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und des Himmelreichs, denen man nicht Ehrfurcht genug beweiſen kann 149. Dagegen iſt ſie voll Traurigkeit, wenn die Geiſter ſich entfernen, ſie weint, küßt die Erde, über welche ſie hingegan⸗ gen ſind, und wünſcht, dieſelben hätten ſie d. h. ihre Seele mit ſich genommen 150.
Gleich das erſte Mal, als Johanna die Stimme vernahm, gelobte ſie Gott eine reine Jung⸗ frau zu bleiben nach Leib und Seele 151, ſo lange es ſein Wille wäre ¹5², ein Geloͤbnis welches ſie ſpäter auch den Heiligen wiederholte 183.
Michael war der Vorläufer der Heiligen geweſen. Dieſe ſtellten ſich alsbald ein 154. Die Erkennung der Heiligen muſte für Johanna verhältnismäßig leichter ſein als die Erkennung Michaels*)..
ewen iehael hatte dieſelben förmlich angemeldet, und daß ſie gute Geiſter ausdrücklich verbürgt 155.
Sodann erkennt und unterſcheidet Johanna die Heiligen an dem Gruße, den ſie ihr machen, ſowie an dem Namen, womit beide ſich ihr nennen 156. Daß die Heiligen nicht männ⸗ liche Weſen ſind, weiß Johanna ſehr wohl, denn ſie haben es ihr offenbart und überdies erkennt ſie es an ihren Stimmen 157. Ihre Stimme iſt ſchön, ſanft und demüthig. Sie ſprechen vortrefflich und zwar Franzöſiſch, weil ſie auf Seiten der Franzoſen ſtehen. Jo⸗ hanna verſteht ſie ſehr gut 158.
Ferner ſieht ſie die Heiligen ſo genau, wie ſie weiß, daß dieſelben Heilige im Paradieſe ſind 159..
Ein ſchlagender Beweis, daß jene Geiſter gute Geiſter ſind, liegt für Johanna inſonderheit darin, daß dieſelben ſie ſtets wohl überwacht, Phr in allem, was ſie Großes gethan, immerdar mit Rath und That beigeſtanden, ihr namentlich, ſo oft ſie verwundet war, Hülfe gebracht, Muth und Troſt eingeſprochen, auch im Gefängnis ihr täglich zur Seite geſtanden und ſie durch Zuſpruch aufgerichtet und geſtärkt haben ¹6o. 1 1. A 21 1
Aus den angeführten Gründen glaubt Johanna, daß die Stimmen, welche ſie hört, die Stim⸗ men der heiligen Katharina und Margareta ſind ¹61, und glaubt dies ſo unerſchütterlich, wie ſie an die Leiden Criſti zum Heil der Menſchheit glaubt 162. Zwiſchen den beiden Heiligen, welche ihr erſcheinen, und den gleichnamigen Heiligen des Paradieſes macht ſie ſchlechterdings keinen Unterſchied, jene und dieſe ſind durchaus dieſelben 163. 1
Von der Seite, woher die Stimme kommt, zeigt ſich gewöhnlich ein heller Lichtglanz 164 und das Antlitz der Heiligen wird ſichtbar 165. Schöne, überaus koſtbare Kronen glänzen auf ihren Häuptern 166. Weiteres über die Geſtalt der Heiligen zu offenbaren, hat Johanna ſtandhaft ver⸗ weigert, oft in den ſtärkſten Ausdrücken, manchmal in ironiſch wegwerfendem Tone. Dagegen bekundet ſie durch viele ihrer Antworten auf das beſtimmteſte, daß ſie ein deutliches Bild der Heiligen in ihrer Seele trägt, und hält beharrlich, ja bis in den Tod hinein, die Wirklichkeit der Erſcheinungen ſelbſt aufrecht. Man hat ſie gefragt über die Figur der Heiligen im allge⸗ meinen, nach Geſicht und Augen, Armen, Gliedern, Kleidung, Ohrringen, Alter, ob die Heiligen gleiches Alters, ob ſie mit gleichem Stoffe bekleidet ſind u. ſ. w., aber auf keine dieſer Fragen nur einigermaßen befriedigenden Beſcheid erhalten 167. Ohne Bedenken aber ſpricht ſie aus: Ich ſehe die Heiligen beſtändig in derſelben Geſtalt 16s, ja noch mehr: Ich habe beide, Katharina und Margareta, mit meinen Armen umfaßt und dabei eine gewiſſe Wärme empfunden. Auch ging ein Wohlgeruch i6s von ihnen aus**). i.
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*) Jedoch wiederholt ſich auch bei den Heiligen etwas ähnliches wie bei Michael. Aus der Antwort
nämlich, welche Johanna auf die Frage ertheilt, welche von beiden Heiligen ihr zuerſt erſchienen
ſei:»Ich habe ſie nicht ſogleich erkannt, ich habe das früher gewuſt aber wieder vergeßen«, 0. I,
72. 310, erhellt deutlich, daß die erſten Viſionen der Heiligen nicht ſo klar und deutlich ausgeprägt
waren, wie die ſpäteren. 4 *) Es verdient bemerkt zu werden(ſ. 0. Aperc. 46 sg.), daß ſich die Heiligen vier Sinnen der Jo⸗
hanna zu vernehmen geben: dem Gehör, Geſicht, Geruch, Gefühl. Damit iſt nicht geſagt, daß
dieſe vier Sinne in jedem Falle berührt wurden. Darf man von den Ausdrücken, worin Johanna


