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1 (1889)
Entstehung
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Am 30. Juni fand eine Gedächtnisfeier für weiland Se. Majestät den in Gott ruhenden Kaiser und König Friedrich III. statt, bei welcher der Unterzeichnete die Gedächtnisrede hielt.

Die Sommerferien dauerten vom 1. Juli bis zum 29. Juli.

Durch Patent vom 10. Juli 1888, mitgeteilt durch Verfügung des Königl. Provinzial- Schulkollegiums vom 19. Juli 1888, wurde dem Oberlehrer Friedrich Krause das Prädikat Pro- fessor verliehen.

Am 30. Juli, bezw. am 4. August fand die feierliche Vereidigung der Lehrer auf den Namen Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. statt.

Am 24. August wurde die mündliche Maturitätsprüfung unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Regierungsrat und Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer abgehalten. Die schriftliche Prüfung hatte vom 10. bis 15. August stattgefunden.

Am 1. September ward die Vorfeier des Sedantages begangen, bei welcher der wissen- schaftliche Hülfslehrer Marxhausen die Festrede über das Königreich Westfalen hielt. Bei dieser Gelegenheit fand auch die feierliche Entlassung der Abiturienten statt. Der Tag endigte leider für das Gymnasium sehr traurig, indem am Nachmittage desselben ein hoffnungsvoller und braver Schüler der Untertertia, Hugo Albrecht, der Sohn des Stationsvorstehers Albrecht in Bruch- köbel, unter acht Kindern seiner Eltern das einzige überlebende, von einem Freunde und Mit- schüler in dem elterlichen Hause, wo jener ihn besuchte, durch einen Gewehrschuss fahrlässiger Weise getötet wurde. Möchte doch dieser entsetzliche Unglücksfall, welcher zwei Familien in das tiefste Leid versetzt hat, eine neue Mahnung an die Eltern sein, Schusswaffen nie anders als unter sorgsamstem Verschlusse zu verwahren und ihren Kindern jede unbefugte Berührung der- selben aufs strengste zu untersagen.

Am 3. September geleiteten die Lehrer und sämtliche Schüler der Anstalt den verun- glückten Hugo Albrecht in Bruchköbel zur letzten Ruhe.

Die Herbstferien dauerten vom 23. September bis zum 7. Oktober. Vor dem Schlusse des Semesters fand am Nachmittage des 19. September bei herrlichstem Wetter im Walde beim Forst- hause dahier ein wohlgelungenes Turnfest statt, zu welchem auch Angehörige der Schüler zahl- reich erschienen waren.

Bei Eröftnung des Wintersemesters wurde der bisherige Lehrer an der Hofmanm'schen Erziehungsanstalt zu St. Goarshausen, Kandidat Konstantin Ewoldt, welcher nach Verfügung Kgl. Prov.-Schulkollegiums vom 6. September 1888 auf sein Ansuchen unserer Anstalt zur Beschäftigung ohne Remuneration zugewiesen worden war, von dem Direktor eingeführt. In gleicher Weise wurde der seitherige Proband Karl Eichenberg als unbesoldeter wissenschaftlicher Hülfslehrer der Anstalt zugewiesen.

Am 18. Oktober, an dem Geburtstage weiland Sr. Majestät Kaiser und König Friedrich III., fand vor Beginn des Unterrichts eine Feier zum Gedächtnisse desselben statt, bei welcher Ge- legenheit Oberlehrer Dr. Wackermann die Ansprache hielt.

Am 4. November nahmen die meisten der evangelischen Lehrer und 38 Schüler der An- stalt gemeinschaftlich an der Feier des heiligen Abendmahles in der Marienkirche teil.

Am 6. Dezember unterzog der Herr Geh. Regierungsrat und Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer die Anstalt einer eingehenderen Besichtigung und wohnte dem Unterrichte in sämt- lichen Klassen bei.