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2 (1850)
Entstehung
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vilicatio(Col., Hieron.). C. Gl. V 336, 27 vilicacionis: dispensationis und 414, 57 vilica- lionis: praepositurae gehen viell. auf Vulg. Luc. 16, 2, welche Stelle bei Georges nachzutragen ist. Späteres bei Du Cange und Cesareo p. 44.

LXX. coldepium. Schon bei Plautus Pers. 92 colwphia, als Athletenspeise Mart. VII 67, 12 (coloephia) und Juv. II 53, wo die ältern Scholien: athletarum cibum dicit und pulmentum. Daſs es ein Stück vom Schwein bezeichnet, geht aus der Petronstelle hervor, wo es neben vulva, lardum und verna steht.¹) Genaueres lehren die systematisch angeordneten Glossen des III. Bandes(unter Schwei- nernem): p. 314, 45 οꝭQꝶiχmχe, ⁸coloefion= 87, 34(colofium), p. 14, 44 οες: colusium(verlesen aus colufium) und die Schulgespräche von Montpellier p. 287, 53 dôére rihy rooxhlox zal 1ov zo³eνν date collarem(s. oben S. 13) et coloefium. Die hier erscheinenden griechischen Wörter aco³⁷ und εος (dieses sehr selten), woneben es noch eine dritte Form zoνα gab, bezeichnen den Hüftknochen mit dem dransitzenden Fleisch. Dazu stimmt es, wenn Phrynichos p. 77 Lob. die Diminutivform ααναυσον, gebildet wie rex½νoeν, εοςνυςσον, νννρααον u. a., verwirft und αα vorschreibt. Die latein. Trans- scriptionen aber in ihrer Mannigfaltigkeit colyphium, coloephium, colofium, colufium entsprechen genau der sonstigen Wiedergabe von v(s. oben S. 10 A. 1 zu anathymiasis), vgl. besonders 1yvoo= lagyna, lagoena, lagona, laguna bei Georges Lex. der lat. Wtf., uudòcεννα dydonia, cotonia(ital. cotogna), eutonia u. a. Eine Ausnahme macht nur colaepium bei Petron, was man vielleicht als plebejische Form gelten lassen kann, ohne genötigt zu sein, mit Lobeck eine besondere Form 1απmeν(bez. XOνσᷣάꝶ˙ο, wie Susov, von acoον, bez. ⁵ι) anzusetzen, die bei Suidas II 374, 3 Bernh. nur auf Konjektur beruht. Die reinlat. Glossare bieten nichts Besonderes in den Glossen: Gl. Plac. V, 55, 39 colipium: genus carnium, quod athletlae vescuntur de corporis firmitate, ut fortes sint; so der liber Gloss. des Plac., dagegen die römischen Hdschr. des Plac. coliphium und ad c. sanitatem); 495, 6 colefius: iunctura corae; Gl. Scal. 608, 54 pulpedinem: colophium, die vielleicht ursprünglich umge- kehrt lautete, vgl. oben Schol. Juv.; 180, 32 colifium, quod Graeci oxœoœυνννν dicunt, wo etwas wie d³⸗oνννμν= dwocv. gemeint scheint, wenn auch die Erklärung dann ungenau ist oder auf Contami- nation beruht, vgl. III 14, 47 dvlxxν ungella= Schweinsklaue.

*gastra oder gastrum(notavimus ostrea pectinesque e gastris labentia und c. 79 per omnes scrupos gastrarumque eminentium fragmenta), wie es scheint ein thönerner Topf, vondoroa Bauch eines Gefälses und spätgr.= bauchiges Gefäls, nach Diez davon ital. grasta= Blumentopf, vygl. Gargil. de re hortensi IV 5 bei Forc.-De Vit. Die Form gastrum ist sicher nur Marc. Emp. VIII 23 supra gastrum lotii virilis und Gl. Arab. lat. gastrum: vas aeneum cum fundo angusto.

LXXIII. barbatoria(¶Trimalchio: amici, inguit, hodie servus meus barbatoriam fecit... itagque kangomenas faciamaus et usgue in lucem cenemus), aus babatoria hergestellt von Scheffer unter Hinweis auf die Glosse υνοοοσεα Harbaloria II 426, 55 und nach dem Zusammenhang der Stelle richtig erklärt de solemni barbae rasura, cum primum ponitur et consecratur deo, quod vero simile est factum cum pompa et convivio; imo docet aperte Juv. III 186. Dals es ein Festtag ist, also wohl urspr., wie bei natalis, dies, nicht ars zu ergänzen ist*), wird bestätigt durch die Einreihung der obigen Glosse in

1) Anders colefium und acrocolefium bei Veget. mulom. V 17, 5. VI 1, 2 Schn. und Apic.§ 179 u. 208 acro colevius(sic).

2) Die substantivierten Bildungen auforia sind, wie die entsprechenden Adj. verhältnismäſsig jung und ihre Ergänzung verschieden. Martial hat adventoria sc. cena(vgl. profectoria, Hist. Apoll. 25), Hadrian in einer Adlocutio(C. I. VIII 2532) viatoria sc. pecunia wie itorig bei Augustin u. a., s. Arch. VIII 139. IX 52 (Gl. II 92, 33 istonae xoosurat lese ich itorige. Vulcanius wollte instat woosbera!). Am häufigsten sind ars, navis und epistula zu supplieren. So ars bei aedificatoria, elocutoria, fictoria, fossoria, oratoria, pictoria(auch C. Gl. III 471, 64), piscatoria, s. Rolfe, Arch. X 229 ff., dazu gladiatoria Corn.-Schol. Juv. II 143. Navis bei cur- soria, lusoria, speculatoria, sulcatoria, s. Wölfflin, Arch. IX 284 ff., dazu piscatoria Gl. III 205, 13. Epistula bei: notoria, tractatoria, relatoria und vielem anderen bei Späteren. Wieder anders sind curatoria= modernem Kuratel in den Digesten, ebd. rescissorig sc. actio; strictoria sc. tunica, suasoria sc. oratio, speculatoria sc. caliga, pariatoria bei Augustin u. C. Gl. V 509, 34 p. persolutio vel adimpletio debiti vel supplimentum(also doch wohl sc. pecunia?), dimissoria Gl. II 238, 56, daraus Gl. nom. 577, 2 dim.: famuli voluntaria dimissio, welche Erklärung fraglich erscheinen kann im Hinblick auf Cass. Fel. c. 57 prima anetica die(sc. febris), i. e. dimis- soria und dimissoriae litterae in den Digesten. Im Romanischen bezeichnen diese Bildungen meist Werkzeuge (s. Diez, Gramm. II 355) statt der in der Litteratur üblichen Neutra, vgl. grosa: rasoria(codd. rosaria) argentarii

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