ſind vom be⸗ ſten Geiſte beſeelt, haben Buße gethan und gebeichtet, im Verein mit ihnen fürchte ich die ganze Macht der Engländer nicht“. Dunois wandte ſich darauf an die Kriegsoberſten und forderte ſie dringend auf, zum Heil des Königs in Johannas Ueberfahrt zu willigen, das Heer nach Blois zurückzuführen und von da mit neuen Vorräthen und Verſtärkungen durch die Beauce, wie Johanna urſprünglich gewollt, wieder nach Orleans aufzubrechen. Es war nicht ſchwer, die Zehemmun der Feldherrn zu erhalten, verlangte ja Dunois nichts weiter, als was jene ſelbſt beabſichtigten. Johanna hatte nun die Wahl zwiſchen zwei Widerwärtigkeiten, entweder ſelbſt mit den Truppen ſich auf den Rückmarſch nach Blois zu begeben, oder auf Dunois Vor⸗ ſchlag einzugehen*). Sie entſchied ſich für letzteres als das geringere Uebel, nicht eher jedoch, als bis die Generale ihr das feſte Verſprechen gegeben hatten, binnen kürzeſter Friſt zurückzukehrené. Demgemäß blieb die Armee nur ſo lange zur Stelle, bis ſämmtliche Vorräthe in die Fahr⸗ zeuge gebracht waren, und trat alsdann unter Anführung des Marſchalls von Rais und des Herrn von Loré den Rückweg nach Blois an. Indem ſich Johauna von ihren Gefährten trennte, gab ſie allen die beruhigende Verheißung mit, ſie würden auf den Hinmarſch nach Blois keiner Gefahr begegnen und bei der Rückkunft nach Orleans mitten zwiſchen den feindlichen Bollwerken unangefochten hindurchſchreiten. Ihrem Beichtvater und den übrigen Prieſtern aber gebot ſie, das Kreuzesbanner, unter welchem die Krieger Morgens und Abends zu beten und zu beichten pflegten, wie bisher dem Heere voranzutragenés. Hierauf fuhr Johanna, die Fahne in der Hand haltend und von d'Aulon nebſt den übri⸗ gen Perſonen ihres Gefolges umgeben, mit Dunois, La Hire, Gaucourt und etwa zwei hun⸗ dert Mann ihrer Krieger auf das jenſeitige Ufer in das Dorf Checy. Auch der Marſchall von Sainte Sévère, der Johanna nicht vor ihrem Einzug in Orleans verlaßen wollte, war unter den Begleitern*). Man faßte den Beſchluß, nicht ſofort nach Orleans aufzubrechen, ſondern um den Zuſammenlauf des Volkes möglichſt zu verhüten, ſo lange in Checy zu verweilen, daß man nicht vor Eintritt der Nacht in der Stadt ankäme. Die Zwiſchenzeit verbrachte Johanna in dem Schloße Rully bei Checy, wo ſie von Guido von Cailly ehrenvoll aufgenommen wardss. Mittlerweile ſegelte die Flotte durch dieſelbe Waßerſtraße, auf welcher ſie gekommen, zum zweitenmal an der Feſte Sanct-Lupus in Bogenſchußweite vorüber, ohne daß die Beſatzung, welche huf der Landſeite in ein hitziges Gefecht verwickelt war, den Lauf der Schiffe zu hemmen vermocht hätteo0. M0ni 3 1 rren. Um die Vesperſtunde begab ſich Johanna, begleitet von allen Rittern, Edlen, Kriegern, die ihr theils nach Checy gefolgt, theils aus Orleans entgegen gegangen waren, zu Lande auf den Weg nach Orleans, indem ſie verſicherte, es werde keinem unterwegs ein Leid widerfahren7¹. Ohne auf ein Hemmnis geſtoßen zu ſein, zog Johanna gegen acht Uhr Abends(29. April) durch das öſtliche(Burgunder⸗) Thor in die Stadt ein*². In voller Rüſtung ſaß die Jung⸗
) Betrachtet man das bisher Erzählte und das Folgende, zumal die Berathung der Heerführer in Blois, ſo kann man ſich des Eindruckes nicht erwehren, daß die Feldherrn im Einvernehmen mit Dunois von Anfang an nicht die Abſicht gehaht hatten, die Truppen nach Orleans zu bringen, ſondern nur die Lebensmittel und die Munition dahin zu geleiten. Journal berichtet o. 1V, 152: à Bloys estoient demourez plusieurs seigneurs et gens de guerre Françoys. Daß die Armee, welche ſchon am 4. Mai zurückkehrte, einen neuen Transport von Vorräthen mitbrachte, ſ. ſpäter. Endlich verdient Beachtung G. IV, 54(Jean Chartier): Les dis sire des Raix et de Loré s'en retournèrent à Blois avec la plus part de la compaignie, et faisoit on difficulté de mettre tant de gens en ladicte ville d'Orléans, pour ce qu'il y avoit trop pou de vivres. Vergl. IV, 5. V, 41. **) Er ritt die folgende Nacht durch nach Blois zurück. Johanna ſagte zu d'Aulon, welcher Beſorg⸗ niſſe für den Marſchall hegte, kurz vor deſſen Rückkehr nach Orleans: Der Marſchall kommt, und es wird ihm kein Unfall zuſtoßen. Q. III, 78 sq. Irr i—


