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III. Chronik der Schule.
In dem jetzt ablaufenden Schuljahre, welches den 29. April 1886 begann, traten in dem Lehrercollegium sehr wesentliche Veränderungen ein. Der Professor Dr. Volckmann, welcher seines körperlichen Zustandes wegen schon von Weihnachten an beurlaubt gewesen war, erbat und erhielt Verlängerung des Urlaubes bis Michaelis und dann seinen Abschied. Er hat seit Michaelis 1859 sich dem praktischen Schuldienst ge- widmet; zuerst in Thorn, dann in Marienwerder, ferner in Rastenburg, endlich seit Ostern 1865 hier in Elbing. Am 21. März 1876 war er zum Oberlehrer ernannt. In Anerkennung seiner treuen, erfolgreichen Dienste geruhte Se. Majestät der Kaiser und König ihm den Rothen Adlerorden 4ter Klasse zu verleihen, welchen der Unterzeichnete und die fünf ältesten Lehrer ihm am 28. September mit den herzlichsten Glückwünschen überbrachten.
Dr. Bäcker, welcher seit Ostern 1885 als Hilfslehrer an dem Gymnasium fungirte, ist uns durch den Tod entrissen. Schon im Winter von 1885 auf 1886 von einer schweren Krankheit heimgesucht, hatte er zwar seinen Unterricht seit Januar 1886 wieder aufgenommen, doch flösste die Natur der nur scheinbar über- standenen Krankheit fortdauernde Besorgnisse ein. Am 11. Juni und 23. August setzte er seine dienstliche Thätigkeit aus; am 24. August unterrichtete er wie gewöhnlich, an dem Abend dieses Tages überfiel ihn das alte Leiden und am folgenden Tage früh um 1 Uhr war er eine Leiche. Seine Collegen schätzten ihn wegen seines gediegenen, gemütsvollen und bescheidenen Wesens, seine Schüler vergalten die aufrichtige und liebevolle Thätigeeit, mit welcher er für sie sorgte, mit seltener Anhänglichkeit. Das ganze Gymnasium, Lehrer und Schüler, folgten am 29. August seiner Leiche nach ihrer letzten Ruhestätte. 4
Der 2te ordentliche Lehrer Dr. Borgius hat den grössten Theil des Jahres den Unterricht aussetzen müssen. Schon vor Anfang des Schuljahres war er körperlich sichtlich heruntergekommen, aber er setzte seinen Unterricht trotzdem in dem neuen Schuljahre gewissenhaft fort, bis ihm zunächst für einen Tag, den 25. Mai, dann um Pfingsten für lüngere Zeit die Kräfte versagten. Er wurde vom 21. Juni an für den Sommer bis zu den Michaelisferien, und als er nach denselben(vielleicht zu früh) einige Wochen lang ver- sucht hatte, seinem Dienste wieder zu genügen, für die Zeit vom 6. November bis zum Ende des Schul- jahres, Ostern 1887, beurlaubt...
Auch der erste ordentliche Lehrer Gortzitza bedurfte, um genügende Zeit für eine gründliche Badekur zu gewinnen, des Urlaubes für die Zeit von Pfingsten bis zu den Sommerferien. Er war in Burtscheid und ist gekräftigt und genesen nach Elbing zurückgekehrt.
Der Cantor Carstenn hat zweimal wegen trauriger Nachrichten aus Kiel, dem Aufenthaltsorte seiner Eltern, dorthin reisen und daher seinen Unterricht vom 13.— 20. August und vom 13.—19. December aus- setzen müssen. College Behring, welcher vom 27.— 29. September den Unterricht Krankheitshalber aussetzen musste, benutzte einen einwöchentlichen Urlaub im Anschlnss an die Michaelisferien zu wissenschaftlichen Studien in der königl. Bibliothek zu Berlin. Mehrere einzelne Tage wurden die Collegen P. Schmidt, K. Schmidt und van Riesen durch Unpässlichkeit von dem Gymnasium ferngehalten.
Zur Vertretung für den verstorbenen und für die erkrankten Lehrer erhielten wir die Cand. phil. Johannes Schulz, Dr. Walter Karsten und Cand. phil. Peter Marschall.
Johannes Schulz, geboren zu Tylsen Kreis Salzwedel, gebildet auf dem Gymnasium zu Salzwedel und auf den Universitäten zu Leipzig und Berlin, für das höhere Lehramt geprüft zu Halle am 4. Juni 1883, dann von Michaelis 1883 bis Ostern 1885 an dem Gymnasium zu Braunsberg beschäftigt, kam hierher zur Vertretung des erkrankten Dr. Volckmann. Er unterrichtete in den oben I, 2 bei seinem Namen aufgeführten Füchern bis zum 19. November, von da ab in den I, 3 bezeichneten.
Dr. Walter Karsten, geboren zu Marienburg, gebildet auf dem Gymnasium zu Marienburg und auf der Universität zu Halle, promovirte im August 1882, wurde für das Lehrfach geprüft im Juli 1884, begann sein Probejahr an dem Gymnasium zu Marienburg und beendete es hier. Er unterrichtete hier vom 2. August bis zum 28. September in O. III 9 St. Latein, in U. IIIa 9 St. Latein und vom 25. August bis 28. September auch noch in V 6 St. Latein.


