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LXXV. fabularis in den Worten guod semel destinavi, clavo tabulari firum est(Plin. mai. aes t.). Nur noch in dem urspr. inschriftlichen Testament eines Galliers statua aenea ex aere tabulari quam oplumo, z. B. bei Bruns, fontes jur. 2975. Scheffer vermutete bei Petr. trabali, was freilich der gewöhnliche Ausdruck war(s. Georg.), aber viell. läſst Petr. den Trimalchio absichtlich falsch reden.
arcisellium mit höchster Wahrscheinlichkeit von Reinesius und Heinsius aus dem über- lieferten artisselliuem(das erste s ist vom Schreiber getilgt) hergestellt unter Hinweis auf die Tironi- schen Noten. In diesen findet sich p. 101, 18 Schm. in einer Aufzählung von Hausgeräten die Reihe arca, archarius, archisellium¹), es folgen scrinium, scamnum, cathedra u. s. w. In einer anderen Ideen- verbindung, wie öfters, steht es Not. Bern. 36, 20 archa, archarius, archisellium hinter ara, arula, vickima, libamentum, wo also die UÜberleitung gegeben ist durch arca= arca turaria. Dazu kommt jetzt noch C. Gl. III 197, 19 fg. in dem Abschn.'de supellectile' μς: arcla oder arcula, Adονα arcisellum(sic), ôtpoog sella, Sνν scamnum u. s. w. Leider führt auch dieser Beleg nicht weiter, und wir stehen immer noch vor der alten Frage: ist archisellium die richtige Form oder arcisellium?), und wenn letzteres, stammt es von arca oder arcus? Für arcisellium als ein sedile, das als arca und sella zugleich dienen kann, sprach sich Hadrianides aus und wies darauf hin, daſs solche Sessel auch noch in der Mode würen: einen derartigen Sessel, der unten von allen Seiten abgeschlossen und mit einem aufklappbaren Sitz eingerichtet ist, könnte man z. B. auf einem der Neumagener Funde im Trierer Museum erkennen wollen, sonst scheint aber nichts aus Denkmälern darüber bekannt zu sein. Natür- lich darf man sich für diese Etymologie nicht auf die Zusammenstellung des Wortes mit arca in den Not. Tir. und Bern.(vgl. auch die Glosse) berufen. Andrerseits spricht nicht, was man einwenden könnte, der Umstand dagegen, daſs alle uns sonst bekannten Bildungen mit arci- von arcus, nicht arca stammen, z. B. arcitenens, arcifer, arcisölium¹), vielleicht auch arcifinius(nach Roby, s. Archiv I 313, nicht von arceo), neben arcubalista- findet sich doch auch nur auriscalpium und das bloſs glossematische auriflaccus(= Groxlæòta Gl. III 330, 46) als Ableitung von auris gegen die zahl- reichen von aurum, wie aurifex, aurilegulus u. s. w. Trotzdem spricht vieles für die andere Erklärung von areis. als Bildung von arcus, die Reinesius und Heinsius aufstellen. Sie erklären es— sehr scheinbar— für identisch mit sella arcuata Gl. Labb.(jetzt C. Gl. III 366, 6 sella arcuata dοσνο) und arquata sellula bei Arnob. II 23 und verweisen noch darauf, daſs bei Tac. A. XV 57 sich eine Frau an dem'arcus sellae', die dort eine s. gestatoria ist, erhängt. Es fragt sich nun aber, wie sella arcuata zu verstehen ist. Marquardt, Privataltert. p. 738², versteht unter dem arcus ein bogenförmiges Ver- deck 4) und erkennt eine solche sella a. in einem zu Pompeji gefundenen Kinderspielzeug. Gewöhnlich erklärt man dagegen arcus als die mehr oder weniger geschweifte Lehne, wie sie die cathedra mit der älteren Agrippina im Capitolin. Museum zeigt. So auch Blümner(nach freundl. Mitteilungo)), und Friedländer übersetzt arcisellium„Stuhl mit einer Bogenlehne“. Daſs die Glosse sella a. mit 9 6"og erklürt, bei dem die Rücklehne gerade ist, spricht nicht dagegen, wird doch z. B. II 329, 29 sella curulis dονοο 1εσαμαοννςo erklärt, wührend III 366, 7 einfach dlpoog steht, II 334, 51 ακνιέιςοα = Sella, cathedra, subsellium, III 217, 47 cathedra,= 906„, 269, 37 06„⁴l sedes und anderes, was
1) So die maſsgebende Casseler Hdschr., in andern artiscelium, arcissellium, arcisellium.
2) Die Endung in beiden Fällen nach Analogie von subsellium, bisellium(Varr., Inschr. und Glossen wie II 30, 21 u. ö. bisellium dνειςοιον und das zweifelhafte supersellium Gl. V 188, 2 decoramenta templi supersellia id est scamnalia, wo andere Hdschr. prosellia bieten. Vgl. III 418, 46 scamnum sympselion d. i. eυμρlv, als würe es ein Compos. von Pεᷣοαιαν Armband'(subsellium II 467, 27. V 196, 7, in Hdschr. Val. Max. II 2, 7. Cic. Phil. II 19 cod. Vat.), wozu sich eine auffallende Parallele in der Lydischen Inschr. Bull. de corresp. hell. XI p. 454 n. 16 bietet: x⁰ν Sυμα̈ ceᷣ mνolσ τ ος συσνσ‿έειςα ετοαοσεν begünstigt wurde die volksetymologische Um- gestaltung des Wortes wohl durch den UÜbergang von 5 in m, worüber s. Schuchardt, Vok. T 182. Subsellium wurde auch gräcisiert zu ισεμιον nach Gl. II 310, 46 dπαόόμιον: subsellium.
3) Das Wort findet sich in einer christl. Inschr. der Kallistus-Katakomben aus dem Anfang des 4. Jahrh. cubiculum dupleg cum arcisgliis et luminare, die man jetzt auch bei Buecheler, Anth. lat. epigr. n. 656 findet. Vgl. Sittl, Archäol. S. 322. UÜbrigens wollte Scheffer das Wort, dessen thatsächliche Existenz er nicht kannte, als Ableitung von arcere und solem auch bei Petron herstellen.
4) So arcus nach allgemeiner Ansicht in dem Ausdruck currus arcuatus bei Liv. I 21, 4. Wenn aber Marquardt, Privatalt. p. 735² dazu bemerkt: edie arca pilenti erwühnt auch Macrob. sat. I 6, 15, so habe ich ihn in dem Verdacht, dals er arca und arcus verwechselt. 3
5) B. läſst jedoch die Möglichkeit offen, daſs die ganze Form einschlieſslich der Beine gemeint sei.


