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Reifezeugnis verliess. Nachdem er von da ab bis Ostern 1880 in Marburg und Berlin anfangs Mathematik und Na- turwissenschaften, dann klassische Philologie, Geschichte und Geographie studiert und im Juni 1882 in Marburg das Fakultätsexamen bestanden hatte, absolvierte er bis Juli 1883 am Gymnasium zu Hanau das pädagogische Probejahr. Von August 1883 bis Ostern 1888 war er als wissenschaftlicher Hülfslehrer an der Realschule zu Hanau beschäftigt.
Gleichzeitig begann der Kandidat Dr. Wilhelm Heraeus, welcher dem Gymnasium zur Ab- leistung seines Probejahres überwiesen worden war, hier seine Thätigkeit.
Durch Allerhöchsten Erlass vom 9. April 1888 war der bisherige Oberlehrer am Gymnasium zu Weilburg Dr. Philipp Braun zum Kgl. Gymnasial-Direktor ernanpt und durch Ver- fügung des Herrn Unterrichtsministers vom 14. April mit der Direktion des Gymnasiums zu Hanau betraut worden. Derselbe wurde am 20. April, vormittags 9 Uhr von dem Herrn Pro- vinzialschulrat Dr. Lahmeyer vor versammelten Lehrern und Schülern feierlich in sein neues Amt eingeführt und auf dasselbe verpflichtet. Nachdem derselbe die Grundsätze, nach denen er dasselbe zu führen gedenke, entwickelt und Worte der Begrüssung an die Lehrer und Schüler der An- stalt gerichtet hatte, wurde er namens des Lehrerkollegiums von Prorektor Krause bewillkommnet. Mit Bibellektion und Gebet schloss die Feier. Der Unterricht fiel an diesem Tage aus.
Philipp Braun, geb. am 24 Dezember 1844 in Fulda, Sohn des verstorbenen Amtsgerichts-Sekretärs Braun, evangelischer Konfession besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und wurde Ostern 1863 mit dem Zeugnis der Reife ent- lassen. Nachdem er die Universitäten Göttingen, München und Marburg besucht und am 5. August 1867 das Examen in der klassischen Philologie und Geschichte vor der wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Marburg bestanden hatte, wurde er zur Ableistung des Probejahres dem Gymnasium zu Fulda überwiesen; gleichzeitig war er mit Aushilfe im Unterrichte beauftragt, bis er durch Verfügung vom 5. April 1869 zum sechsten ordentlichen Lehrer am Gym- nasium zu Fulda ernannt wurde. Am 12. Mai 1869 wurde ihm von der philosophischen Fakultät zu Marburg die philosophische Doktorwürde auf Grund einer Dissertation: Observationes criticae et exegeticae in C. Valerii Flacci Argonautica zuerkannt. Von Oktober 1871 bis Michaelis 1863 war er zugleich aushülfsweise an der höheren Bürger- schule(Realprogymnasium) in Fulda beschäftigt. Herbst 1875 wurde er an das Gymnasium zu Marburg versetzt, Herbst 1878 zum Oberlehrer an jener Anstalt befördert und Ostern 1884 in gleicher Eigenschaft an das Gymnasium in Weilburg versetzt, wo er bis zu seiner Ernennung zum Gymnasial-Direktor thätig war.
Die Pfingstferien dauerten vom 19. bis zum 23. Mai.
Am Vormittag des 28. Mai beehrte Se. Excellenz der Herr Oberpräsident unserer Pro- vinz, Staatsminister Graf zu Eulenburg, das hiesige Gymnasium mit seinem Besuche und wohnte dem Unterrichte in mehreren Klassen für kurze Zeit bei.
Von Anfang Juni bis zum 20. August versah der unbesoldete wissenschaftliche Hülfslehrer Kromm mit Genehmigung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums eine Lehrerstelle am Gymnasium zu Elberfeld.
Am 8. Juni unternahmen die Schüler der Klassen Prima bis Tertia, geführt von einer grösseren Anzahl von Lehrern, unter Benutzung der Eisenbahn einen Ausflug nach dem Neckar,(Gaimühle, Katzenbuckel, Zwingenberg, Eberbach) wobei das von Direktor Hartwig eingerichtete Trommler- und Pfeifercorps durch seine Thätigkeit wesentlich zur Erhöhung der Freude beitrug. Die Schüler der drei unteren Klassen machten an demselben Tage unter Führung ihrer Ordinarien Ausflüge nach den Vorbergen des Spessart.
Als am Nachmittage des 15. Juni das Trauergeläute den Tod Se. Majestät des Kaisers und Königs Friedrich III. verkündigte, versammelte der Direktor kurz vor 4 Uhr Lehrer und Schüler in der Aula, machte ihnen in kurzen Worten Mitteilung von dem traurigen Ereignisse und forderte sie auf, die Gefühle des Dankes, der Liebe und der unverbrüchlichen Treue auf Se. Majestät unseren nunmehrigen Kaiser und König Wilhelm II. zu übertragen.


