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2 (1850)
Entstehung
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geben die röm. Hdschr. culcitral(sic), die des lib. Gl. p. 95, 25 culcitra, sonst nur culcita in den Glossen. Petr. 97 und 98 hat blos der Leid. culcitra, in urbaner Rede. berbeæx c. 57(= vervex), Substrat des frz. Drébis, hält Woelfflin VIII 568 für möglich schon in Petrons Zeit. Sicher nachge- wiesen ist es erst in den Arvalacten vom 8. Febr. 183 neben verbeces, dann C. I. VIII 8246 und 8247. In Glossen: II 29, 22(unter dem Buchst. B) berber: x 66- o= 534, 34, daher 569, 48 berbew: aries castratus. Paul. Fest. p. 32, 26 Thewr. berbig wie Vopisc. Aurel. 50, 4 berbicem über- liefert ist, Gl. V 368, 10, III 440, 28; bei Pelagon. berbecina, s. Ihm p. 21, u. ö. in Hdschr. als Var. GVber sciribilita c. 35 u. 66 und sciniphes c. 98 ist schon S. 4, bez. 25 gesprochen worden. Schwerlich wird man auch heheu f. ehen(c. 34 zweimal) dem Trimalchio geben wollen, was sich häufig in Hdschr. findet, sogar in christl. Grabschrift C. I. XII 5350, oder hostiarius c. 77 dem- selben trotz frz. huissier, C. Gl. III 522, 23 9 οG host., V 301, 10 ianitor: host.(anderes bei Woelfflin Arch. IX 497 und Rönsch Itala p. 463), zumal c. 37 die Hdschr. in gleichfalls vulgärer Rede in dem Wort keine Aspiration zeigt. Noch viel weniger wird man in urbaner Rede c. 34 zweimal parapsis f. paropsis zulassen, worauf parasis und parasidem der Hdschr. hindeutet, die aber c. 50 paropsis hat. Vulgärform war parapsis allerdings(s. oben zu percolopo), vgl. u. a. Huemer comment. Woelffl. p. 191 ff., wozu die Glossen beisteuern: II 460, 27 rοουρ‿³αμο parapsida, III 22, 48 roouᷣαν parabsis, IV 398, 32 trublium: parabside, V 129, 1 parapsis acelabulum maius, 231, 8 fg. parapsides: suffusoria, 9 parapsis: gabata vel patina(vel catinum IV 136, 30) u. a. Khnlich steht es um cornices und acromata c. 53, in indirekter Rede des Trimalchio. Nach Bloch Philol. LVI 549 soll cornices ein Witz sein, als ob man statt Hornisten Hornvieh sagen wollte. Er übersieht aber, dafs auch c. 78 in urbaner Rede dieselbe Hdschr. cornices, aber kurz vorher cornicines hat. Freilich findet sich auch in Glossen jene Form: z. B. III 299, 24, wo lubicines vorhergeht, IV 475, 33 und V 262, 33 aeneatores: cornices, aber IV 12, 11 a. cornicines, IV 361, 28 liticines: cornices id est cornu canentes, 534, 37 lit.: enatores, cornices aut cornicines, ähnlich 108, 25. V 218, 37; bei Schriftst. z. B. Vop. Aurel. 31, 7(cornicibus codd.). Und der Verdacht, dals man vulgär corneæ, cornicis sagte, wird verstärkt durch Analogien wie V 486, 21 kibites(sic): kihicines, id est tibia canentes, über welche Glosse Schlutter Arch. X 194 A. 1 nicht richtig urteilt, vgl. IV 397, 24 tibices, qui tibig canunt und die Anweisung p. 184, 20 fg. tibicen, gui tibia canit, tibicines plures, 240, 22 remex dictus guod remum gerit, sic autem remex guomodo tubex dicitur nominativo casu(aus Isid. XIX 1, 6, wo eine gute Hdschr. regit st. gerit hat), woran sich der offenbar spätere Zusatz schliefst: non utem bubee sed lubicen dicendum est, ut tibicen, cornicen. Auch die Formen tibico ¹) C. I. XIV 408 und kubicinus C. Gl. III 172, 49(nach Fem. fibicina, vgl. Cic. Att. IV 2, 4 Cornicinus als Cogn. des gens Oppia gegen Cor- nicen Liv. III 35, 11) zeigen, daſs man später nicht recht mit der Deklination dieser Worte Bescheid wuſste; vgl. kibicinator Gl. II 250, 54, lubicinator srνynrie II 429, 43; IV 166, 12 salpicta: I.(bu- cinator von dem Instrument bucina!) ebenso wie man remigator bildete: Gl. IV 386, 6 remix: r.(vgl. II 591, 33, wo remigor überl. ist), während Grammatiker wie Phocas C. Gr. V 428, 13 den Nom. des Wortes als ungebräuchlich bezeichnen(doch s. Georges). Was endlich acroma an derselben Petronstelle anlangt, so war diese Form allerdings später nicht ungebräuchlich, wie nicht nur Prudent. perist. II 234 zeigt, wo dieselbe durch das Metrum gesichert ist(ergon cachinnis venditus acroma festivum fui), sondern auch C. Gl. IV 6, 37 acromata: scenicorum carmina(= V 162, 21). Not. Bern. 45, 100. Acr. Hor. s. II 2, 94 mit der Var. acroam. Nichtsdestoweniger wird man weder dies noch cornices in den Text des Petron einführen wollen, auch nicht tomatula c. 31 u. 49, über welche interessante Vulgürform ein Wort gestattet sei. Der cod. Traguriensis hat beidemale thumatula, die an der ersten Stelle erhaltenen Excerpta tumatula. Die Endung-taula findet sich auch C. Gl. V 622, 3 omentum est tomatula(vgl. Schol. Bern. Lucan. I 625 omentum ipsa sunt tomacula, quae intestina ab- scondunt), 624, 30 lopantula(sic) vel omentum est pance(vgl. ital. pancia= pantex, Schol. Juv. 13, 118 ed. Lommatzsch), Not. Tir. 103, 79 lumatulum, 80(-lularius), Juv. X 355 in geringen Hdschr. bei Hosius app. crit. tomatula thom. und thum., im Pith. u. a. fömacula, wie Mart. I 41, 9 einstimmig tömacla. Die Formen mit e sind offenbar die älteren und tomaculum von ro in 16½à⁶½, r6,½⁴ςο, roε³

1) Muratori hält es für einen Steinmetzfehler st. ftibicen. Es kann aber aus dem Gen. kibicinis falsch gebildet sein, nach siligo, siliginis u. ä.