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2 (1850)
Entstehung
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LXVI. gizeriaMagen und Eingeweide von Hühnern: Paul. Fest. p. 95, 7 giseria(Vv. l. gigeria): ex multis obsoniis decerpta. Non. p. 119, 16 gigeria: intestina gallinarum conhis et ita(cum isiciis verm. Douza) cocta mit einem Luciliusfragment gizeria insunt etc., bei Apicius 3 mal, wo die Überl. auf giz. weist. In Glossen II 33, 62 gileriis gallinarum: riνν νεασν νν ον⁵ων, wo die Er- klärung auffällt(ãuoa= dxονπμναμα); danach zu restituiren ist wohl III 488, 11 duoarov geserig, wo zwei Glossen wie oft zusammengeflossen scheinen: duοœrov merum und dnda 1dν dutν: geserig. Sowohl die letztere Schreibung als auch die obige gileriis bestätigen gizeria als bessere Form, obwohl die romanischen Sprachen beide entwickelt haben: frz. gésier, dagegen picard. giger, nach Gröber, Arch. II 438. Gileriis scheint mir verschrieben aus güeriis, was man an sich auch auf gigeriis zurückführen könnte, aber unwahrscheinlich im Hinblick auf p. 32, 2 desselben Glossars, wo gala statt gaza steht. Vgl. die inschr. und hdschr. Schreibungen gaia(Liv. XLIV, 10, 3 Vind.), gaiophglacium, Josimus bei Schuchardt, Voc. I 69, ebda. 70 über g= 2z im Roman.(ital. geloso= zelosus, frz. ja- loux, dazu gingiber= zingiber?).

calvae. Friedländer bemerkt:Schuch zu Apic. VI 232 cenux pontica, tenui putamine, barba molli majorem partem protegente, summo capite ut nudo prominente Bartnuls. Nach Hehn, Kulturpfl. p. 3215 hat man bei Cato r. r. 8, 2 nuces calvas¹) avellanas praenestinas et graecas bei den ersteren die Wahl zwischen Wallnüssen und Kastanien, die beide aus dem Pontos stammen. In Glossen finde ich es nur II 96, 37 calvae- ovrind sꝓꝙuytyæ(vgl. Plaut. Poen. 326 frictas nuces). Da nun rovraxéy auch in den Glossen stets als Erklärung für Haselnüsse steht, z. B. II 135, 36 nua avellana xοντιανĩ) u. ö, so wird man geneigt sein, Schuch Recht zu geben.

ursind, sc. caro, ein nur hier erwähnter Genufs, den Friedl. auf die massenhafte Verwen- dung der Bären bei Tierhetzen und ihr Vorkommen in Lucanien zurückführt. Funck Phil. LIII 128 macht darauf aufmerksam, daſs sich C. Gl. III 316, 59 unter allerhand Fleischarten auch aozια) ursina findet. Ebenso noch p. 364, 31(exc. Steph.), 543, 19 arcea: ursine carne.

concaco(Phaedr., Sen. phil. ¹)). C. Gl. III 402, 62 fg. concacasti aœréxνεαεσς 1), concacavit aœriνειοεν, concacius enchesten(concacatum ouyxsodeν verm. Götz). Noch spät in der lex Sal. tit. 30, 2 si quis alterum concagatum clamaverit, CXX dinarios oulpabilis iudicetur, beachtenswert, weil auch bei Petr. concagatum überliefert ist, wie im Roman. prov., sp., ptg. cagar, rätorom. chigar, Compos. ital. sconchigarsi= concacare se. Bei Petr.) bezeichnet catillus concacatus ein Gericht, nach Friedl. etwa ein Ragout, dessen feste Bestandteile von einer Sauce übergossen waren. Doch ist die Sache unsicher. Ich verweise auf Athenaeus 647c, der aus dem Kochschriftsteller Chrysippos von Teana unter Back- werken anführt deτα³οo νέeoo Asyεαμεᷣνοο πσ ⸗̈ναμασ; zum Gebrauch von catillus vgl. auch die Gerichte bei Apicius patina cotidiana, p. versalilis u. à.§ 121 ff.

1) Bei Plin. n. h. XV 90, der sich auf die Catostelle bezieht, haben die Hdschr. galbae.

2) Die folgende Glosse nuæ graeca: dιννοαov(ebenso III 316, 13) bestätigt Hehns auf den feststehenden Sprachgebrauch gegründete Ansicht, dafs n. graeca nicht, wie Ernst Meyer in seiner Gesch. der Botanik be- hauptet, die Kastanie sei, sondern die Mandel. Übrigens erklärt Macr. sat. III 18, 5 die nux avellana und n. praenestina für identisch.

3) Klassisch würe nur dourelc. doxog ist die spätgriech. Form für doxros, die in Glossen ungemein häufig ist, ebenso inschr. Ed. Diocl. VIII 33 douεlος(= ursinus) und dxægulas auf einer Windrose(Hermes XX 623; nach Eustath. zu Hom. 1156, 17 des Wohlklangs wegen), wie Gl. V 440, 46 aparcias: septemtrionalis; noch jetzt neugriech. volksmälfsig dοαοdας Bär für das gebildete dourog. Auch Jul. Capit. Gord. 33, 1 haben wohl diejenigen Recht, die arcoleontes als dourol. erklären: gegenüber den Anderungsversuchen älterer und neuerer Gelehrten(zuletzt Friedländer, Sittengesch. II p. 399, A. 2 archileontes) verweise ich auf Polem. Silv.. laterc. ed. Mommsen p. 267, wo arcoleon neben arcomus unter Vierfüfslern aufgezählt ist, was schwerlich aus jener Stelle geschöpft ist.

4) In der apocoloc. c. 6, wo er Claudius sagen läfst vae me, puto, concacavi me, wonach man Ernestis Urteil, puto sei frigidum' in Vespasians Ausspruch vae, puto, deus fio bei Suet. Vesp. 23 beurteile.

5) Auch das kurz vorhergehende caseus mollis ist wohl ein technischer Ausdruck. Nach Varr. r. r. II 11, 3 et etiam est discrimen utrum casei molles ac recentes sint an duri etc. scheint er sich nicht wesentlich von dem häufiger erwähnten c. recens unterschieden zu haben, auch Cels. II 20 führt ihn unter leicht ver- daulichen Speisen auf. Erwähnt wird er schon von Plaut. Capt. 851(als Schmeichelwort Poen. 367 molliculus c.); Paul. Fest. p. 90, 2 fiscellus(io verm. O. Mäller): mollis casei appetitor= C. Gl. V 599, 41; Pompon. bei Charis. 79, 19 caseum molle neutral, Apic.§ 137 caseum mollem excaldatum, C. Gl. III 315, 12(de escis') rooοs derods caseus( os?) mollis; Stat. silv. I 6, 20 m. caseoli.

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