Druckschrift 
[Beginn] (1878)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

212. Ueberall demnach, wo von dieſem feſten Geſete bei vid eine Ausnahme gemacht wird, wo z. B. viele müännliche Esfuren verwandt ſind, ind ſogar noch im 5 oder 6. Fuße jener Widerſtreit auftritt, werden mir die Ubſſcht Ovids zu vermuthen haben, daß er durch Anvendung der Cäſur den Vers maleriſch geſtalten wolle. Auch hängt davon die Wahl und Verbindung der Wortfiſſe ab, wie wir weiter unten(Cap. III.) ſehen werden.

Ein anderes Moment, welches für den maleriſchen Gebrauch der Cäſur hervorgehoben werden muß, in das Iuſammenfallen derſelben mit einem logiſchen Abſchnitte. Wir ſind oben davon ausgegangen, daß der Zweck der Cäſur im Hexaumeter die Scheidung der beiden triovſſchen Rihen iſt, aus denen er beſteht. Nun dat aber Weſtphal Griech. Merik p. 13) nackgewiefen, daß alle Poeſieen der indagermaniſchen Bölker überein ſüimmend nicht nur mit dem Schluß des Syſtems oder der Strophe regelmäßig einen Gedankenabſchnitt beenden, ſonderndaß auch das Ende der Periode faſt regelmäßig mit einem Satzende zuſammenfält, ja daß ſogar die Grenſcheide zweier zu einer Periode vereinter Kola ſich mit einem logſſchen Abſchnitte innerhalb des Sabes zu verbinden ſireöt.. Nur die Griechen ſind hierin freierz doch war dies mmehr der Fall in der ſfätern fortgeſchittenen Zeit, namentlich in der Lyril als in der frheren, in welcher die metriſchen Bildungen im Ganzen demſelben Principe folgten, vie die Metra der verwandten Böller. Wir dürſen daher mit Recht annehmen, daß auch im wmiſchen Hexameter der Gedankeninhalt auf die Scheidung der Reiben von entſcheidendem Einfluſſe war, um werden uns von dieſem Geſſchtspuntte in den Fällen leiten laſſen, in welchen es für die maleriſche Verwendung der Gäſur wichin iſt, welche von den vorhandenen man als die Hauptesſur anzuerkennen hat

§. 2. Die Hanpteäſuren. a. Die Penthemimeres. Da die Haupteäfuren zur Scheivung der beiden Reihen dienen, ans welchen der Hepameter zuſammtengeſett in, und da ſie zu gleicher Zeit die Tacte jeder Reihe als zuſammengehörig bezeichnen ſollen, indem ſie dieſelben einem Tacte, der den Dauptittus trgt, unter werfen, ſo iſt erforderlich, daß ſie möglicht nach der Miite des Verſes zu auftreten. Das iſt am meiſten bei der Gäfur nach dem 3. Trochäus der Fall. BWeil dieſe aber dem Betonungsgeſetz des rämiſchen Herameters ſo wenig entſpricht, indem bei ihrer Anwendung der Widerftreit des Wort. und Versacceuts namentlich in der erſten Vershäfte zu unmerklich hervortritt; und weil fermer duns die Hephihemineres der Hexameter in zwei ziemlich ungleiche Hälſten getheilt wird, ſo iſ die Peuthem. bei weitem die haufigſte, gewiſſermaßen die Normal cäſur. Zu maleriſcher Geſtaltung des Ansdrucs wird ſie daher wenig beitragen, da dieſelbe in der Regel durch mehr oder weniger ſeltene oder auſſallende Erſcheinungen bewirkt wird.

Aun meiſten Nachvruck und Einwirkung auf den Inhalt hat die Penthemimeres, wenn ſie mit einem ſontakthchen Abſchritte zuammenfält; 5. B. X. 123. Hacteuns, et geuulit; oder 42l: uon ausn-pareute Dieere, contionit. XII, 18. Ohstihuers omnes; ferner I. 167.(unciiumque vocat, tenuit mara nulka ocatos, wo ſie Entſchiedenheit und Beſtimmntheit bexeichnet; oder wo große Ausdehnung veranſchaulicht werden ſol; 1. 292. Omnin houtus erunt. deerant Anoque litora Dauto. Das Blld des unendlichen Merres wüme hier ungemein geſchvächt werden, wenn die Giſur nicht mit der ſyntactiſhen Pauſe zuſammenſile,

Daſſelbe findet ferner Statt, um die Gleichheit des Gedankens im Vorder⸗ und Nachſate auch außerlich darzuſtellen, wo daun gewähnlich auch das Wort, welches den Hautton hat, wiederholt wird:

1. 238. Canities enlemn estz eademn vialentia ultus. ldemn veuli lueant, eadem ferttatis Indugy 50. 351. 610, V. 159. VII. 695. ac, oder um einen Gegenſatz hervorzuheben 1. 23. Oeruhat hie collemn: eumha sedet alter ulunca wo zugleich das oft wiederholte c in maleriſcher Weiſe das Sich Bergen, Sich Retten darſteltt Man vergl Oſterprogr. 1871 p. 26. Die entgegengeſetzten Begrife ſtehen hier unmitelbar vor und nach der Eäſurz auch kommt der eine vor der Gſur, der andre am Ende des Verſes vor, wie II. 190. Prospicit occasus, interdum reshicit ortus. cf. l. 494. IV. 360, 626. dagegen ſtehen die beiden Begriff, deren Gegenſatz ausdräüclich negirt wird, vor der Giſur: 1, 291. Jumdue mure et tellus nullum diserimen habehant.

cf. IV. 261. 317. 3