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2 (1850)
Entstehung
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den Abschnitt'de diebus festis' Gl. III 171, 66(hinter pevéνααο: natalis) und 239, 48. Neuerdings hat Rolfe Archiv X 237(Die Ellipse von ars), ohne die Glossen zu kennen, wieder die falsche Erklärung älterer Gelehrter aufgewärmt, wonach b. facere darauf gehe, dafs der Sklave zum ersten Mal seine Kunst im Rasierenan sich selbst gezeigt, und wenig verschieden sei von dem im frz. faire la barbe, ital. far la barba fortlebenden Ausdruck barbam facere Lampr. Heliog. 31.¹) Dals es auch keinescherzhafte Neubildung nach Analogie ist, wie derselbe meint, beweisen die Glossen auch. Dagegen scheint barbatorige(Plur.) bei Greg. Tur. h. Fr. X 16Maskeraden zu bedeuten, s. Du Cange s. v. barbator und-oria. UÜbrigens scheint barbitondium facere dasselbe wie barbatoriam f. zu bedeuten in der Interlinearglosse einer Leidener Juvenal-Hdschr. zu III 186 metit barbam: balbiton- dium(sic!) facit, verglichen mit dem Scholion zu libris(Juv. schrieb libis) venalibus: lihros venales vocat panes illos, quos pueri in barbitondio patronis suis dant etc., denn in dem Scholion zu Pers. I 15 steht barbitondium in etwas anderem Sinne, vgl. Rönsch, coll. phil. p. 143.

LXXIV. purgamentum=Unflath, Auswurf: Fortunata male dicere Trimalchioni coepit et purgamentum dedecusque praedicare, qui non contineret libidinem suam. ultimo etiam adiecit Scanis'. Für diese Anwendung des Wortes führt Friedl. zwei Stellen aus Curtius VI 11, 2 purgamenta ser- vorum und X 7, 7 p. quondam urbis suae und Vulg. I. Cor. 4, 13 tamguam purgamenta(reοααναςο- aœra der Urtext) hujus mundi facli sumus, omnium peripsima(xeolννννμυα aus dem Urtext beibehalten). Auch die Glossen kennen diesen vulgären Gebrauch; so wird purg. als Schimpfwort bezeichnet II 334, 40 ad⁴νιαρμα επ εοεσς purgamenlum, angewendet in dem Schulgespräch von Montpellier III 286, 50 ff. (ſ= 657), wo ein Herr zu seinem Diener, der ihn ins Bad begleiten soll, sagt: duοx⁵οοννεα πμέαν. Go*² ILycο, εᷣααναέενεμμαμραα seguere nos. tibi dico, purgamentum. In diesem Sinne ist viell. auch der Titel Purgamentum einer Komõödie des Afranius bei Nonius p. 515, 10 zu verstehen, wo es doch nicht nôtig scheint, gewaltsam Prioigno: amanti(letzteres zu dem Citat aus Afr. gezogen) mit Lipsius zu ündern, obwohl auch der neueste Herausgeber Luc. Müller Bd. II S. 358 es billigt und als den Verdacht (welchen?) steigernd den Umstand bezeichnet, daſs das Wort sich vor Livius nicht finde. Ich meine, selbst wenn das Wort erst durch unsre Petronstelle als volkstümlich bezeugt wäre, könnte man es einer Komödie aus der Zeit 100 v. Chr. mit gutem Grunde vindicieren. Wie übrigens ιμραριραα und ähnliche Worte auf religiöser Grundlage sich zu der in Rede stehenden Anwendung entwickelt haben, darüber hat kürzlich Usener in seiner geistreichen Abhandlung überden Stoff des griech. Epos (Sitzungsber. der Wiener Akad. CXXXVII, S. 62 des Sep.-Abdr.) gehandelt.²)

bucinusTrompeter, vom Hahn gesagt(Varr. sat.). Sonst nur noch in Glossen vorkom- mend, in zweierlei Bedeutung: als Tritonsmuschel: II 349, 17 bucinzus usfous a⁵οαασαος, III 396, 36 u. ö. bacini iuasg, als Instrument: Plac. V 50, 18 bucina erit tuba Quaſsi] signum dat bucinator, bucinus ipse canor= Caper C. Gl. VII 99, 16, wo das am Schlufs angefügte editus ex hac die ursprüng- liche metrische Fassung noch deutlicher durchblicken läſst, wie auch bucinus durch das Metrum garan- tiert ist, während freilich Isid. XVIII 4, 1 bucinum überliefert ist, wie denn für beide Bedeutungen in der Litteratur an den zwei Stellen, wo das Geschlecht zu erkennen ist, bucinum erscheint: Plin. n. h. IX 130(Tritonsm.) und Hyg. castr. 21(Signalhorn). Was C. I. IV 2371 bucinas bedeuten soll, ist unklar.

Gl. V 206, 9 mit Euorijo rasorium(ital. rasojo) II 378, 41 u. ö., dolabrum est dolatoria V 287, 53 mit dolatorium bei Veget. u. a., palmatorium= ferula Schol. Juv. II 143 bei Cramer p. 588 neben palmatoria Osb. p. 240(feria: palmatoria, volaria), wie noch jetzt im Span. messoria= dodravov bei Rönsch coll. phil. 197 fg., wo auch noch einiges andere aufgeführt ist, desgl. bei Paucker, Material. zur lat. Wortbild. I 31 ff.

1) Damit vergleiche die Vorschrift des Auctor de dub. nom. C. Gr. L. V 572, 18 barbam tondere dicendum, non facere, sicut Varro. Ebenso sagte man ungues facio nach C. Gl. II 384, 36 6πνέρααα u. f., ebda. Z. 35 duxteoᷣœ ungues demo(vgl. Plaut. Aul. II 4, 33), II 211, 3 ungues resecat ovvxlgen, welches letztere in der Litteratur das gewöhnliche ist: Val. Max. III 2, 15. Petr. 45. Mart. III 74, 4. Plin. n. h. XXVIII 28; vgl. irre- sectis unguibus bei Horaz und C. Gl. III 326, 19(de ferreis') 6vνᷣνπωοωωτwQν resectorium, wo die Hdschr. refect. hat.

2) Nicht berücksichtigt ist dort purgamentum und pharmacus(Petr.). UÜber zεοενννα sind jetzt auch die von Landgraf, Archiv IX 412 fl. zusammengestellten Glossen zu peripsema zu vergleichen. Ubrigens scheint purgamentum abstrakt in sakraler Bedeutung selten, die Lexica citieren nur Petr. 134. Vgl. noch Fest. p. 213, 27, Eph. ep. VIII p. 228(lud. saec. 17 v. Chr.) und C. Gl. III 239, 16(de sacrificiis) ràõ νανι⁴εμρασαα urgamenta.