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Wiesbaden versetzt und am 1. Oktober 1890 zum ordentlichen Lehrer der Anstalt ernannt. Im August und September 1892 hielt er sich zu weiteren Studienzwecken in London und Liverpool auf und wurde zu Ostern 1894 auf seinen Wunsch dem Königl. Gymnasium zu Hanau überwiesen.
Johann Kilb, geb. den 6. März 1862 zu Lindenholzhausen bei Limburg a. d. Lahn, erwarb sich das Zeugnis der Reife an dem Gvmnasium zu Hadamar. Er studierte an den Universitäten zu Bonn, München und Marburg alte und deutsche Philologie und Geschichte, sowie Philosophie. An letzterer bestand er im Sommer 1887 die Prüfung pro facultate docendi und erwarb sich zugleich den philosophischen Doktorgrad. Sein pädagogisches Probejahr leistete er von Herbst 1887 bis Herbst 1888 an dem Gymnasium zu Wiesbaden ab. An dieser Anstalt blieb er drei weitere Jahre als unbesoldeter wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt. Im Herbste 1891 trat er in die Königl. Turnlehrerbildungs- Anstalt in Berlin ein und erwarb sich Ostern folgenden Jahres die Lehrbefähigung zur Erteilung des Turnunterrichts. Er blieb noch zwei weitere Jahre in Berlin und lag vor allem an der dortigen Universität und der Königl. Hochschule für Musik weiteren wissenschaftlichen und künstlerischen Studien ob. Ostern 1894 wurde er dem Gymnasium zu Hanau als wissenschaftlicher Hilfslehrer überwiesen und zugleich mit der Erteilung von Turnunterricht betraut.
Mit dem Schlusse des Schuljahres 1893/94 hörte somit auch die Thätigkeit des Turn- lehrers Störgers an unserer Anstalt, an der er seit Oktober 1858, also über 33 Jahre den Turn- unterricht erteilt hatte, auf. Er ist unseren Schülern jederzeit ein treuer, wohlwollender und freund- licher Lehrer gewesen und hat seine Aufgabe, für die Vorbedingung der geistigen Ausbildung, die Pflege der Kraft und Frische des Körpers sorgen zu helfen, immer auch unseren Schülern gegenüber auf das gewissenhafteste erfüllt. Die Schüler wie die Anstalt werden ihm stets ein dankbares und treues Andenken bewahren.
Seinem Wunsch entsprechend wurde der unbesoldete wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Anacker
durch Verfügung Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 22. März 1894, S. 1790 von seiner weiteren Thätigkeit an unserer Anstalt entbunden, um eine Privatlehrerstelle im Ausland anzunehmen. Da- gegen ward der Kandidat des höheren Schulamts Rudolf Homburg, der im Vorjahre an der Anstalt sein Probejahr abgeleistet hatte und nachher mit zeitweiliger Versehung einer Lehrerstelle am Friedrichsgymnasium zu Cassel betraut worden war, seiner Bitte entsprechend vom 1. Mai d. J. ab als unbesoldeter wissenschaftlicher Lehrer an der Anstalt zugelassen. Am 5. März d. J. stellte er seine Thätigkeit an unserer Anstalt ein und bat um seine Entlassung. — Mit Ablauf des Jahres 1894 musste der katholische Religionslehrer, Kaplan Delmhborst, seine Wirksamkeit an der Anstalt aufgeben, da er nach Oberrodenbach versetzt war. An seiner Stelle wurde der Kaplan BEmil Weber durch Verfügung vom 2. Junuar 1895, S. 42, mit der Er- teilung des katholischen Religionsunterrichts beauftragt.
Franz Emil Weber, Sohn des Rektors Karl Weber zu Cassel, geboren den 4. Oktober 1871 zu Burg- haun, Kreis Hünfeld, besuchte bis zum Jahre 1886 das Lyceum Fridericianum und alsdann das Königl. Wilhelms- Gymnasium zu Cassel, wo er Herbst 1890 das Zeugnis der Reife erhielt. Im Priesterseminar zu Fulda studierte er alsdann acht Semester Philosophie und Theologie. Nachdem er im Sommer 1893 das Examen pro introitu und im Sommer 1894 das Examen pro cura bestanden hatte, empfing er am 12. August 1894 die hl. Priesterweihe. Zunächst war er in Cassel als stellvertretender Kaplan bis Mitte Oktober 1894 thätig. Nach kurzer Thätigkeit als Kooporator in Batten i. d. Rhön wurde er am 1. November 1894 provisorisch und am 24. Dezember 1894 definitiv zum Kaplan in Hanau bestellt. Durch Verfügung vom 21. Januar 1895 wurde er mit Erteilung des katholischen Religionsunterrichtes am Königl. Gymnasium beauftragt, den er am 24. Januar übernahm.
Beurlaubt waren während des Schuljahrs folgende Lehrer:
Professor Wagenknecht vom Beginn des Schuljahrs am 3. April bis zum 14. April zum Zweck der Teilnahme an einem naturwissenschaftlichen Ferienkursus in Göttingen, Professor Dr. Wackermann zur Teilnahme an einem im Anschlusse an die Pfingstferien in Aschaffenburg, Würz- burg und Mainz stattfindenden, von der Kgl. Bayerischen und Grossherzoglich Hessischen Regierung


