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den geſammten Unterricht, ſondern auch die Beſetzung der Lehrerſtellen zugewieſen, wobei jedoch dem Landesbiſchof ſeine Aufſichtsrechte uͤber die Lehrer als Prieſter und über die Religions⸗ und theologiſchen Lehrſtunden geſichert bleiben ſollten.
Aus dem obgedachten Studium privatum paedagogices der Jeſuiten wurde nun ein Seminar von 12 Candidaten gebildet. Junge Maͤnner von Talent, Liebe zu den Wiſſenſchaften und Sittenreinheit, und mit Lehrgaben ausgeruͤſtet, die ſchon Magistri philosophiae waͤren, ſollten vom Director einer Commiſſion, beſtehend aus dem Canzler, den beiden Decanen und dem Schulpraͤfecten, unter dem Vorſitz des Univerſitaͤts⸗Rectors zur Pruͤfung praͤſentirt werden, die in der deutſchen, lateiniſchen und griechiſchen Gram⸗ matik, in Geographie und Geſchichte, in Philoſophie und Mathematik vorgenommen werden ſollte, ſich auch auf die Theologie erſtrecken koͤnnte, wenn der Candidat ſie ſchon ſtudirt haͤtte. Der beſtandene und aufgenommene Candidat verpflichtete ſich eidlich, außer zum fleißigen Fortſtudiren und zur Fuͤgſamkeit in die haͤusliche Disciplin, auch zum le⸗ benslangen Lehrgeſchaͤft und erhielt nun, außer freier Verpflegung, auch ein kleines Gehalt. Die Studien, denen er, außer der eigentlichen Paͤdagogik, obzuliegen hatte, waren die⸗ ſelben, in denen er bereits zum Eintritte gepruͤft worden, mit Einſchluß der geſammten Theologie, doch iſt weiſe verordnet, daß, ohne gaͤnzliche Vernachlaͤſſigung der uͤbrigen Faͤcher, es einzelnen Candidaten geſtattet ſein ſolle, nach Maßgabe beſondern Talents und hervortretender Neigung, ſich auf einzelne Faͤcher vorzugsweiſe zu legen, aber auch die Verpflichtung ausgeſprochen, ſich vom Director ein beſonderes Fachſtudium auflegen zu laſſen. Viertelaͤhrliche groͤßere Arbeiten und jaͤhrliche ſtrenge Pruͤfungen ſollten den Er⸗ folg der Studien ausweiſen. Dagegen iſt zwar fuͤr theoretiſchen Unterricht in der Paͤda⸗ gogik, nicht aber fuͤr praktiſche Uebungen und Lehrverſuche Fuͤrſorge getragen. Vor der Anſtellung, welche nach Praͤſentation des Directors durch den Koͤniglichen Commiſſarius erfolgt, ſollte eine Pruͤfung in den oben genannten Schulwiſſenſchaften und der Paͤdagogik ſtattfinden, und einige Probelectionen gehalten werden.
Da das Gymnaſium zu Breslau mit der Univerſitaͤt verbunden blieb, ſo erhielt daſſelbe keinen beſondern Rector, wie ihn die andern Collegien beſaßen, indem ſeine Stelle an dieſem der Univerſitaͤts⸗Rector mit verſah. Waͤhrend dagegen an den andern Colle⸗ gien zu dieſem Amte eines Rectors, dem bisher faſt nur die Sorge fur die leiblichen Beduͤrfniſſe und die wirthſchaftliche Verpflegung des Lehrer⸗Collegiums obgelegen hatte, noch das des Praefectus scholarum hinzugefuͤgt wurde, welchem die Aufſicht und Lei⸗ tung der Lehrer und Schuͤler und die nächſte Sorge fuͤr das geſammte Unterrichtsgeſchaͤft der Anſtalt uͤbertragen war: behielt das hieſige Gymnaſium eben deßhalb ſeinen beſondern Praefectus scholarum, dem zugleich auch die Aufſicht uͤber die Bibliothek uͤbertragen wurde und der, wie die Rectoren der uͤbrigen Collegien, ſowohl uͤber Eifer und Geſchick der Lehrer, als uͤber Fleiß und Fuͤhrung der Schuͤler genaue Nachweiſe zu fuͤhren hatte. uUnterricht ertheilte derſelbe jedoch nicht, nur war er in Erkrankungsfaͤllen der Lehrer, wenn dieſe nicht lange anhielten, zur Uebernahme der ausfallenden Stunden verpflichtet; dagegen ſollte ihm die Entwerfung des Lehrplanes und die Sorge fur deſſen genaue Ausfuͤhrung, der haͤufige Beſuch der Lectionen, die Pruͤfung der zu bearbeitenden Themata,


