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nicht zu urgieren ist. Dagegen liegt in der Glosse dσνασᷣ arcisellium wohl ein Irrtum zu Grunde, denn AGouak ist korrekt= arca II 358, 49 oder arcula II 25, 18.1) Aber wie man auch die sella arcuata erklären will, ihre Identifikation mit arcisellium wird immer die höchste Wahrscheinlichkeit haben. Was endlich archisellium betrifft, so würde man es sich, wenn es überliefert wäre, im Munde des plebejischen, dazu halbgriechischen Sprechers als Vulgarismus für arcis. gefallen lassen können.) Allein die Tradition artisellium weist zunächst auf arcisell., zumal die Verwechslung von c und! infolge Buchstabenühnlichkeit in der Hdschr. sehr häufig ist, vgl. c. 31 posli st. poposci, 68 emit retentis = emi trecentis, umgekehrt c. 46 constreinum= konstr., 60 scrophas= str. u. a. Nichtsdestoweniger erklärt Du Cange, durch die gar nichts beweisende Schreibung archis. der Not. Tir. verführt, princeps sedes', ebenso Saalfeld im Tens. Italogr.„der oberste Sitz, der Ehrenplatz“, von doꝝ und Ssella. Auch die Erklärung an sich ist bedenklich, da die zahlreichen griech.-lat. Zusammensetzungen mit archi- sümtlich auf irgendwie Beamtete, bez. ihre Amter gehen, denn auch bei architriclinium Not. Tir. 100, 51(nach triclinium, tricliniastes), was Georges als arcitr. Triklinium mit einer Lehne“ faſst, ist der Verdacht nicht abzuweisen, dafs Korruptel aus dem bekannten architriclinus, spätlat. für tricli- niarcha vorliegt.
milva, von Trimalchio als Schimpfwort gegen seine Frau gebraucht. Nur noch C. Gl. II 587, 28 milba: glida(angelsächsisch= Weihe) und Schol. Juv. IX 55 milve(vulg. milvi). Die Gram- matiker lassen nur milvus als Femininum zu. Serg. expl. in Donat. C. Gr. L. IV 494, 22 spricht über milvus als commune gelegentlich des analogen, von Persius gebrauchten turda³), wenngleich an der von ihm angezogenen Stelle Ov. met. II 716 rapidissima milvus vielmehr das Adj. zu dem vorher- gehenden volucris gehört, wie Neue Formenl. 12 615 bemerkt. Doch citiert Georges, Lex. d. Wtf. Anth. L. 729, 4 Riese rustica milvus. Vgl. noch Anecd. Helv. p. 162, 14.
LXXVI. acia, volkstüml. Wort für„Faden“(Titin. fr., Cels.), im rumän. ata fortlebend, mit 6,αα Oerklärt C. Gl. II 13, 43. III 21, 49. 93, 5 u. 5ö. Aufserdem in einem Bobienser Palimpsest 4/5. saec. bei Rönsch coll. phil. 166. Marc. Emp. 2, 20.
LXXVIII. parentalia„Allerseelentag“(Cic. Phil. I13 und oft in Inschr., z. B. C. I. L. V 4489 Parentaliorum et Rosaliorum ſnur inschr. erwähnt und C. Gl. II 428, 34 60010,G haec rosalia, hoc rosalium]). C. Gl. II 142, 22 parentalia- venuα, ebenso III 10, 28 u. ö. in dem Abschnitt'de diebus festis', p. 239, 39 mit dem Zusatz vexoυοιναα V 231, 11 u. 5. parentalia: dies festa(IV 267, 18 festi, 137, 30 festus) paganorum. Charis. p. 34, 4(im Katalog der plur. tantum) haec parentalia ve- aνοα, ubi eos qui peregre moriuntur columt, æaty parentarium(parentaliumb, vgl. oben p. 6 zu cru- ralium) dicitur; vgl. p. 42, 27 über Gen. Pl. parentaliorum(s. o.), Diom. p. 328, 9. Prob. app. 196, 5. 199, 4 parentalia non parantalia. Ausonius Parentalia' nebst praef.
LXXIX.*scrupus(cum per omnes scrupos gastrarumgue eminentium fragmenta traæissemus cruentos pedes), Grundwort zu scrupulus und als solches oft von den Grammatikern erwähnt, z. B. Fest. p. 333 scrupi dicuntur aspera saxa et difficilia atlrectalu cet., Serv. Aen. VI 238 scrupus proprie est lapillus brevis, ähnlich Isidor X 252 scrupus est arena durior und XVI 3, 5 scrupus, lapillus mi- nutus et asper und Don. Ter. Andr. V 4, 37, die vermutlich beide Serv. benutzt haben. In der Litteratur noch belegt aus Cic. rep. III 26. Apul. met. IX 10. Avien. descr. orb. 503. In Glossen: II 263, 10 pf oαα αἀa⁹⁷ι Serupus, V 580, 23 scrupo: harena, IV 288, 38 scrutus: lucis(calcis?) duritig, Gl. bei Loewe prodr. 147 scrupus: terra minuta dura, V 631, 33 scrupus(scuprus cod.) pro-
1) Viell. ist Kontamination aus 2 Glossen anzunehmen: 1dovas Carca;**) arcisellium.
2) Vollends unverständlich ist mir daher, wie Friedländer, obwohl er arcisellium„Sessel mit Bogen- lehne“ erklärt, doch im Text archis. schreibt.
3) Auch corva war nach Varr. 1. 1. IX 55 ungebräuchlich, pava gebraucht Auson. einmal notgedrungen, mergula: æld'iœ steht C. Gl. III 361, 22. Häufiger war wohl nur gracula neben graculus und ist auch ins Roman. übergegangen(frz. la graille): auſser der von Georg. citierten Stelle des Salvian, wo es als Schmeichel- wort gebraucht ist, findet es sich im eigentl. Sinne noch Querol. p. 46, 14 Peiper, Gl. III 450, 1 und, wenn meine Vermutung nicht fehlgeht, Lamprid. Al. Sev. 41, 5, wo gacplas überl. ist, das man verschiedentlich kor- rigiert hat, zuletzt Madvig mit Peters Billigung sehr nichtssagend und von den Zügen der Hdschr. weit ent- fernt in abiculas, wogegen man bei unserer Anderung graclas(Gl. III 435, 51 graclus) nur einen in der Uncial- schrift verlesenen Buchstaben umzustellen braucht.


