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2. Abth. (1845)
Entstehung
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lichen Wink, der auch heut noch der Beachtung werth ſein duͤrfte. Vieles hat ſich freilich praktiſch nicht bewaͤhrt und ſeine Ausſcheidung zur Nothwendigkeit gemacht, wie die Tech⸗ nologie, in der jeder Handwerkslehrling den Profeſſor uͤberſah, die gemeinnuͤtzigen Kennt⸗ niſſe, die Verfaſſungskunde, die Verſtandesubungen, oder es hat ſich die Verſchmelzung mit andern Faͤchern gefallen laſſen muͤſſen. Indeſſen iſt manches ſpaͤter Verworfene in der neueſten Zeit wieder zu Ehren gekommen, wie die Logik und Pſychologie und ſelbſt die Encyclopaͤdie, die heut in den hodegetiſchen Vortraͤgen fuͤr Abiturienten eine Stelle findet. War die polniſche Sprache doch auch ſchon nahe daran, wieder in den Stunden⸗ plan des Gymnaſiums einzuruͤcken.

Die Verſetzung, in der Regel jaͤhrlich, ohne die Moͤglichkeit fuͤr den ausgezeich⸗ neten Kopf, den angeſtrengteſten Fleiß, das Ziel fruͤher zu erreichen, ganz auszuſchließen, ſoll von einer, in Gegenwart des Rectors, von dem jedesmaligen Lehrer abzuhal⸗ tenden muͤndlichen und ſchriftlichen Pruͤfung abhaͤngen, die am ſtrengſten fuͤr die zur Univerſitaͤt abgehenden ſein ſoll. Eine beſondere Abiturienten⸗Pruͤfung findet jetzt ſo wenig als fruͤher ſtatt. Das Gymnaſium genießt das Vertrauen, nach eigenem Ermeſſen die Reife ſeiner Zoͤglinge fuͤr die Univerſitaͤt zu beſtimmen. Eine beſondere Aufmerkſam⸗ keit wendet der Studienplan auf die ſittliche Leitung und Beaufſichtigung der Schuͤler auch in ihren Wohnungen, und ſie wurde als ein Haupttheil des neugeſchaffenen Amtes des Religionslehres bezeichnet. Seine Beſtimmung, die Foͤrderung der Moralitaͤt und Religioͤſitaͤt aller Schuͤler, ſoll er durch einen zweckmaͤßigen, den Beduͤrfniſſen und Faͤhigkeiten der Schuͤler angemeſſenen Religionsunterricht, durch eine erbauliche Ein⸗ richtung des, fuͤr den Standpunkt der Jugend berechneten Gottesdienſtes, und durch ſitt⸗ liche Einwirkungen mittelſt Aufſicht, Leitung und Ermahnung zu bewerkſtelligen bemuͤht ſein. Eine Sammlung von Schulgeſetzen erſchien gleichzeitig, welche eben ſowohl die Benuͤtzung des Unterrichts als das ſittliche Leben zu regeln ſuchten. Nicht unintereſſant iſt es, daß, wie ſowohl die Jeſuiten in ihrer Ratio studiorum humaniorum, als auch das Schulreglement von 1774 eine große Milde in den Schulſtrafen anordneten, erſtere wenigſtens in der Theorie alles auf den Ehrtrieb gruͤndeten, wenn auch in der Praxis Zuͤchtigungen haͤufig waren ¹), letzteres III.§ 19. ſchaͤrfere Strafe nur dem Rector vorbehielt, ſo auch der neue Studienplan in gleichem Geiſte verfugt, ja koͤrperliche Stra⸗ fen nach§ 11. gaͤnzlich abgeſchafft wiſſen will, wie er denn vorſchreibt, jedes groͤßere Vergehen der Schul⸗Direction zur Unterſuchung und Beſtrafung anzuzeigen.

Die bedeutend geſteigerten Forderungen an die Lehrer machten auch eine Erhoͤ⸗ hung ihres Einkommens als einen billigen Erſatz nothwendig. Die gemeinſchaftliche Verpflegung, welche bisher die geiſtlichen Lehrer genoſſen hatten, mußte ohnehin weg⸗ fallen bei Lehrern weltlichen Standes und ſie bekamen dafuͤr eine, freilich ſehr geringe Entſchaͤdigung von 50 Rthl. Den geiſtlichen Lehrern aber ward der Austritt aus der gemeinſchaftlichen Oeconomie zwar nicht gradezu verwehrt, aber doch erſchwert. Die Gehalte ſtiegen von 212 bis 292 Rthl. Der Rector als ſolcher hatte eine Zulage von

1) Vergl. das Programm des Rector Köhler von 1822. S. 10. u. ff.