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Durch Latinisirung in A- oder Ophamilius¹) durch eine der ungeschickten Uebersetzungen, wie sie seit Ende des 13. Jahrhunderts, seit dem entschiedenen Rückgang des griechischen Elements, häufig vorkommen, mag dieser Name dann in Umlauf gesetat sein.
In neuester Zeit hat Hervieux*²) als Bearbeiter der metrischen Fabelnꝰ), die bisher Hildebert von Lemans zugeschrieben wurden, einen Waltherus Anglicus nachgewiesen. Diesen identificirt er mit Erzbischof Walter von Palermo auf die Autorität von Bale¹) hin, welcher angiebt: Walter sei ursprünglich Kapellan Heinrichs II. von England gewesen, der ihn seiner literarischen Talente wegen hoch geschätzt und, ehe er seine Tochter Johanna mit Wilhelm II. von Sicilien vermählte, ihn zu seinem künftigen Eidam geschickt habe, um ihn in der Literatur zu unterrichten. Hervieux sieht nun in den elegischen Fabeln die Frucht dieses Unterrichts, der junge Fürst habe die prosaische Vorlage der sogenannten Romulussammlung in rhytmische Form gekleidet und der Präceptor sie korrigirt, welche Annahme er auch zur Erklärung des Umstandes heranzieht, dass nur die drei ersten Bücher der Romulussammlung versificirt sind: diese literarischen Uebungen seien dann eben nur bis Ende des dritten Buchs gediehen und so sei das vierte ausgefallen. Nach alledem glaubt sich Hervieux berechtigt, die Abfassungszeit der Fabeln ein oder zwei Jahre vor der Heirat der Tochter Heinrichs von England mit Wilhelm II., die 1177 stattfand, anzusetzen.
Man sieht auf den ersten Blick, wie schwach diese Beweisführung ist. Die angebliche Thatsache, dass am Hofe Heinrichs ein Kapellan Walter sich findet, der, man weiss nicht recht, selbst literarisch thätig war oder wenigstens literarische Interessen hatte, genügt im Verein mit einigen ansprechenden Combinationen, um in ihm den Verfasser oder vielmehr Versificator jener Fabeln wiederzuerkennen.
Aber auch wenn man von vorn herein die Identificirung des Fabeldichters mit dem Kapellan Heinrichs von England ablehnt, dürfte auch die Darstellung Bale'’s?) der nüchternen Sprache der Zahlen und Daten gegenüber kaum Stand halten. Ich bin nicht im Stande die Behauptung Bale's und Ptiseus', die sich nach Pirro 103 auf Radulfus de Diceto und Robert v. Torigni stützt, von der Existenz eines Kapellans Walter am Hofe Heinrichs zu prüfen, da mir augenblicklich die literarischen Hilfsmittel fehlen. Doch thut das nichts zur Sache. Es wird dem gegenüber genügen, die Thatsachen anzuführen, dass Walter Dekané) von Girgenti als Kanonikus der königlichen Palastkapelle zu Palermo bereits in einer Urkunde vom März 1167 als Zeuge erscheint?), dass im Jahre 1172 wegen einer Heirat König Wilhelms II. von Sicilien mit Zura(æνααα Maria, Tochter Kaiser Manuels, eifrig Verhandlungen geführt wurden, die nach glückverheissenden Anfängen sich doch schliesslich zerschlugens) und dass die Heirat Wilhelms mit Johanna von England erst 1177 stattfand, um den von Bale künstlich herge- stellten Causalzusammenhang zu beseitigen.
¹) Diese Form auch bei Pirro, Sicilia sacra 103 u. 699.- 2) Fabulistes latins. Paris 1884. 1, 446— 447. 450— 451. 5)
6) Der spätere Erzbischof von Palermo. Worauf fussend Toeche, Heinrich VI. 135 ihn mit Walter von Cefalu, dem Erzieher des älteren Sohnes Wilhelms I. identificirt, weiss ich nicht anzugeben.
7) Garofalo, tabularium 25.
8) Romoald bei Del-Re 1, 36


