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herige Sacellum, der frühere Huldigungsſaal der Burg ward nun zum auditorium logicum und zugleich zur Aula eingerichtet.
Um den benöthigten Raum, der durch den Kirchenbau noch ſehr beſchränkt war, wieder zu gewinnen, bat das Collegium den Kaiſer um die Schenkung der, auf dem Sperlingsberge(ietzt Univerſitätsplatz) gelegenen, weitläufigen kaiſerlichen Stallungen, welche ſie auch durch kaiſerliches Reſcript vom 28. April 1696 erhielten, doch mit der Beſchränkung, daß der Kammerpräſident Graf Schaffgotſch auf Lebenszeit die Benutzung behalten ſollte. Die Uebergabe erfolgte daher erſt nach des Grafen Tode am 29. Auguſt 1703, und es wurden in das umgebaute und ge⸗ ſäuberte Lokal die oberen drei Klaſſen des Gymnaſiums verlegt.
Das Lehrerperſonal und die Verwaltung des ausgedehnten Inſtituts anlangend, ſo ſtand das Ganze unter der Leitung des, vom General des Ordens ernannten Rectors, welcher jedoch häufig, gewöhnlich nach drei Jahren wechſelte. Nach Ludwig Craſius, unter deſſen Recto⸗ rat der Einzug in die Burg ſtattgefunden hatte, übernahm das Rectorat 1660 Joannes Heints, bis zum 24. Mai 1663, wo daſſelbe an Barthol. Chriſtel überging. Nach Ablauf von genau 3 Jahren übergab er daſſelbe den 29. Mai 1666 an Mathäus Sarcander. Dieſem folgte 1668 Auguſtin Gaynitz, 1671 Georg Hohenegger, der zum Provinzial in Prag erhoben ſchon am 10. April 1573 ſein Amt an Auguſt Reimann abtrat. Aber dieſer behielt es nur bis zum Ende des Studienjahres. Beim Anfange des nächſten, 16 †¾½, übernahm das Rectorat Andreas Wilde, welchem in November 1677 Joh. Syminsky, am 14. November 1680 Wilhelm Frö⸗ lich, dieſem während des Studienjahres 16 834 Johann Habel folgte. Im Nov. 1687 folgte ihm der bekannte Friedrich Wolf, Doctor und emeritirter Profeſſor der Theologie ¹)(d. h. der in 12 Jahren einen ſogenannten ganzen Curſus der Theologie gelehrt hatte), und blieb es bis in das Studienjahr 168¼, doch machte ſeine Abweſenheit in den letzten Jahren ſeines Rectorats die Ernennung eines Vicerectors nothwendig, welchem Amte 1633 der Regens des Convicts Matthäus Zeidler, vorſtand. Während des Jahres 163 9 trat er vom Rectorat ab und über⸗ gab es an Thomas Schmidt. Als dieſer im Spätſemmer des Jahres 1694 nach Wartenberg als Adminiſtrator der dortigen Ordensgüter abging, ward Wolf, obwohl in Wien abweſend, in negotiis et obsequiis August. detentus, wieder zum Rector beſtimmt. Es war die
¹) Vergleiche üͤber ihn Märzheft der ſchleſiſchen Provinzialblätter 1802. Er hieß eigentlich Friedrich Wolf von Ludwigshauſen und war zu Dünaburg in Liefland 1648 geboren, trat 1659 in den Orden, lehrte erſt Humaniora 8 Jahre, dann Ethik, Philoſophie, Theologie, Scripturiſtik. Er war am Hofe des Königs von Polen erzogen, und hatte dann viel am Hofe gelebt, auch als Geſandſchafts⸗Caplan in Berlin; vergleiche Petzel böhmiſche, mähriſche und ſchleſiſche Gelehrte aus dem Orden der Jeſui⸗
ten. Prag 1786. 2*


