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1 (1843)
Entstehung
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proclamirt: ſcheint mit den, vom genannten Verfaſſer aufgeſtellten Geſetzen über den Geſichts punct, von welchem Unterſuchungen dieſer Art ansgehen müßten, im Widerſpruche zu liegen und um ſo weniger gelungen zu ſein, je mehr ſich derſelbe Schleiermacher(S. 124) veranlaßt findet, ſich an ſchwankende und dunkle Angaben von einer ſchildförmigen Geſtalt und einem oben als Kugelabſchnitt abgerundeten Cylinder zu halten, und endlich die Worte des Diogenes aq νοœ Vœłsεονεsxoer als die Quelle des Irrthums zu bezeichnen.

Wird aber als erwieſen vorausgeſetzt, daß Anaximander die Rotundität der Erde nicht gelehrt habe, ſo fällt gewiſſermaßen eine Sproſſe aus der Ideenleiter des mileſiſchen Philoſophen, indem die Entſcheidung der oben aufgeſtellten Frage über die Erfindung eines Erdglobus verneinend ausfallen muß. Hinweiſungen darauf finden ſich, wie ſchon bemerkt wurde, bei den Alten keines⸗ wegs und dieß gänzliche Schweigen des Alterthums in dieſer Sache iſt um ſo beredter, jemehr es den Anſchein gewinnt, als haben ſich die Griechen bald wieder nach Anaximander mehr aſtrono⸗ miſchen Studien zugeneigt, und den Stand und das Verhältniß der Himmelskörper zu einander auf Kugeln und Flächen darzuſtellen ſich lieber bemuht, als geographiſchen Studien gehuldigt. Dieſe Anſicht läßt ſich zunächſt auf leicht erſichtliche Urſachen ſtutzen. Einmal war durch das, was Anaximander begonnen, Hecataeus fortgeſetzt und verbeſſert hatte, dem dringenden Bedürf⸗ niſſe eines Wegweiſers auf der Erde und dem Meere vor der Hand auf befriedigende Weiſe abgeholfen worden; ſodann folgte man wohl mit alter Vorliebe der Reigung, nach oben zu blicken, und durch fortgeſetzte aſtronomiſche Beobachtungen und ſchärfere Berechnungen theils die vorhandenen Kenntniſſe zu erweitern, theils aber auch practiſche Vortheile für Landbau und Schifffahrt zu fördern. Daher die fleißige Berechnung der Cyclen durch Cleoſtratus, Meton, Callippus u. A., daher die Aufſtellung der Parapegmata, deren allgemeiner Nutzen in die Augen fiel. Wenigſtens im curopäiſchen Griechenlande fand die Geographie lange keinen Anklang und blieb, mehr zufälligen als abſichtlichen Bereicherungen und Berichtigungen überlaſſen, fortdauernd ſehr mangelhaft, mit Fabeln angefüllt und das Eigenthum von nur Wenigen. In Sparta war unſtreitig noch keine geographiſche Kenntniß des Auslandes vorhanden. Darin lag wohl der Grund, weshalb der kluge Ariſtagoras!), als er von Milet abreiſte, eine Landcharte mitnehmen, und zur Unterſtützung ſeiner politiſchen Abſichten den Machthabern in Sparta durch Hülfe derſelben gewiſſe geographiſche Belehrungen geben zu müſſen glaubte. Daß man um dieſe Zeit in Athen über Geographie beſſer unterrichtet geweſen ſei, läßt ſich nicht leicht behaupten. Dieſer Sammelplatz geiſtigen Lebens ſchon unter den Piſiſtratiden hatte allerdings, nach ſeiner Befreiung von den Tyrannen, einen noch höhern Aufſchwung genommen in politiſcher und wiſſenſchaftlicher Beziehung. Das Streben nach allſeitiger Mündigkeit hatte das Bedürfniß der Aufklärung, zum Theil zwar als Mittel zur Feſtigung erlangter Selbſtſtändigkeit, mit ſich geführt und gewährte einheimiſchen Fähigkeiten, wie fremden Talenten, Kenntniſſen und

1) cf. Herod. V, 49.