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2. Abth. (1845)
Entstehung
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durch Aushebung einzelner wichtiger Ereigniſſe in der erſten und einen kurzen Grundriß in der 2. Klaſſe gegeben worden war ¹). Andere Abweichungen mochte die Erfahrung als nothwendig gezeigt haben, wie den ſpaͤteren Beginn der lateiniſchen Lectuͤre, erſt in der zweiten, ſtatt in der erſten Klaſſe; der griechiſchen erſt in der dritten, ſtatt in der zweiten, und die Verſchiebung mancher klaſſiſchen Schriften fuͤr die Lectuͤre einer hoͤhern Stufe, als fuͤr welche ſie fruͤher beſtimmt geweſen. Ausgeſchloſſen vom Lehrplane blieben, wie bisher, die franzoͤſiſche und andere neuere Sprachen und die ſchoͤnen Kuͤnſte, außer der Poeſie. Die hebraͤiſche Sprache blieb den Theologen vorbehalten und wurde erſt in der oberſten oder theologiſchen Abtheilung gelehrt.

In der Methode wurde gleichfalls in mannigfacher Beziehung Neues angeordnet oder doch auf Abſtellung von Mißbraͤuchen und uͤbeln Gewohnheiten gedrungen, die ſich allmaͤhlig eingeſchlichen haͤtten. Dahin ward gerechnet das allzulange Verweilen beim Lernen der Regeln, ohne ſie an der Lectuͤre zu veranſchaulichen; was an ausgewaͤhlten Stellen ſelbſt ſchon in der erſten Klaſſe geſchehen ſolle; die Vernachlaͤſſigung des Inhalts der Klaſſiker fuͤr Geiſt und Gemuͤth uͤber der Betrachtung der Form; wogegen auch zur tiefern Einfuͤhrung in den Geiſt des roͤmiſchen Alterthums curſoriſche Lectuͤre empfohlen ward. Die Ueberſetzungen ins Latein ſollen erſt in der zweiten Klaſſe beginnen und die zu dictirenden Themata ſo gewaͤhlt werden, daß dem Schuͤler die Vocabeln aus der vor⸗ angegangenen Lectuͤre bekannt ſein muͤßten. In Beziehung auf das Memoriren ward vor jedem Uebermaße und davor gewarnt, daß nicht Unverſtandenes gelernt werden muͤſſe. Das Latein ſprechen ſollte doch ſchon! im zweiten halben Jahre der zweiten Klaſſe beginnen. Die Dicht⸗ und Redekunſt ſollte mehr durch Vorlegung und Aneignung guter Muſter und deren Zergliederung, als durch philoſoöphiſche Demonſtrationen oder, wie bisher, durch einen unermeßlichen Vorrathder ſogenannten locorum rhetoricorum, Tropen, Figuren und Schematum gelehrt, auch die Jugend mit dem Mechaniſchen der Dichtkunſt nicht zu lange aufgehalten werden. Die bisher gebrauchten Schulbuͤcher ſollten, da ſie theils mit großen Maͤngeln behaftet, theils ganz unbrauchbar waͤren, verbeſſert oder mit neuen vertauſcht werden.

Die Schul⸗Magiſtratur blieb dieſelbe, ſo daß unter dem Rector der Univerſitaͤt der Praefectus generalis studiorum, auch Cancellarius genannt, unter dieſem die Decane der Facultaͤten und der Praefectus scholarum inferiorum, unter dieſem die Lehrer des Gymnaſiums ſtanden. Neu aber war die Einfuͤhrung eines Directors des geſammten katholiſchen hoͤheren, dem Jeſuitenorden anvertrauten Schulweſens, der unmittelbar unter den ſchleſiſchen Juſtizminiſter geſtellt, und dem Orden ſelbſt angehoͤrig, alle Anſtalten jaͤhrlich wenigſtens einmal revidiren und daruͤber dem genannten Miniſter berichten ſollte. Dieſer ſollte auch fuͤr vacant gewordene Lehrerſtellen dem Provincial des Ordens zur Auswahl 23 Subjecte praͤſentiren, den gewaͤhlten der Miniſter beſtaͤtigen; während Veraͤnderungen im Lehrplan und den Lehrbuͤchern auf Antrag des Provincials

¹) Wir zählen hierbei die Klaſſen nach der, bis in ſehr neue Zeiten gebräuchlich geweſenen Weiſe ſo, daß die Uaterfe Klaſſe die erſte heißt.