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Leider mangeln alle Quellen uͤber die Frequenz des Gymnaſiums in jenem Zeit⸗ Abſchnitte mit Ausnahme des Jahres 180⁄%, aus welchem ein Verzeichniß der, beim Anfang des Schuljahrs inſcribirten Schuͤler vorhanden iſt. Nach ihm waren in der er⸗ ſten Klaſſe,(Sexta) 73, in der 2ten 63, in der Zten 50, in der 4ten 32, in der 5ten 22, in der 6ten 19 und 7 Hospitanten, zuſammen 266. Dieſe Zahl iſt aber kaum als Durchſchnittszahl dieſer Periode zu betrachten, da die traurige Lage des Staats nach dem vorausgegangenen unheilvollen Kriege auf die Herabdruͤckung der Frequenz ſicher wird eingewirkt haben.
Eine beſondere Bibliothek hatte das Gymnaſium ſeit der Gruͤndung der Univer⸗ ſitaͤt nicht beſeſſen, ſondern dieſelbe war beiden Inſtituten gemeinſchaftlich, uͤbrigens we⸗ der reich an Baͤnden noch beſonders gewaͤhlt. Fuͤr das nach dem neuen Studienplane gegruͤndete Inſtitut der Candidaten war eine Handbibliothek angelegt worden, welche die noͤthigſten Lehrbuͤcher und eine Sammlung gewoͤhnlicher, meiſt Nuͤrnberger Ausgaben der Klaſſiker enthielt. Auf Anſchaffung von Apparaten nimmt das Schul⸗Reglement von 1774 zuerſt Bedacht, indem es III.§ 53. die Anlegung einer verhaͤltnißmaͤßigen Sammlung von Naturalien und Experimentir⸗Inſtrumenten anordnet. Desgleichen verlangt der Studienplan von 1801, Section II.§. 57. die Beſchaffung von phyſikaliſchen und geometriſchen Inſtrumenten, Modellen und Naturalien, und es wird daher das Holzgeld von 20 Sgr. auf einen Reichsthaler erhoͤht, um aus die⸗ ſem Ueberſchuſſe eine Summe fuͤr Apparate zu gewinnen. Freilich waren die Sammlun⸗ gen der Geringfaͤhigkeit der Mittel und den maͤßigen Anſpruͤchen angemeſſen, welche da⸗ mals in den Realien gemacht wurden. Nur fuͤr die Naturgeſchichte begann der Pro⸗ feſſor Kaluza mit großem Eifer Sammlungen in allen Reichen anzulegen, vorzuͤglich in der Mineralogie. Eine lebendigere und freiere Regſamkeit veranlaßte einige der Lehrer dieſes letzten Abſchnittes zur Abfaſſung eigener Schulbuͤcher fuͤr ihre Lehrfaͤcher, und be⸗ ſonders ging Wiechota hierin voran, der fuͤr das geſammte Gebiet des mathematiſchen Unterrichts auf dem Gymnaſium Lehrbuͤcher ausarbeitete ¹). Helbig folgte, als er den franzoͤſiſchen Sprach⸗Unterricht uͤbernommen, mit einem franzoͤſiſchen Leſebuche, das er in der 4. Auflage ganz umarbeitete, und mit einem Lehrbuch der Geographie. Kaluza's naturhiſtoriſche Schulſchrifften, obwohl in dieſem Abſchnitte vorbereitet, erſchienen doch erſt im zweiten Decennium. Fritſch ſchrieb auf Veranlaſſung der Schuldirection einen Leitfaden, die wahren Grundſäͤtze der deutſchen Rechtſchreibekunſt, freilich ohne auf dem hiſtoriſchen Grunde zu ſtehen, den die neuere Sprachforſchung erſt füͤr dergleichen Unter⸗ ſuchungen gelegt hat. 5
Des mit dem Gymnaſium verbundenen Convictoriums, welches Freiſtellen fuͤr Studirende der Univerſitaͤt und des Gymnaſiums umfaßte, und eine Anzahl Penſionaͤre aus den Kindern der hoͤhern Staͤnde aufzunehmen pflegte, iſt nicht beſonders gedacht worden, da eine beſondere Geſchichte deſſelben, verfaßt von ſeinem damaligen Vorſteher
1) Die Arithmetik in 4 Curſen, die Geometrie mit Stereometrie und Trigonometrie in 3 Curſen; ſämmt⸗ lich in mehreren Auflagen erſchienen; auch eine Anleitung mit römiſchen Ziffern zu rechnen. Breslau 1806.


