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Der ſchulfreie Mittwoch iſt erſt 1836 mit zwei freien Nachmittagen vertauſcht worden. Wie endlich fuͤr die Bildung eines tuͤchtigen Lehrerſtandes durch das Edict wegen ein⸗ zufuͤhrender allgemeiner Pruͤfung der Schulamts⸗Candidaten vom 12. Juli 1810, das jedoch erſt vom 1. Januar 1813 an in Wirkſamkeit treten ſollte, vorgeſorgt worden war, ſo gab den Beſtrebungen des Gymnaſiums Norm und Richtung das Abi⸗ turienten⸗Pruͤfungs⸗Reglement vom 25. Juni 1812, das an die Stelle des veralteten vom 23. December 1788 mit ſtrengen Forderungen trat. Die erſte Pruͤfung nach dem⸗ ſelben wurde mit 3 Abiturienten am 23. October 1813 gehalten. Doch die Freiheitskriege hatten die Hallen der Muſen entvoͤlkert, ihre Zoͤglinge waren dem Rufe des Vaterlands gefolgt; die Frequenz war daher in dieſen Jahren ſehr herabgeſunken; denn waͤhrend ſie im Winter 18 1 ⁄13 noch 230 in allen Klaſſen betragen hatte, fiel ſie, nachdem der Koͤnigliche Aufruf ergangen, auf 165 herab. Nach dem Kriege hob ſie ſich raſch und betrug 18 11⁄15 ſchon 298, und in dieſem Wachsthum blieb ſie ein Decennium, ſo daß ſie endlich bis uͤber 700 Schuͤler ſich erhob, eine Zahl, welche das Gymnaſium in den Jah⸗ ren 1825— 27 aufzuweiſen hatte. In gleichem Maaße wuchs die Zahl der Abiturienten und wenn dieſe in den erſten 8 Jahren auch nur zuſammen 85 betrug, alſo durchſchnitt⸗ lich etwa 10 im Jahre, ſo waren 1823 ſchon 20, 1826 bereits 40 und im Jahre 1827 ſogar 56.
Das Lehrerperſonal, dem die Ausfuͤhrung der neuen Form des Unterrichts uͤber⸗ tragen war, erlitt allmaͤhlig manche Aenderungen. Zunaͤchſt trat, an die Stelle des nach Glaz abgehenden Profeſſors Aloys Bach, zu Oſtern Dr. Franz Nicolaus Klein, der ſeit 1820 als Director dem Gymnaſium zu Koblenz vorſteht, naͤchſt dem bereits genannten nun⸗ mehrigen Domkapitular Herrn Herber der einzige noch lebende der ordentlichen Lehrer aus dem 2. Decennium dieſes Jahrhunderts. Durch ihn wurde den Schuͤlern der obern Klaſſen das Gebiet der Alterthumswiſſenſchaft, wie der deutſchen Literaturgeſchichte eroͤffnet und der Eeſichtskreis bedeutend erweitert. An des, im Jahre 1815 verſtorbenen Poofeſſors Fiedler Stelle war der Exconventual von Gruͤſſau Gregor Hielſcher getreten, der am dortigen Kloſter⸗Gymnaſium bis zu deſſen Aufhebung gelehrt hatte. Er ſtarb bereits den 20. Februar 1821, nach Kabath auch Regens des Convicts. Als im Jahre 1818 der Pro⸗ feſſor Kabath zur Uebernahme des Directorats nach Glaz, Kaluza als Pfarrer nach Naſſidel bei Leobſchuͤtz abgegangen waren, traten an ihre Stellen der zeitherige Lehrer Franz Ullrich von Leobſchüͤtz und der Rector der Stadtſchule zu Beuthen in Oberſchleſien Emanuel Faulhaber. Der letztere, welcher mit großem Eifer die uͤberfüllten untern Klaſſen unterrichtete, ſtarb den 27. Mai 1827, der erſtere, ein ſorgſamer Lehrer der klaſſiſchen Sprachen, auch noch unter ſeinen jahrenlangen Koͤrperleiden, unterlag dieſen den 19. Au⸗ guſt 1833. Da nun der Religionslehrer Herber 1819 ganz an die Univerſitaͤt als Pro⸗ feſſor der Theologie uͤberging und der nunmehrige Erzprieſter Joſeph Zahn dafuͤr eintrat, an die Stelle des verſtorbenen Zeichnenlehrers Palsner 1812 zwei Lehrer, Joſeph Kalter und der heut noch beſchaͤftigte, nunmehrige Koͤnigliche Profeſſor Joſeph Schall, an des 1818 nach Reinerz abgegangenen Schreiblehrers Fritſch der derzeitige, Schulrector Haucke, endlich an des Kapellmeiſters Joſeph Schnabel Stelle, der 1814 den Geſangunterricht


