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1 (1843)
Entstehung
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griechiſchen Bildungsgeſchichte, Nuſaeus und Linus. War nun eine Theogonie des Or⸗ pheus bekannt, hatte Orpheus von der Welt und den Geſtirnen!) ſeine Weisheit eröffnet: ſo mußte deshalb ein Theil ſeines Ruhmes um ſo mehr auf Muſaeus übergehen, da dieſer ein Schüler des Orpheus war, wie aus mehreren Zeugniſſen der Alten und aus den von Diogenes ſelbſt mitgetheilten Fragmenten von der Lehre deſſelben über die Entſtehung der Dinge klar wird. Möglich iſt, daß Diogenes durch unſichere, über Muſaeus vorhandene Nachrichten in Ungewißheit geſetzt ſeine eigene Bedenklichkeit durch das beigefügte.α bezeichnen wollte. Uebrigens giebt die Verbindung der Sphäre mit einer Theogonie ſchon an ſich einen Schlüſſel zur Erklärung der Worte. Beides waren Lehren oder Anſichten von Göttern und vom Weltall in poetiſchen Ergießungen, wie die des Orpheus und Linus und anderer, auch ſpäterer Philo⸗ ſophen z. B. des Empedocles. Abgeſehen von der großen Unwahrſcheinlichkeit, daß in dem Zeitalter des Muſaeus die Fertigung eines künſtlichen Himmelsglobus möglich geweſen ſei, gewinnt dieſe Erklärung alle Beſtätigung durch gewichtige Zeugniſſe. Wenn ſich Fabricius und Brucker) noch zweifelnd und mehr vermuthend für dieſe Anſicht ausſprechen, gewährt Lobeck) volle Ueberzeugung, indem er nicht blos aus Scholiaſten den Ausdruckαeoa für Toinu, rouνeo nachweiſet, ſondern ſich auch namentlich über die ogaoa des Muſaeus als ein carmen astronomicum, auf Paſſow') berufet. Nicht zu überſehen iſt das von Diogenes gebrauchte Zeitwort, oeein, welches, im richtigen Gegenſatze von dem obigen craœοeκεᷣννeeν, auf eine Dichtung) hinzeigt.

§. 5.

Die Ausſage des Lexicographen Suidas, welcher s. v. Araεειάαάαο⁷ anführt: α el ρσεις, εα 1εοεοdον, 2at Teεε τν omλμαυι, z2 σσάοα ταάι να tdα iſt nicht ohne Dunkelheit. Nach der gewöhnlichen Annahme giebt hier Suidas ein Verzeichniß der Schriften Anaximanders; aber gegen die Richtigkeit dieſer Anſicht werden gewichtige Zweifel erhoben. Schleiermacher) ſagt: gewiß habe es nur Eine und zwar kurz zuſammengedrängte Schrift von Anaximander gegeben, eine 2εεραμανν⁵μ⁴νς εέν*ιεαιςι ⁴ινν eοσσαρνοέrsν, wie ſie Dioge⸗ nes von Laerte anführe, weil es ſich nicht anders erwarten laſſe von dem, welcher, nach Themistius Orat. XX, die Bahn gebrochen, in ungebundener Rede über dieſen Gegenſtand öffentlich zu ſchreiben, und Ritter) beſtaͤtigt dieſe Anſicht durch die Erklärung:Unwahr⸗

1) Brucker I I. sub Orpheus p. 373. Lobeek Aglaopham p. 2834. Diodor. Sic. III. cap. 68.

2) Fabric. Biblioth. Gr. I. I. p. 103. Brucker lHistor. crit. Philos. T. I. p. 400.

3) Lobeck Aglaoph. T. I. p. 382.

4) cf. Muſaeus Urſchrift, Ueberſetzung, Einleitung und critiſche Anmerkung von F. Paſſow. Leipzig 1810. S. 46.

5) ef. Aſt Grundriß der Philologie. Landshut 1808. S. 65.

6) ef. Abhandlungen d. K. Pr. Acad. d. W. a. a. O. S. 124.

7) Geſch. d. Philoſ. Th. I. S. 275.