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machen von recht ſtarkem Leder. Sehr lieb war mir das Schwert, weil es gefunden war in der Kirche der heiligen Katharina, die ich ſehr lieb hatte 11.“ Dieſe Entdeckung des Schwertes brachte auf das Volk eine ähnliche Wirkung hervor, wie die Offenbarung des Geheimniſſes auf den König. Johanna gab damit dem Volke das Zeichen für die Göttlichkeit ihrer Miſſion, und es begreift ſich leicht, wie dies Ereignis je länger je mehr mit wunderbaren Zügen be⸗ reichert wurde“). 4 3 5.: 17In B1u Guicherat ſieht in der Entdeckung des Schwertes einen vollgültigen Beweis für die Gabe der Jungfrau, Gegenſtände wahrzunehmen, welche außerhalb der Tragweite ihrer Sinne lagen**). Soviel iſt gewis, daß wir an keinen abſichtlichen Betrug von Seiten Johannas zu denken haben, wie ihr die Feinde zur Laſt legen is; gegen die Annahme eines wirklichen Wunders aber laßen ſich auf Grund der Quellen nicht unwichtige Bedenken erheben. Vor allem ſteht feſt, daß Johanna vor ihrer Ankunft in Chinon in der Kirche ihrer Schutzheiligen zu Fierbois geweſen iſt. Sodann leitet der Italieniſche Chroniſt Guerneri Berni auf eine weitere Spur, indem er bei dieſer Gelegenheit daran erinnert, daß die Edlen und Ritter ihre Schwerter mit in die Gruft nahmen.„Die Jungfrau, ſo ſchreibt er, ließ ſich ein Schwert geben, welches in einer Kirche war, eins von denen, welche man den Edlen und Rittern anhängt bei ihren Be⸗ gräbniſſen, wann ſie ſterben 16.“ Wie nun, wenn ſich, worauf der Chroniſt offenbar hindeuten will, neben dem Altar zu Fierbois ein ſolches Grabmal befand, in welchem ein Ritter mit ſeinem Schwerte eingeſenkt war? Ein Blick auf den Grabſtein, der wohl gar, wie ſo häufig, das Abbild des Todten mit aufrecht gehaltenem Schwerte zeigte, und der Zunder zu der Idee, das Rettungsſchwert gleichſam aus der Hand der Heiligen zu empfangen, war damit der Jung⸗ frau in die Seele geworfen. Und ſei es nun, daß ſchon in Fierbois der nächſte Eindruck zur Helle des Gedankens emporſchlug, oder ſei es, daß erſt in Tours die Idee fertig aus dem Hintergrunde der Seele vortrat, auf jeden Fall entſprach es dem viſionären Weſen der Jung⸗ frau, daß zugleich mit dem Aufleuchten des Gedankens, der ihr ſo warm an's Herz ging, auch die Stimme der Heiligen ihrem Ohr vernehmbar ward.„219.„ 0 Gleichzeitig ließ Johanna von dem Maler Heuves Polnoir⸗**) zu Tours 17 die Fahne an⸗ fertigen, wie es die heilige Katharina und Margareta nach Gottes Vorſchrift ihr aufgetragen hatten 1is. Der Stoff derſelben beſtand aus weißer durchſichtiger Leinwand mit Madenen Franſen beſetzt 1. Auf dem mit Lilien überſäten Felde 20 war der Erlöſer abgebildet auf einem
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) J. Chartier, O. IV, 54 ſq. 71. 93. 129(Journal). 212(Chronik der Jungfrau): Durant ces choses, elle dist qu'elle vouloit avoir une espée qui estoit à Saincte-Catberine du Fierbois, où il y avoit en la lame, assez pres du manche, cinq croix. On lui demanda si elle l'avoit oncques veue, et elle dist que non; mais elle sçavoit bien qu'elle y estoit. Elle N envoya, et n'y avoit personne qui sceust odò elle estoit ny que c'estoit. Toutesfois, il ynen avoit plusieurs qu'on avoit autresfois données à l'église, lesquelles on fist toutes regarder, et on en trouva une toute enrouillée, qui avoit lesdictes cind croix. On la luy porta, et elle dist que c'estoit celle qu'elle demandoit. Si fut fourbie et bien nettoyée, et luy fist on faire un beau fourreau tout parsemé de fleurs de lys. 510(Pabſt Pius II) 519. V, 53. ner
*) Aperc. p. 68 ſq., wobei wir bemerken, daß Guicherat ſich in der Darſtellung der Sache nicht ſtreng genug an Johannas Worte bindet. Es ſteht z. B. in ihrer Ausſage nichts davon, daß ſie die fünf Kreuze als Kennzeichen des Schwertes angegeben habe. iͤ 16—
*) Während die Fahne gemalt wurde, lernte Johanna Polnoirs Tochter Heliote kennen. Neun
— Monate ſpäter erfuhr Johanna, Heliote werde ſich bald verheirathen. Sie ſchrieb deshalb an den Stadtrath von Tours und erſuchte denſelben, dem Maler Polnoir hundert Thaler zur Aus⸗ ſteuer ſeiner Tochter zu verabfolgen. Die Stadtkaſſe war erſchöpft. Um jedoch Johannas Wunſch zu ehren, ordneten die Räthe öffentliche Gebete für den Hochzeitstag an und ſpendeten Brot und Wein zur Feier des Feſtes, 0. V, 154 sa. 271. Wir haben dieſen Zug theilnehmender Liebe nicht übergehen wollen, weil er dem Herzen der Heldin Ehre macht. 11007


