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fuͤr die gelehrten Schulen abgezweigt wurde. In der Zwiſchenzeit vom 20. Maͤrz 1820 bis 13. Maͤrz 1825, wo die hieſigen Gymnaſien dem Conſiſtorium entzogen und unter die Leitung des außerordentlichen Bevollmaͤchtigten an der Univerſitaͤt geſtellt waren, blieb er auch dieſem als Rath beigeordnet. Die Erweiterung der Univerſitaͤt machte es ferner unmoͤglich, die Haͤlfte des Lokals dem Gymnaſium zu uͤberlaſſen. Es mußte, das aͤltere der juͤngern Schweſter, weichenz auch das Convict⸗Gebaͤude zu St. Joſeph ward eingezogen und der Univerſitaͤt uͤbergeben. Fuͤr beide Verluſte wurde dem Gymnaſium das, durch die Saͤkulariſation leer gewordene Gebaͤude der Kreuzherrn mit dem rothen Stern auf der Schuhbruͤcke eingeraͤumt. Statt der Aula Leopoldina, worin es ſeinen Gottesdienſt gehalten, benuͤtzte es noch die ehemalige, ihrem Gebrauche nun wieder ge⸗ widmete und reſtaurirte Univerſitaͤtskirche, nachdem dieſe Jahre lang zum Heu⸗ und Strohmagazin gedient hatte. Erſt 1819 wurde dieſelbe zur Pfarrkirche der Mathiasgemeinde beſtimmt und deren bisherige, mit dem Gymnaſium zuſammenhaͤngende Kirche dieſem uͤber⸗ geben, freilich mit der Beſtimmung, auch zu einem Simultan⸗Gottesdienſte fuͤr die Univerſi⸗ taͤt zu dienen, der jedoch bisher nicht eingerichtet worden iſt. Erſt ſpaͤt gelangte uͤbrigens das Gymnaſium und Convict zum Beſitz des ganzen Hauſes, wie denn die Saͤculariſa⸗ tions⸗Commiſſion lange ihren Sitz darin gehabt, auch zu andern Zwecken waͤhrend der Kriegeszeit mehrfach Lokalien hatten eingeraͤumt werden muͤſſen. Ja noch heut hat die Koͤnigl. Kunſt⸗, Bau⸗ und Handwerksſchule einen Saal und Nebengelaß inne, den das Gymnaſium, bei der in Ausſicht ſtehenden Erwerbung eines eignen Hauſes fuͤr dieſe An⸗ ſtalt, endlich zuruͤckzuerhalten hoffen darf. Bei aller Großartigkeit des Stifts⸗Gebaͤudes mußte uͤbrigens gleichwohl die Angemeſſenheit zum Schulzwecke, fuͤr den es nicht errichtet war, um ſo mehr vermißt werden, als Uebereilung und Koſtenerſparniß bei der erſten An⸗ lage manches verdarb, was kaum mehr gut zu machen ſein moͤchte. Einen Pruͤfungsſaal groͤßern Umfangs erhielt die Anſtalt erſt 1822 ausgebaut, der der heutigen Frequenz der Anſtalt gleichwohl bei weitem nicht entſpricht.
Die Verfaſſung, welche der Studienplan von 1801 dem Gymnaſium gegeben hatte, ward nun wieder geaͤndert. Die Richtung auf den Realismus ward beſeitigt; aus dem Stundenplan verſchwand die Technologie in den untern Klaſſen, die polniſche Sprache, die Logik und Encyelopaͤdie aus den obern Klaſſen, die beſondern Stunden fuͤr Decla⸗ mationsuͤbungen durch alle Klaſſen. Dagegen wurde die Richtung auf das humaniſtiſche Princip entſchieden hevorgehoben, die griechiſche Sprache ſchon in der dritten Klaſſe nach alter Zaͤhlung(Quarta) angefangen, die ſprachlichen Studien uͤberhaupt gruͤndlicher auf⸗ gefaßt, deutſchen Uebungen und der Kenntniß der deutſchen Literaturgeſchichte in den obern Klaſſen der Raum gewaͤhrt, der ſonſt der Theorie der Dicht⸗ und Redekunſt zugeſtan⸗ den war. Die Mathematik und Geſchichte wurde in weiterer Ausdehnung gelehrt, Geo⸗
metrie in Quarta ſchon begonnen, der hebraͤiſche Unterricht fuͤr die obern Klaſſen einge⸗
fuͤhrt. Bald trat auch der Geſangunterricht unter die ordentlichen Lehrfaͤcher des Gym⸗ naſiums. Die Ferien erlitten, wenigſtens im Herbſte, eine Beſchraͤnkung und wurden auf die Zeit feſtgeſetzt vom Montag nach dem 15. Auguſt bis zum Montag vor Michaelis. 3 †


