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hicam, vel eliam quam vulgus appellat aggagulam in iudicio potuerit adprobare im Ed. Theoder. 54= Kupp- lerin; s. Du C.) zu lesen scheint, mit welcher Glosse man IV 240, 43 ganeo- gulosus, tabernio, propi- nator vergleiche, um zu erkennen, daſs das Wort auch allgemein von einem Bruder Liederlich gebraucht wurde, eine Bedeutung, die an der Petronstelle allein am Platz ist, s. Sittl Arch. II 611 und Fried- länder. Dals aber die urspr. Bedeutung leno war, zeigt schon die Herkunft des Wortes von dy„zu- führen“, lat. de- und perducere(perductor= leno bei Cic.). Irre ich nicht, so ist es den Bildungen auf ãg(oder dꝓς) wie aœracναᷣ=„Gyog Fresser(bei griech. Komikern und sehr oft in den bilinguen Glossen II 36, 44= gulator 32, 15= ganco, Petr. 39 cataphagae, wo Scheffer unrichtig phagi), dawväg u. a., über die Lobeck zum Phrynichos p. 433 handelt, zuzurechnen, also dycyég=, wofür das regelrechtere dycyd würe, vgl. ⁴αeꝓνπ= leno, dycysiov bei Pollux= domus lenonia.
Hier dürfte der Ort sein, der schwierigen Frage, die schon oben wiederholt gestreift wurde, näher zu treten, ob und inwieweit Petronius in den Glossen und in den Tironischen Noten benutzt worden ist. Was die Glossen anlangt, so bieten sie, so weit ich zu sehen vermag, keinerlei Hand- habe zur Feststellung einer solchen Benutzung. In keinem der zahlreichen Glossarien finden sich Lemmata, die durch ihre Ausprägung in bestimmten Formen des Nomens oder Verbums den Verdacht erregten, dafs sie auf eine Stelle des Petronius sich bezögen, dagegen konnte bei gar manchen der oben behandelten Wörter die Beziehung auf andere Schriftstéller mit ziemlicher Sicherheit festgestellt werden. Nur der Schlufs der Glosse minutal im Gl. Aynardi könnte, wie S. 9 fg. dargethan, eine Beziehung vermuten lassen, die freilich auch in jenem Glossar so vereinzelt würe, dals man billig zweifeln kann. Auch sonst ist von antiken Petron-Scholien nichts bekannt. Denn das zuerst anonym Leyden 1645 herausgegebene Glossarium Petronianum, das die älteren Kritiker wie Scheffer, Bosch, Burmann, ja auch noch Forcellini-De Vit im Anhang des Lexikons wie einen alten Scholiasten behan- delten, ist jetzt als plumpe Fälschung des Hermannides, aus den Kommentaren von Wouwer und Goldast kompiliert, erwiesen; vgl. Wehle, obs. in Petr. p. 9, Bonn 1861, und Buecheler Petr. ed. mai. p. XL. Und ebenso sicher ist, daſs die in Excerpten-Hdschr. des Petronius überlieferte Glossen- masse mit dem Titel Petronius Arbiter de antiquis dictionibus'(oder ähnlich) nur dem Zusammen- stehen mit den Exc. ihren Namen verdankt, im übrigen aber aus Gellius, Isidor und Kirchenschrift- stellern zusammengestellt ist, wenn auch durch Zufall einige von Petr. gebrauchte Wörter darin erklärt sind, s. die erste Ausgabe jener Glossen von C. Beck(Cambridge 1860), Reifferscheid Rh. M. XVI 1 und Buecheler p. XII. Scheinbarer ist die Benutzung Petrons in den Notae Tironianae. Dals in dieser im Grundstock vermutlich auf den bekannten Freigelassenen Ciceros zurückgehenden, im Laufe der Jahrhunderte bis zur Karolingerzeit beständig vermehrten Sammlung antike Schriftsteller ausgebeutet sind, ist an sich schon zu vermuten und wenigstens hinsichtlich von Eigennamen nament- lich für Cicero, Sallust und Plinius von Kopp und Schmitz— nach gelegentlichen Andeutungen zu schlieſsen— mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen.¹) Auch für die Benutzung des Petronius glaubte Kopp sichere Anzeichen zu haben(s. oben S. 10 über anathymiasis, um unwahrscheinlichere Beziehungen Kopps zu übergehen), auch Schmitz(s. zu nenige S. 10). Man könnte ferner geltend
werden bekanntlich in Inschriften gern Individualnamen als zweite Cognomina angefügt. Bei Schriftstellern guter Zeit dürfte sich derartiges schwerlich finden, und ich möchte daher auch dieses Argument noch geltend machen für Crolls Meinung, daſs Tac. h. V 12 der Relativsatz quem et Bargioram vocant, der zudem an falscher Stelle steht, eine in den Text gedrungene Randerklärung ist, wie sie sich in Tac. hist. mehrfach nachweisen lassen, zum Teil mit Hülfe des Corp. Gloss.(vgl. meinen Aufsatz im Hermes XXI 424 fl.).
1) Aus Ciceros Verrinen, bes. III und IV, können stammen: die Eigennamen Themistagoras, Theom- nastus, Timarchides, Verrucius, Zosippus, Halaesinus, Haliquensis(= Halicyensis; vgl. Haliq— in der viel- besprochenen Mainzer Votivinschrift, die jetzt auch bei Dessau inscr. sel. 1188 steht), Herbitanus, Thermitanus, Tyndaritanus; aus Cic. p. Clu.: Ancharius, Cluventius, Cominius, Cosconius, Nicostratus, Plaetorius, Oppianicus, Rupilius, aus Sall. Cat.: Autronius, Camers, Catilina, Damasippus, Laeca, Nucerinus, Orestilla, Sanga, Sergius, Siseana, Statilius, auf Sall. Jug.: Adherbal, Bochus, Bomilcar, Gulussa, Hiempsal, Hippo, Jugurtha, Leptis, Mancinus, Masinissa, Massiva, Mastanabal, Micipsa, Nabdalsa, aus Sall. hist.: Fufidius, Sicinius, Conſi)sturgis u. a. ſnsicher ist Kopps Beziehung von instituta maiorum p. 59, 91 auf Sall. Cat. 5, 9, das ebendaselbst stehende
omi militiaeque findet sich auch auf p. 39, 65); aus Plin. n. h.: Aracia, Consoranni, Lacturates, Oscidates campestres, O. montani und viele andere geographische Namen, desgl. die sonst nicht nachgewiesenen Wörter mangonizo, meabilis, nigrico, sororiclatum, thoracatus, villaris. Die ganze Frage nach den Quellen der Tir. Noten verdiente eine gründliche Untersuchung.


