21— einzufuͤhren angefangen, der damalige Signator und jetzige Kapellmeiſter Bernhard Hahn gekommen war, ſo beſtand beim Beginn des dritten Decenniums, womit wir dieſe Ge⸗ ſchichte ſchließen, das Lehrerperſonal aus dem Rector Koͤhler, den Profeſſoren und Leh⸗ rern Hausdorf, Helbig, Ullrich, Hielſcher, Faulhaber, Zahn und dem Verfaſſer dieſer Zeilen, welcher Kleins Nachfolger geworden war; die mathematiſche, durch Wiechotas Tod erle⸗ digte Stelle wurde erſt 1822 durch Berufung des Lehrers Felix Prudlo aus Leobſchütz beſetzt. Die Hilfslehrer waren, mit Ausnahme des im Jahre 1834 verſtorbenen Kalter, bereits die heutigen.— Von entſcheidend wichtigem und guͤnſtigem Einfluſſe war uͤbrigens das Jahr 18 18⁄19 fuͤr das Gymnaſium. Durch die Einfuͤhrung eines Schulgeldes, welches im Herbſtprogramm jenes Jahres der Rector vorſichtig und ſchonend bei dem ungewohnten Publikum bevorwortete und das auf 5 und 10 Rthl. beſtimmt wurde ¹), waͤhrend fuͤr die aͤrmſten der alte Satz des Schul⸗ und Apparatsgeldes von 2 Rthlr. 20 Sgr. beſtehen blieb, wurde es moͤglich, die ſpaͤrlichen, nur wenig gegen fruͤher er⸗ hoͤhten Lehrergehalte anſehnlicher zu verbeſſern und den Grund zu einer Gymnaſialbiblio⸗ thek und zu wiſſenſchaftlichen Apparaten zu legen. Erſterer, deren Anfaͤnge in einer kleinen Zahl unbedeutender, oft noch defecter Werke beſtanden, welche der Profeſſor Jungnitz nach der Trennung des Gymnaſiums von der Univerſitaͤt jenem uͤberwieſen hatte, wurde, außer wiederholentlich außerordentlich angewieſenen groͤßeren Summen, ein Etatsquantum von 100 Rthl. ausgeſetzt, welches ſpaͤter verdoppelt worden. Bedeutende Schenkungen an dieſelbe machten der Rector Koͤhler und Profeſſor Jungnitz. Auch fuͤr eine Schuͤler⸗ Bibliothek wurde Sorge getragen, welche durch eingefuͤhrte Beitraͤge der Schuͤler ſchnell bedeutend anwuchs. Ihrer beider heutiger Beſtand ergiebt in den folgenden Schulnach⸗ richten der Nachweis uͤber die Lehrmittel. Auf gleiche Weiſe ward, mit einem jaͤhrlichen regelmaͤßigen Etatsquantum von 70 Rthl. und vielen außerordentlichen Bewilligungen, ein anſehnliches phyſikaliſches Kabinet gebildet. Jetzt nahmen auch die Sammlungen fuͤr den Zeichnen⸗ und Geſangunterricht ihren Anfang, die heut zu ſo anſehnlichem Um⸗ fange gediehen ſind. Nur fuͤr die Naturgeſchichte traten mit dem Abgange Kaluza's ſchlechtere Verhaͤltniſſe ein. Die ihm von der Schulbehoͤrde abgekauften Sammlungen wurden durch eben dieſelbe zum großen Theil wieder der Univerſitaͤt und dem Gymnaſium zu Gleiwitz uͤberlaſſen. Der hiergebliebene Reſt, wenigſtens der zoologiſche Theil, ging unter ſorgloſen Haͤnden faſt ganz zu Grunde. Die Gehalte der Lehrer mit Ausſchluß des Directors wurden im neuen Etat in einer Stufenfolge von 400 bis 700 Rthl. feſt⸗ geſtellt, wozu im Jahre 1829 eine Erhoͤhung der Zwiſchenſtufen kam. Das Jahr 1844 endlich brachte, durch die Munificenz der vaͤterlich ſorgenden hohen Behoͤrden, die letzten Gehaltserhoͤhungen, zugleich mit der Vermehrung ordentlicher Lehrerſtellen auf zwoͤlf. Blicken wir nun, indem wir die Schickſale der Anſtalt in den letzten 20 Jahren als aus den Programmen hinreichend bekannt vorausſetzen, auf die heutigen Verhaͤltniſſe
¹) Später iſt bekanntlich das Schulgeld auf 12 Rthlr. geſetzt worden, wovon einer Anzahl fleißiger und dürftiger Schüler ein Drittheil oder die Hälfte, einem Zehntheil aller Schüler auch das ganze er⸗ laſſen werden kann.


