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2. Abth. (1845)
Entstehung
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derſelben im Vergleich mit dem Zuſtande vor 70 Jahren, womit wir dieſe zweite Abthei⸗ lung der Geſchichte begonnen haben: welche Unterſchiede treten da hervor! Damals bei etwa 300 Schuͤlern 5 Klaſſen mit eben ſo vielen Klaſſenlehrern, und taͤglichen 4 Unter⸗ richtsſtunden in nur 5 Schultagen woͤchentlich, alſo mit 100 Stunden woͤchentlich. Heut bei faſt 600 Schuͤlern, 12 Klaſſen mit 12 ordentlichen, zwei außerordentlichen, drei techniſchen Huͤlfslehrern, drei Collaboratoren und wochentlichen 347 Lehrſtunden! Damals keine Apparate, keine Schulbibliothek, nur fuͤr die Lehrer Mitbenutzung der an Zahl und Gehalt wenig betraͤchtlichen Univerſitaͤts⸗Bibliothek; heut eine Bibliothek fuͤr Lehrer und Lernende von 11000 Baͤnden, ein reiches mathematiſch⸗phyſikaliſches, ein nicht unbedeutendes naturhiſtoriſches Cabinet, Kartenſammlung, mehr als tauſend Vor⸗ zeichnungen, ein reicher Vorrath der gediegenſten Geſangwerke. Damals fuͤr die Lehrer, ausſchließlich der doch nur mit 50 Rthl. abgegoltenen Naturalverpflegung, eine Summe von etwa 700 Rthl. auf Gehalte; heut ein etatsmaͤßiger Bedarf von 8725 Rthl. zu gleichem Zwecke und noch 520 Rthl. auf Apparate! Der, ſeiner fruͤhern fremdartigen Zahlungen ſeit der Erſcheinung des neuen Schul⸗ Reglements von 1800 wieder entlaſtete, und von der Koͤnigl. Provinzialbehoͤrde mit der gewiſſenhafteſten Sorgfalt verwaltete und vermehrte katholiſche Haupt⸗Gymnaſial⸗Fonds traͤgt dazu die Summe von 5400 Rthl. bei, ſo daß aus den Schulgeldern fuͤr alle Beduͤrfniſſe des Gymnaſiums noch an 5000 Rthlr. aufgebracht werden muͤſſen und ſo auf jeden Schuͤler durchſchnittlich jaͤhrlich etwas uͤber 8 Rthl. kommen, waͤhrend ſie fruͤ⸗ her, bis auf das Holz⸗ und Apparatsgeld, unentgeldlich unterrichtet wurden. Wenn aber dieſes freilich manchem ſchwer fallende, aber in Vergleich mit andern Anſtalten immer noch maͤßige Schulgeld auch heut noch oft vielfachem Tadel unterliegt: ſo moͤgen dieſe Tadler, ſonſt wohlmeinende Jugendfreunde, erwaͤgen, daß ohne jenes Schulgeld es un⸗ moͤglich geweſen waͤre, den eben geſchilderten Zuſtand des Gymnaſiums herbeizufuͤhren. Sie moͤgen bedenken, daß durch die Vortheile, welche ein reicher Vorrath zweckmaͤßiger Lehrmittel und die Berufung eines Lehrercollegiums gewaͤhrt, das durch ſeine Zahl die Maſſe der Schuler und der Arbeit gruͤndlich zu bewaͤltigen vermag und das in einer ſorgenfreieren, in ſocialer Beziehung wuͤrdigeren Stellung die dem Amte erſprießliche Ruhe und Zufriedenheit des Gemuͤths gefunden hat, das Geldopfer, ſo ſchwer es manchem Einzelnen fallen mag, vielfaͤltig aufgewogen wird. Dann werden auch dieſe ſich mit uns in den Gefuͤhlen der dankbarſten Anerkennung gegen die eben ſo weiſe, als wohlwollende Fuͤrſorge der Unterrichtsbehoͤrden der Provinz und im Centrum des Staates fuͤr das Ge⸗ deihen der hoͤhern katholiſchen Lehranſtalten vereinen!