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Wege. Die Zurüstungen zum Zuge wurden getroffen, mit Konstantinopel Verhandlungen ange- knüpft¹), das wahrscheinlich Subsidien zahlte.
Im Herbste 1136 stieg der Kaiser nach Italien hinab. Den Rest des Jahres benutzte er zur Sicherung seiner Herrschaft in der Lombardei. Anfangs Februar lag er südlich von Bologna, wo er das Heer teilte. Sein Schwiegersohn, Herzog Heinrich sollte das kaiserliche Ansehen in Tuscien wiederherstellen. Er selbst zog über Ancona, Fermo ²) nach Apulien. Jubelnd empfingen ihn dort die Seestädte, vor allen Bari und Trani, bereitwillig unterstützten sie das deutsche Heer bei Balagerung und Zerstörung der Zwingburgen Rogers. In Bari traf Pfingsten 1137 auch Herzog Heinrich ein. Er war durch Tuscien gezogen, hatte den Bischof von Sutri als Anhänger Anaklets abgesetzt und war, Rom zur Seite liegen lassend, nach Capua gezogen. Hier hatte er Robert wieder in sein Fürstentum eingesetzt*), dem sofort alles zufiel, da Rogers straffes Regiment sich wenig beliebt gemacht hatte. Benevent zwang er die Exilierten wieder aufzunehmen und dem Papste Innocenz Treue zu schwören. Verheerend zog er dann weiter über Troia nach Bari. Im Juni fiel die Citadelle von Bari, das Hauptbollwerk des Nor- mannen in diesen Gegenden. Rogers Herrschaft schien, im tiefsten Grunde erschüttert, zu Boden zu sinken, Sergius atmete wieder frei in Neapel, nur die Burg von Salerno hielt sich tapfer verteidigt von Rogers Kanzler Robert von Salisbury ⁴). Er selbst, der sich bisher nirgends den Deutscheu gezeigt und sich durchaus abwartend verhalten hatte), verlor jetzt den Mut und bot dem Kaiser Frieden, natürlich ohne Erfolg.
Die heifsesten Sommertage verbrachten Papst und Kaiser an den Quellen des Brandano im Gebirge bei Potenza. Bei den mannigfachen Anordnungen und Dispositionen, die beide Fürsten hier trafen, zeigte es sich doch, wie wenig sie ungeachtet ihrer Bundesgenossenschaft in ihren Ansichten über die Angelegenheiten Italiens übereinstimmten, welche Kluft zwischen dem deutschen Reich und der päpstlichen Kurie, zwischen dem kaiserlichen Heer und den römischen Kardinälen bestandé). Das deutsche Heer verlangte ungestüm die Rückkehr, es
¹) Vergl. über Anselms v. Havelberg Legation die Belegstellen bei Muralt, essai de chronographie byzantine ad ann. 1135/6, über ihn sonst Riedel in Ledebur's Archiv f. preuss. Gesch. 8, 97— 137, 225— 268 Berl. 1832 und Spieker in Niedner's Journal f. histor. Theologie X. Leipz. 1840. Wir hören ferner von grie- chischen Gesandten zu Pisa 1136 bei Maranzone ad ann. 1137 Mon. Germ. Scr. XIX, 240 und in Kalabrien in den Paderborner Annalen, vergl. Scheffer-Boichorst, ann. Patherbr. ad ann. 1137. Es scheint mir danach die Wirksamkeit der Byzantiner auch von Gisebrecht etwas unterschätzt zu sein.
²) Zu Giesebrecht 4, 448 bemerke ich, dafs der Palatinus Wilhelm der Graf v. Loritello ist, ein Ur- enkel des Grafen Gottfried v. Capitanata, vergl. Ravizza, diplomi della città di Chieti vol. 1, Nap. 1832, p. 8. not. 8, woselbst auch ein Stammbaum der Grafen v. Loritello. Ein Urkunde von ihm bei Ughelli 6, 705.
3) Bei Di Meo, annali critico-diplomatici del regno di Napoli. 10, 80 Nap. 1805 findet sich ein Diplom des Fürsten Robert, datiert Capua, Septemb. 1137. Bei Del Gindice, codice di Carlo I e II d'Angid I append. I hat eine Capuaner Urkunde von 1138 neben den Regierungsjahren Rogers die seines Sohnes Anfusus.
4) So hat die ältere Ausgabe des John v. Hexham bei Twysden, die neuere und, wie mich Herr Dr. Liebermann versicherte, kritischere Ausgabe der Surtees Society, liest Salebia= Selby. Über ihn vergl. Johannes Saresb. Polycratic. VII, 19, 55 ed. Giles.
⁵) Uber 1136 sind wir sehr dürftig unterrichtet, da Falco sich unter den Beneventaner Exilierten in Neapel befindet. Die Urkunden siehe in Rogers Regesten. 6) Giesebrecht 4, 137.


