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Hausdorf 1828 als Schulprogramm erſchienen iſt. Daſſelbe befand ſich in dem Hauſe am Ende der Schmiedebruͤcke, zu welchem am 6. Mai 1634¹) der Grund gelegt wor⸗ den war, und ſtand, wie vorher und noch heut, unter zwei Vorſtehern aus der Zahl der Profeſſoren, deren einer der Regens, der andere der Proregens hieß. Der letzte Regens in dieſer Periode und in dem eignen Hauſe war der mehrgenannte Canzler A. Steiner.
Sechſte Periode, die neuere Zeit ſeit 1811.
Es kann nicht unſere Abſicht ſein, die Geſchichte des Gymnaſiums auch durch die letzten drei Decennien zu verfolgen. Seit dem Jahre 1824 haben die Gymnaſien mittelſt ihrer Programme eine fortlaufende Geſchichte ihrer ſelbſt oder doch das Mate⸗ rial dazu gegeben, und ſchon ſeit 1811 ſind die katholiſchen Gymnaſien Schleſiens mit den uͤbrigen Anſtalten unſers Vaterlandes unter gleiche Fuͤhrer und hoͤchſte Verwaltungs⸗ Behoͤrden geſtellt und gleichen Anordnungen unterworfen worden. Es kann daher nur dieſes Uebergangs noch gedacht und der Gang dieſer Umwandlung angedeutet werden.— Von dem eingreifendſten Einfluſſe auf unſer Gymnaſium war die Regeneration unſerer ganzen Verfaſſung und Verwaltung ſeit dem ſchweren Sturze, den unſer Vaterland 1806 gethan hatte, von einem um ſo tiefer greifenden Einfluſſe, als die Weisheit des Koͤnigs die Wiedergeburt des preußiſchen Staates durch die geiſtige Erhebung deſſelben hauptſaͤchlich zu bewirken bemuͤht war. Es iſt daher mit Recht bewundert und geprieſen worden, daß der Staat unter dem harten Drucke der Bedingungen, welche ein uͤbermuͤthiger Sieger aufgelegt hatte, dennoch 1810 in der Hauptſtadt eine Univerſitaͤt gruͤndete. Aus gleicher Quelle entſprang die Maßregel, die Breslauer Leopoldina durch die Vereinigung mit der Frankfurter Viadrina zu ergaͤnzen und zu kraͤftigen. Dieſe Maßregel wirkte zunaͤchſt inſofern auf das Gymnaſium, daß ſie eine gaͤnzliche Trennung deſſelben, wie der uͤbrigen katholiſchen Gymnaſien Schleſiens, von der Univerſitaͤt herbeifuͤhrte, die auch fuͤr ihren Antheil an dem katholiſchen Schulfonds abgefunden wurde, ſo daß dieſer nun lediglich Gymnaſial⸗Fonds wurde und hieß, eine Trennung in der Verwaltungs⸗Form wie im Raͤumlichen. Indeß die Univerſitaͤt einen Curator erhielt, uͤbrigens unmittelbar unter das Koͤnigl. Miniſterium geſtellt wurde, traten die Gymnaſien unter die Leitung der Geiſt⸗ lichen⸗ und Schulen⸗Deputation, einer Behoͤrde, die durch die Verordnung vom 27. October 1810 bei der Regierung zu Breslau gebildet, und unter die Abtheilung fuͤr den Cultus und den oͤffentlichen Unterricht zu Berlin geſtellt wurde. Sckeyde trat bei derſelben mit dem Vortrag fuͤr katholiſche Gymnaſial⸗Angelegenheiten ein und blieb Mitglied, als ſie im Jahre 1815 den Namen des Koͤniglichen Conſiſtoriums erhielt, und als davon im Jahre 1826 das Koͤnigl. Provincial⸗Schul⸗Collegium als Behoͤrde
¹) Vergl auch H. Wuttke, Friedrichs des Großen Beſitzergreifung von Schleſten II. 438. ff Auffallend erſcheint es, daß nach Wuttkes Anführung die Leipziger Univerſitäts⸗Bibliothek eine Handſchrift von dem Convict ad S. Josephum zu Breslau beſttzt. 1


