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die Abhaltung halbjaͤhrlicher Pruͤfungen und, in Folge des Ergebniſſes derſelben, die Ver⸗ ſetzung der Schuͤler und die Beaufſichtigung derſelben außer dem Hauſe obliegen, wie ihm allein zuſtehen, groͤßere Strafen zu verhaͤngen oder gar die Verweiſung zu verfuͤgen.
Dieß iſt die Verfaſſung, welche den ehemaligen Jeſuiten⸗Gymnaſien uͤberhaupt und dem hieſigen insbeſondere, nach Aufhebung des Ordens, gegeben wurde und die ohne erhebliche Veraͤnderungen bis zum Erlaß des neuen Schul⸗Reglements vom 26. Juli 1800 fortbeſtanden hat.
Da im Ganzen die vorgenommenen Umgeſtaltungen ſo geringfuͤgig waren und die geiſtliche Corporation der Prieſter des Koͤnigl. Schuleninſtituts dem aufgehobenen Orden, deſſen Haͤuſer ſie bewohnten und deſſen Guͤter ſie beſaßen, ungeachtet der Able⸗ gung des Ordenskleides glich, ſo iſt es nicht zu verwundern, daß die Menge in ihnen noch immer, nach der verſchiedenen Sinnesart, theils mit Freude, theils mit Mißtrauen und Unwillen, die fruͤhern Jeſuiten zu erkennen meinte. Und beſonders trug, nach dem Bruchſtuͤck eines handſchriftlichen Aufſatzes in meinem Beſitze, der von einem der letzten Exjeſuiten, dem langjaͤhrigen Rector und nachherigen Domſtifts⸗Capitular Dr. Johann Kohler herruͤhrt, dazu der oben erwaͤhnte Candidaten⸗Eid bei, welcher auch dahin lautete, daß der Schwörende in allen Dingen, welche auf die Schulanſtalten und die ſowohl oͤffentliche als haͤusliche Disciplin einigen Bezug haben, den jedesmaligen Vorſtehern des Schul⸗ und Hausweſens einen billigen Gehorſam leiſten wollez ſo daß der Director, dem der Argwohn zu Ohren gekom⸗ men, als wollte man den ehemaligen Jeſuiten⸗Gehorſam reſerviren, es vorzog, den Eid, den er nicht foͤrmlich abſchaffen konnte, doch nicht mehr zu fordern.
Wenn wir nun nach den Perſonen fragen, welche die, durch die genannten beiden Reglements von 1774 und 1776 geſchaffenen Aemter uͤbernommen haben, ſo haben wir daruͤber Nachſtehendes zu berichten. Die Univerſitaͤts⸗Matrikel weiſet erſt in dem Jahre 1777 den Eintritt der neuen Maßregeln nach, deren Ausfuͤhrung waͤhrend der fortdau⸗ ernden Verhandlungen ſcheint ausgeſetzt geblieben zu ſein.
Wie bereits oben erwaͤhnt worden, wurde der Profeſſor Anton Zeplichal Schu⸗ len⸗Director, und er hat dieſen Poſten als der einzige durch die ganze Periode bis zum Eintritt der neuen Schulreform verwaltet. Rector der Univerſitaͤt, alſo, nach Obigem, zugleich auch des Gymnaſiums, war in jenem Anfangsjahre Heinrich Stolz; Canzler der Profeſſor des canoniſchen Rechts, David Krumbhorn; Praͤfect des Gym⸗ naſiums Joſeph Haberkorn von Habersfeld, Profeſſor der Oekonomie, eines Faches, das nach dem Reglement vom 11. December 1774 in das dritte Jahr des philoſophiſchen Lehrcurſus mit aufgenommen war.
Die Genannten bildeten, nach der Inſtruction vom 26. Auguſt 1776, unter ihrem Chef, dem oft erwaͤhnten Miniſter von Carmer die Koͤnigl. Schulen⸗Com⸗ miſſion, zu welcher noch als Decan der philoſophiſchen Facultaͤt der Profeſſor der Philoſophie Franz Javer Beinhauer, als Senior derſelben der Profeſſor der Mathematik Johann Schmidl, als Decan der theologiſchen Facultaͤt der Profeſſor Franz Geisler, als Senior der Profeſſor der Theologie Franz Meißner gehoͤrten. Durch den Abgang


