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Beiſpiel verlange, daß die Jugend ſirebe nach Geſundheit und Kraft des Leibes und der Seele, Sittlichkeit, wahrer Religiöſität, Frömmigkeit und Duldſamkeit, wahrer Liebe zur Kunſt und Wiſſen⸗ ſchaft; daß ſie Achtung des Menſchen als ſolchen in jeddeem Stande, endlich Anhänglichkeit an das deutſche Geſammtvolk und Geſammt⸗Vaterland, ſeine Geſchichte, Denkmale, Sprache, Ehre und Selbſtſtändigkeit zeige. Zu ſolchem Streben forderte der Redner die Jugend auf. Den Schluß machte der Geſang: Segne den König, von Schulz.
Nachdem die Beſtallungen für die drei Lehrer, die die neu errichteten Lehrſtellen übernehmen ſollten, angekommen waren, wurde am 24. November die feierliche Vereidung derſelben durch den Director vollzogen. Eine Einführung fand nicht ſtatt, da alle drei ſchon ſeit kürzerer oder längerer Zeit an der Anſtalt arbeiteten. Die drei neuen Lehrer haben über ihre bisherigen Lebensverhältniſſe dem Director Nachſtehendes mitgetheilt: 3
„K. J. Auguſt Stephan wurde geboren den 16. November 1813 in Bärdorf, Kreis Münſterberg, empfing ſeine Gymnaſial⸗Bildung auf dem Königlichen katholiſchen Gymnaſium zu Breslau, ſtudirte von 1830 bis 1834(die beiden letzten Jahre als Mitglied des Königl. philoſo⸗ phiſchen Seminars) auf der univerſität zu Breslau Philologie und erwarb ſich im Mai 1835 die facultas docendi.— Die damals für Pädagogen günſtigeren Ausſichten im Königreiche Polen und eine ihm angebotene Hauslehrerſtelle in der Nähe Warſchau's bewogen ihn im Auguſt 1835, ſich in genanntes Land zu begeben, woſelbſt er im Jahre 1837 und im Auftrage der K. K. ruſſ. Regierung ſein Hauslehrer⸗Amt mit dem eines Gymnaſial⸗Lehrers am K. K. Gymnaſium zu Kielce, im Gouvernement gleichen Namens, vertauſchte. Doch nur 3 Jahre war es ihm vergönnt, daſelbſt zu verbleiben; vermeintlicher politiſcher Umtriebe halber wurde das Gymnaſium im Jahre 1840 geſchloſſen und der oben Genannte an das K.K. Gymnaſium zu Lomza, im Gouvernement Auguſtowo verſetzt. In dieſer Stellung verweilte er abermals 3 Jahre und kehrte, von Sehn⸗ ſucht nach dem ihm in der Ferne mit jedem Jahre theurer gewordenen Vaterlande getrieben, im Auguſt 1843 nach Preußen zurück, um eine Collaboratur am Königlichen katholiſchen Gymnaſium in Leobſchütz zu übernehmen. Von dort wurde er im October 1844 an das Königl. katholiſche Gymnaſtum in Breslau verſetzt und am 24. November deſſelben Jahres als Gymnaſial⸗Lehrer vereidet.“ 3.
„Franz Idzikowski iſt den 27. April 1817 in Paruſchowit, einem Hüttenwerke bei Rybnik in Oberſchleſien geboren. Er empfing ſeine erſte Schulbildung in der Rybniker Stadtſchule, dann in der Hüttenſchule zu Paruſchowitz. Mit 11 Jahren in die Quarta des Gleiwitzer Gymna⸗ ſiums aufgenommen, beſuchte er dieſe Anſtalt bis zum Jahre 1834 und verließ ſie mit dem Zeug⸗ niß Nro. 1. Nachdem er hierauf das Quadriennium auf der Breslauer Univerſität vollendet hatte, wurde er im Herbſt 1838 Hauslehrer bei dem Grafen Schaffgotſch auf Maiwaldau und blieb in dieſer Stellung bis zum 1. Juli 1842. Nach Breslau zurück gekehrt machte er das Examen pro facultate docendi den 10. Februar 1843 und wurde ſofort in das Königl. pädagogiſche Seminar für gelehrte Schulen aufgenommen. Als Mitglied deſſelben war er ſowohl am Matthias⸗Gymnaſium, als auch am Magdaleneum und dem Friedrichs⸗Gymnaſium bis zu ſeiner Anſtellung als ordent⸗ licher Lehrer beſchäftigt.“


