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2. Abth. (1845)
Entstehung
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ſeinem kuͤnftigen Stande angemeſſen waͤre. Demgemaͤß nimmt der Studienplan ausdruͤck⸗ lich Ruͤckſicht auf die Mittheilung gemeinnuͤtziger Realkenntniſſe auf dem Gymnaſium und ſtellt die Erwerbung derſelben entſchieden als den einen Zweck des Gymnaſiums neben den andern, die Vorbereitung fuͤr die Univerſitaͤt. Die untern beiden Klaſſen werden daher fuͤr die Buͤrger⸗ die obern vier fuͤr die Gelehrtenſchule erklaͤrt. Daher ſind Lehrgegenſtaͤnde der Buͤrgerſchule außer Religion und Moral die deutſche Sprache(nach Wismayr) und Orthographie, Schoͤnſchreiben, Verſtandes⸗, Gedaͤchtniß⸗ und Declamationsuͤbungen, Geo⸗ graphie, Voͤlkerkunde, Geſchichte der neuſten Zeit und ſchleſiſche Geſchichte, Kenntniß der preußiſchen Staatsverfaſſung, Naturgeſchichte, Naturlehre, populaͤre Technologie, Rech⸗ nenkunſt, in der zweiten Klaſſe(von unten gezaͤhlt) auch allgemeine Weltgeſchichte, prak⸗ tiſche Geometrie, deutſche Aufſaͤtze fuͤr das buͤrgerliche Leben, und endlich Latein, nach Esmarch's Speccius. Die obern vier Klaſſen ſetzen von dieſen Lehrgegenſtaͤnden fort den Unterricht in Religion und Moral, in Declamation und Geſchmacksbildung, in Geogra⸗ phie(in der 6. Klaſſe alte Geographie), in der allgemeinen Weltgeſchichte, wozu in der dritten und vierten Klaſſe noch griechiſche und roͤmiſche ſpeciell hinzukommt; in ſyſtemati⸗ ſcher Naturgeſchichte bis in die 4. Klaſſe, in Mathematik und Experimentalphyſik, endlich im Latein, dem 8 Stunden woͤchentlich beſtimmt werden und worin die Lectuͤre der Klaſſiker in der 4. Klaſſe mit Eutrop, Nepos, Caesar, Curtius, Phaedrus beginnt und in den obern beiden zu Cicero, Tacitus, Sallust, Virgil, Horaz, Ovid, Martial fortſchreitet, woran ſich in den obern drei Klaſſen Stiluͤbungen anſchließen. Neu treten zu dieſen Gegenſtaͤnden in der dritten Klaſſe das Griechiſche, Franzoͤſiſche, deutſche Stil⸗ uͤbungen, die in den obern beiden Klaſſen in den Unterricht in Rhetorik und Poetik uͤber⸗ gehen; in der 5. und 6. Klaſſe endlich polniſche Sprache, Erfahrungsſeelenlehre und Logik, gemeinnuͤtzige, vorzuͤglich anthropologiſche Vernunfterkenntniſſe und Aeſthetik, My⸗ thologie bei Leſung des Ovid, roͤmiſche Alterthuͤmer bei Leſung des Salluſt.

Dieſe Erweiterungen des Unterrichts machten die Vermehrung der Lehrkraͤfte noth⸗ wendig. Das Gymnaſium erhielt daher, außer dem Rector, der, wie fruͤher, keinen Un⸗ terricht ertheilte, und dem Religionslehrer, 6 Lehrer, zu welchen noch ein Zeichnenlehrer trat, der aus dem Zeichnengelde, das die Schuͤler zahlten, beſoldet wurde. Durch das Hinzutreten dieſes Zeichnengeldes zu dem Holz⸗ und Apparatsgelde ſtieg die Zahlung der Schuͤler auf 2 Rthlr. 20 Sgr. jäͤhrlich, die jedoch nicht wenigen zur Haͤlfte, den aͤrm⸗ ſten auch ganz erlaſſen wurde.*

Der Studienplan begnuͤgt ſich uͤbrigens nicht mit der Angabe des Lehrſtoffs und ſeiner Vertheilung in die Klaſſen, ſondern rechtfertigt die getroffene Wahl mit den Gruͤn⸗ den, welche der damalige Standpunkt der Paͤdagogik dafuͤr an die Hand gab. Viele Anordnungen ergaben ſich mit Nothwendigkeit aus dem Grundgedanken, dem freilich die Billigung verſagt werden muß, die untern beiden Klaſſen als Buͤrgerſchule zu behandeln und dort wieder aus dem Grundſatze, den Realunterricht zunaͤchſt auf die wirklichen ge⸗ genwaͤrtigen Verhaͤltniſſe zu beziehen und daher von der Geographie der Umgebung und der Geſchichte der naͤchſten Zeit und des beſondern Vaterlandes zu beginnen. Uebrigens ertheilt die 3. Section des Studienplans uͤber die zu befolgende Methodik manchen treff⸗