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Leuteraus den höchſten Ständen nach Coudray, um die Prüfungen mit anzuhören. Einer der letzteren wohnte auch der Herzog von Alencon bei. Er hörte, wie Johanna auf die Frage, wer ſie an den König geſchickt habe und zu welchem Zwecke ſie gekommen ſeiz die Antwort gab, von Seiten des Himmelskönigs ſei ſie geſandt, ſie habe einen(himmliſchen) Rath und Stimmen, welche ihr offenbarten, was ſie zu thun habe u. ſ. w. Bei Tiſche theilte Johanna dem Herzog mit, man habe ſie ſchon viel gefragt, aber ſie wiße und vermöge mehr, als ſie den Herren geſagt habe 41. Der Bericht, welchen die Prüfungsbehörde dem König abſtattete, fiel ganz zu Gunſten der Jungfrau aus. Neben der Einfalt des Dorfmädchens fand man in ihrer ganzen Art zu ſein und zu reden etwas edles und bedeutendes 42. u auist hon nidaun n⸗
Auch damit war dem König nicht genügt. Er verfügte die Fortſetzung der Prüfungen und wählte als Ort derſelben Poitiers. Hier war der Sitz ſowohl des Franzöſiſchen Parla⸗ mentes als der Univerſität. Karl ſelbſt begab ſich mit ſeinen Räthen dahin, und ſo ward Poitiers der Sammelpunkt der höchſten Auctoritäten in Staat, Kirche und Wißenſchaft 43. Allen ſollte Gelegenheit werden, ſich ein Urtheil über die Jungfrau zu bilden.„Johanua ſah voraus, daß ſie einen ſchweren Stand in Poitiers haben werde, aber ſie verzagte nicht. Un⸗ teuwegs ſagte ſie zu ihren Begleitern:„Ich weiß wohl, daß ich viel zu thun bekommen werde in Poitiers, aber der Herr wird mir helfen, darum in Gottes Namen gehen wir a¹.“ Wohnung erhielt ſie bei dem Generaladvocaten des Parlamentes, Johann Nabateau, deſſen treffliche Frau die Aufſicht über Johanna übernahm 456. Der König befahl darauf ſeinem unter dem Vorſitz des Erzbiſchofs von Reims, Reinhold von Chartres, damaligen Reichskanzlers vereinigten Rathe, eine Anzahl von Theologen, Juriſten und anderen ausgezeichneten Männern zu einem Prü⸗ fungscollegium zuſammenzuſetzen 48. Infolge deſſen wurden Peter von Verſailles, Johannes Lambert oder Lombart, die Dominikaner Wilhelm Aimeri, Peter Turelure und Peter Seguin, ferner Matthäus Mesnaige, Johann Erault, Wilhelm Le Marié oder Le Maire, Jacob⸗ Maledon, Jordan Morin, ſämmtlich Profeſſoren oder Baccalaureen der Theologie, endlich Johann Macon, Doctor des geiſtlichen und weltlichen Rechtes, nebſt mehreren andern 47 vor den Rath beſchieden und von demſelben in des Königs Namen angewieſen, Glauben, Worte und Werke der Jungfrau einer eingehenden Prüfung zu unterwerfen und in Gemäßheit des Befundes dem Rathe gutachtlichen Bericht zu erſtatten, was man von ihr zu halten und mit ihr zu beginnen habe 48. In Rabateaus Hauſe ſollten die Prüfungen vorgenommen werden 49. Nahe an drei Wochen währten dieſelben 50o zum großen Leidweſen der Johanna, welche ſich dadurch an der Vollführung ihrer großen Aufgabe behindert ſah. Sie wuſte, daß ſie nur ein Jahr und wenig mehr dauern werde, drum wiederholte ſie bei jeder Gelegenheit: Zu handeln iſt noth, benutzt die kurze Friſt zu thatkräftigem Wirken 5. 11„9 ei,c Hn sS. Die Herrn leiteten die Sitzungen damit ein*), daß ſie der Jungfrau erklärten, ſie wären vom Könige zu ihr geſchickt. Mit einem Worte der Demuth erwiederte Johanna:„Ich glaube gern, daß ihr geſchickt ſeid, um mich zu fragen. Ich weiß weder A noch B. 526 Darauf be⸗
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1„) Eine vollſtändige Schilderung der Prüfungen zu geben, iſt nicht möglich, da die Prokokolle ſchon zur Zeit des Reviſionsprozeſſes nicht mehr vorhanden waren und die ſpärlichen Ausſagen der Zeugen kaum eine dürftige Ueberſicht gewähren. Q. Aperc. 4: Jl serait plus étonnant qu'une piéce de cette importance n'ait point paru lorsqu'on rehabilita sa mémoire, si la manièére dont elle est mentionnée daus la sentence(III, 357), ne donnait à penser qu'elle n'existait plus à cette poque. Déja la négligence l'avait égarée, ou la politique l'avait détruite. Unter den Examinntoreneiſt im Reviſionsproceſſe allein Seguin verhört worden, obwohl noch mehrere der andern am Leben waren, o. V, 472. De PAverdy p. 309: Séguin ne rend pas compte des différentes séances qui furent tenues; il a réuni en an seul fait tout cen—huiseé passa pendant leur durée, et il s'attache plus à ce qui lui a été personnel qu'à ce qui eut lieu de la part des autres examinateirs. Auch wir werden am beſten thun, wenn wir die Bekennrniſſe der Johanna, welche übrigens nichts weſentlich neues enthalten, in einheitlicher Darſtellung verbinden..5230 2149180 1 ¾ it⸗d
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