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Cap. III. Von den Wortſüßen.
1. Außer den Verfßſen und der Versgliederung müſſen auch die Wortfuße für die rhyihmiſche Malerei in Betracht gezogen werden. Während es bei den erſtern nur auf vorſchriftsmäßige Zahl, Stellung und Tongemicht der Silben ankommt, ohne Rückſicht darauf, zu welchen Wortbildungen dieſe gehoren(Kleinpaul, Poetik p. 47.), beſteht jeder Wortſuß aus einem ganzen Worte, mit dem unter Umſtänden eng verbundene Rebenwörter(Präßoſit, Enkliita) als zu demſelben Wortfuße gehörig hinzugerehnet werden. Zwiſchen je zwei Wortſtßen iſt überall ein mehr oder weniger deutlich bemeribarer Einſchnitt in den Rhythmus vorhanden daher hängt ihre Amvendung mit der im vorigen Capitel behandelten Anwendung der Verseiſiren eng zuſamme
Da die Wortfüße mit den Namen der entiprechenden Versflſße bezeichnet werden, ſo unterſcheidet man zwei, drei, und vierſlbige. Für einſibige und fär mehr als vierſlbige Wortfi giebt es kine beſonderr Namen. Die erſiern ſchließen ſich durch Simn und Ton meiſtens ſo eng an andere Worte an, daß man ſie mit dieſen zu einem Wortſuße rechnen kann; demgemaß beginnt 3. B. 1V., G7. Sedl quibus iuter o— mit einem daktzliſchen und moloſſſchen Wortſuße; VIIl, böl. et usus utrodue est endet mit einem Amphibrachys und einem Bacchins. Nur in ſeltenen Fälen hat Ovid die Aufeinanderfolge mehrerer einſilbiger Wörter zu maleriſchen Zwecken benubt. Da durch die beſoudere Betonung, welche jedes Wort für ſich fordert und durch die zuiſchen den einzelnen Wörtern entſtehenden Einſchnitte der Gang des Verſes oft unterbrochen wird und dadurch etuas Unſicheres bekommt,*) ſo ſchldert Ovid auf dieſe Weiſe Ungewißheit und Zweiſel: IV, 132. Naeret, au haec sit. X. 27. An sit et hie, dubitv. sd et hic tamen auguror esse.
Sollen die mehr als vierſlbigen Wartfühe nach Art der andern benannt werden, ſo kann es nur mit den Namen derjenigen Versſtße geſchehen, in die ſi ſic zerlegen laſſen: ſo ſagt z.B. Quintilan. IN. 4, 97. daß in Wrtern wie fu ater zwei Füße enthalten ſind, nämlich ein Tribrachys und ein Spondeus.
Von den zweiſilbigen Wortfüßen vermag hauptſächlich nur der Spondeus durch ſich allein eine male⸗ riſche Wirkung hervorzubringen, die übrigen meiſt nur in Verbindung mit anderm Wortfüßen, da ſie zu wenig Umfang haben und im daltzliſchen Veramaße nicht mehrmals nach einander wiederholt werden können. Von den dreiſlbigen kommen der Daktylus, der Ainphibrachys,der Anapäſt, der Bacchins, Palimbacchius und Moloffus vor; von den vierſilbigen endlich ſind der Choriambus, der 2. und 3. Päon, die beiden Jonici und der 1. und 4 Eritrit zu erwähnen.
Wir wollen hierauf die genannten Wortfiſße durchgehen und nachzuweiſen verſüchen, welche maleriſche Wirlung ſie a) für ſich allein, mögen ſie einzeln vorkommen oder wiederholt werden—, b) in Verbin dung mit andern Wortfüben hervorbringen kunnen
8 2. Malriſche Wirtung der einzelnen Wortfüßße.— Von dem Pyrrhichins und Jambus iſt hier in Weſentlichen nichts anzuführen, was nicht auch weiter unten, wo von der Verbindung der Wortfüße die Rode iſt Erwähnung fände. Auch die Trochäen ſid wegen ihrer Kürze und weil nicht mehrere im Hezameter auf einander folgen kkmen, für ſich allein wenig maleriſch; am meiſten Kraft haben ſie im erſten Fußz, wenn ſie den Gedanken des vorhergehenden Verſes ſchließen, 3. B. I, 320. lougocue per aamm tractu Trlur. II, 11. munibusquo datas contingers habenus Cäaudel, cf. 6oi. IV. 100. VIII. 339.— ſerner nach der bukalſſchen Eiſur: VI. 301. occidit. orh resedit, IV, 465. X. 655.— oder wenn eine Sinndauſe nach ihnen eintritt, z. B. IIl, 38. mmentlich in Zurufen, wie VI. 201. Iiez satis Dro Prolo zacri est. ef. VII, 813. 837. Da in dieſen Füllen jedoch meiſt inmer die Wirkung anderer Wortfüße mit in Betracht geppgen werden muß, ſo werden wir unten wieder auf ſie zurickkommen.
Maleriſcer iind einzeln gebrauchte Spondeen, die je nach ihrer Stelle im Verſe bald ſteigend, bald
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