Druckschrift 
2 (1827) Quaestionum scenicarum specimen secundum : Quo Vernalis Examinis D. XI. April. Inde ab hora antemeridiana IX. in Regio Gymnasio Ioachimico instituendi solennia indicit / Augustus Meineke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

IV

setzen. Preuſsen war ihm jetzt vor allen werth g. d Die wi- haftlichen Be- strebungen wurden bald durch den zweiten Aufruf unterbrochen. Er erhielt eine Stelle als Seconde⸗ Lieutsnamt bei dem dritten Bheinischen Landwehr-Regi. Sein Wunsch, Antheil an einer bed- den Schlacht zu neh wurde nicht erfüllt; aber er ward seiner K und hicklichkei braucht, dessen Liebe er in einem hohen Grade besaſs. Dieser Feldzug wirkte da- her sehr vortheilhaft auf ihn, Er gewann Sinn für das Practische, sah vieles, was pleibenden Eindruck auf ihn machen mulste, unter andern auch Paris, freilich nur auf kurze Zeit. Sehr glückliche Tage verlebte er im nördlichen Frankreich auf dem Gute eines angesehenen Edelmannes, wo sich ihm reiche Nahrung für seinen Geist, musikalische und anderweitige Unterhaltung so ungenaldn darbot, daſs er sich hier fast heimisch zu fühlen begann und ein dschafts-Verhältnils mit jenem Manne knüpfte, der jetzt auch nicht mehr unter den Lebenden weilt. Den Winter von 1815 zu 16 brachte er in Cöln unter mancherlei nicht erfreulichen militairischen Beschäftigungen hin, die ihm nur durch die freudige Erwartung, die Seinen bald wieder zu begrüſsen, versülst wurde.

Dies ersehnte Glück Weurüe ihm am isten Mai 4845 2n Theil. Alle sechs Ge- schwister waren in der N dr ve At3 d, h der ältere Bruder war jetzt hier äſsig. Er S eine I. lle an dem dortigen Gymnasio übernom- men, an welcher Anstalt er noch jetzt arbeitet. Alle waren seines Erscheinens froh. Man fand sein Aeuſseres, sein ganzes Wesen zu seinemn Vortheil verändert, seine Gesundheit gestärkt. Er war heiter und theilnehmender an äulteren Dingen, da er sich früher mehr in sein Inneres zurückgezogen hatte. Fast ein halbes Jahr lebte er unter den Seinigen in der Vaterstadt, beschäftigt, die unterbrochenen Stu- dien Niedar zu li rsgein und für den Wirkungskreis, dem er sich bestimmt hatte,

d Fleiſs schenkte er den griechisch Dichtern und dem Studium der Metrik. Viel auch las er in seinem geliebten Shakespeare, der, wie Göthe, neben den Griechen den entschiedensten Einfluſs auf seinen Geist gehabt.

Im October desselben Jahres begab er sich wieder nach Berlin, um sich für die Laufbahn eines Schulmanns vorzubereiten, und trat zu dem Ende nach rühmlich bestandener Prüfung in das pädagogisch i für gelehrte Schulen, wel- ches damals unter der Leitung des seligen Professor Solger stand, der ein Freund seines älteren Bruders war. Als Lehrer trat er zuerst am Berlinischen Gymnasium zum grauen Kloster auf, an welcher Amstalt er bis zum Frühjahr 4820 mit dem besten Erfolge als Collaborator arbeitetete. Berufstreue und Gewissenhaftigkeit, Liebe zu seinen Amtsgenossen und zu seinen Schülern erwarben ihm bald allgemeine

Zuneigung. Oft zwar hatte er hier nochnim Anfange seiner Lehrerthätigkeit an

wegen vielfach von seinem Chef ge-