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2. Abth. (1845)
Entstehung
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Hugo Oscar Waldemar Dittrich iſt geboren am 15. December 1815 in Schweid⸗ nitz, welche Stadt ſein Vater, der Juſtitiarius Dittrich, bereits 1818 verließ, um ſich ein bei Frei⸗ burg gelegenes Dorf zum Wohnſitz zu erwählen. Durch Hauslehrer wurden hier dem Knaben ſo viele Vorkenntniſſe beigebracht, daß er 1825 das Gymnaſium, an dem er jetzt als Lehrer wirkt, zu beſuchen für vorbereitet erklärt wurde. An dieſer Anſtalt konnte er jedoch nur bis 1830 ver⸗ weilen und mußte, weil ſich die Vermögensumſtände der Eltern geändert, im nahen Schweidnitz ſeine Vorſtudien vollenden. Zu Michaelis 1834 verließ er mit dem Zeugniß der Reife dieſe Anſtalt und widmete ſich auf der Breslauer Univerſität durch vier Jahre den mathematiſchen und phyſika⸗ liſchen Wiſſenſchaften, zu denen er ſich ſchon als Gymnaſiaſt hingezogen gefühlt hatte. Im Juli 1843 beſtand er das Examen pro facultate docendi und hatte das Glück, ſoſort an der Anſtalt wirken zu dürfen, der er ſeine erſte Ausbildung verdankt. 4

Vor den Weihnachtsferien wurde die erſte Cenſur aller Klaſſen gehalten und ihr Reſultat den Schülern zur Aushändigung an ihre Eltern und deren Vertreter ſchriftlich übergeben. Die Weihnachtsferien dauerten vom 22. 29. December, beide Tage eingeſchloſſen. dA

Zu der Oſterprüfung hatten ſich 22 unſerer Schüler und 5 Extranei gemeldet. Nachdem die ſchriftlichen Arbeiten angefertigt und corrigirt waren, wurde am 11. und 15. März, unter dem Vorſitze des Herrn Regierungsraths Dr. Vogel als des nunmehrigen beſtändigen Königl. Commiſſarius, die mündliche Prüfung abgehalten. Auf den Rath des Directors waren übrigens 5 Schüler von der Prüfung abgetreten, ſo daß außer den Fremden nur noch 17 zu prüfen blieben. Davon wurden 14, und aus der Zahl der Extranei 4 für reif erklärt. Die Schüler waren nachſtehende: Anton Aſſmann aus Breslau, 11 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Conſtantin von Bardzki aus Fran⸗ kenſtein, 8 Jahre auf dem Gymnaſium; Herrmann Baumann aus Breslau, 8 Jahre auf dem Gymnaſium; Anton Baumert aus Grüſſau, 10 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Guſtav Biſchek aus Langenbielau, 3 ½ Jahre auf dem Gymnaſium zu Glaz, 6 auf dem hieſigen; Guſtav Breuer aus Landeshut, 6 Jahre auf dem Gymnaſium in Schweidnitz, 5 ½ hier; Theophilus Gorke aus Kniſchwitz, Ohlauer Kreiſes, 8 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Joſeph Merkel aus Klein⸗Tinz, Nimptſcher Kreiſes, 10 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Guſtav Neudeck aus Klein⸗Nädlitz, Breslauer Kreiſes, 8 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Auguſt Roſemann aus Lomnitz, Waldenburger Kreiſes, Jahre auf dem Gymnaſium in Schweidnitz, 3 auf dem hieſigen; Joſeph Schöbel aus Raſchen, Trebnitzer Kreiſes, 8 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Auguſt Spiegel aus Reichthal, Nams⸗ lauer Kreiſes, 9 ½ Jahre auf dem Gymnaſium; Daniel Staſch aus Bralin, Wartenberger Krei⸗ ſes, 8 ½ Jahr auf dem Gymnaſium; Carl Winkler aus Breslau, 9 Jahre auf dem Gymnaſium. In der oberſten Klaſſe hatten alle 2 ½ Jahre geſeſſen. Von ihnen wollten v. Bardzki und Spiegel Jurisprudenz, Roſemann Mediein, alle übrigen Theologie auf hieſiger Univerſität ſtudiren; nur Gorke kennte es, wegen ſchwerer und langwieriger Bruſtkrankheit nicht beſtimmen, welcher er auch leider! am 11. Juli erlegen iſt. 29

Am 14. März hatten die Schüler des Gymnaſiums, auf Grund der vorher abgehaltenen Cenſur und der halbjährlichen Prüfungen, ihre Zeugniſſe erhalten und waren damit auf die Oſter⸗ ferien entlaſſen worden, welche vom 15. bis 30. März, beide Tage eingeſchloſſen, dauerten. Eine feierliche Entlaſſung der Abiturienten fand, wie gewöhnlich zu Oſtern, nicht ſtatt. 2..