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des bisher ertheilten Unterrichts abzuhelfen und dieſe Lehranſtalten mit den Forderungen der Zeit in groͤßere Uebereinſtimmung zu bringen, ohne doch den Grundriß und Plan, nach dem ſie angelegt waren, gaͤnzlich umzugeſtalten. Die Leitung dieſer Reform erhielt der Juſtiz⸗Miniſter von Schleſien, Freiherr von Carmer, welcher, unter Zuziehung des Ordens⸗Provincials, die Ausarbeitung des neuen Plans dem Profeſſor der Mathematik an der Univerſitaͤt Anton Zeplichal auftrug, der dem Koͤnige durch ſeine Algebra in Ta⸗ bellen perſoͤnlich bekannt war 1). Das neue Schul⸗Reglement erſchien den 11. Decem⸗ ber 1774. Seine wichtigſten Beſtimmungen fuͤr den Gymnaſial⸗Unterricht duͤrften fol⸗ gende ſein.
Die Univerſitaͤt zu Breslau zerfaͤllt in vier Klaſſen, wovon zwei, die gram⸗ matiſche Klaſſe mit drei, die aͤſthetiſche mit zwei Jahrescurſen, das Gymnaſium; zwei Klaſſen, die philoſophiſche mit drei, die theologiſche mit vier Jahrescurſen die Akademie bilden. Sonach hat das Gymnaſium 5 Klaſſen, Grammatica infima, media, und su- prema, und die beiden aͤſthetiſchen, wozu auch 5 Lehrer erforderlich waren.(Vergleiche die Einrichtungen der fruͤhern Periode S. 9. des Programms von 1843.) Als Lehrge⸗ genſtaͤnde fuͤr die infima wird richtiges Leſen, Recht⸗ und Schoͤnſchreiben, die Rede⸗ theile, die Declination und Conjugation im Deutſchen und Latein und leichte Conſtructionen in beiden Sprachen, Leſen des Griechiſchen, eine Einleitung zum nüuͤtzlichen Leſen der claſſi⸗ ſchen Schriftſteller, die Vorbereitung zur Geſchichte und Geographie und die erſten Species der Rechenkunſt vorgeſchrieben. In der media classis grammatica wird die Conſtruc⸗ tionslehre fortgeſetzt, wozu die Regeln uͤber die genera nominum und die practerita et supina verborum traten; geleſen ſollten werden Aeſops Fabeln, Ciceros kuͤrzeſte und leichteſte Briefe; Pontanus de urbanitate morum und die lateiniſche Ueberſetzung von Stobaei sententiis. Im Griechiſchen ſollte die Declination und Conjugation erklaͤrt werden. Die Rechnenkunſt wurde fortgeſetzt, der Unterricht in Weltgeſchichte und Geographie begonnen. In der suprema classis grammatica ſollte im Latein und Deutſchen die hoͤhere Syntax, der Briefſtil und die lateiniſche Proſodie, im Griechiſchen die Conſtruction erklaͤrt werden. Zur Lectuͤre waren beſtimmt Selecta ex J. Caesare et Justino, Curtii lib. III. et IV. Cic. epp. selectae, et selecta e Cic. de off.— Ovid. Tristia; im Griechiſchen Selecta ex Xenoph. Cyr. et Memm. Socratis. Die Real aͤcher der vorigen Klaſſe wurden fortgeſetzt. In der untern aͤſthetiſchen Klaſſe ſollten die all⸗ gemeinen Grundſaͤtze der Beredſamkeit, der lateiniſchen und deutſchen Dichtkunſt, die red⸗ neriſche Dialektik, die Lehre vom Versbau und dem dichteriſchen Plan, ferner von der Ausfuͤhrung leichterer poetiſcher und proſaiſcher Aufſaͤtze im Deutſchen und Latein und die griechiſche Syntax gelehrt werden. Geleſen ſollten werden Cic. oratt. pro Archia, pro
1) Nach den, der Univerſitäts⸗Matrikel beigefügten Notizen war derſelbe den 13. Mai 1737 zu Trebitz in Mähren geboren. Im Jahre 1767 kam er an die Univerſität als Profeſſor der natürlichen Theologie, Moral⸗ philoſophie und des Naturrechts; er lehrte ſpäter Phyſik, Mathematik, Mineralogie; 1777 wurde er Director des Schuleninſtituts, was er bis 1800 blieb. Seine Schriften ſiehe in E. Jung Nachrichten von dem Perſonale der Leopolds⸗Univerſität, S. 13. Vergl. auch ſein Leben von Veith, im Programm des Glogauer Gymnaſiums 1827. 12.


