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2 (1850)
Entstehung
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muttiomucksen, meist mit Negation und von Menschen gebraucht(Enn. Plaut. Ter.; von Hunden Vulg.), im Romanischen erhalten: sard. mutire= rufen u. a. C. Gl. II 265, 20 pouso mul- tio; V 524, 5 muttire: loqui(= Paul. Fest. p. 144, 9), 467, 22 m.- leniter loqui, 225, 3 muttit: gannit (umgekehrt 204, 31); 663, 19 nec muttire potest; IV 405, 43 amusus: lacitus, non mutiens ¹)(αοαασαο*ο), vgl. V 520, 14 amussim lacile logui, quod mulire inlerdum dicilur= Paul. Fest. p. 6, 10(amussis von maussare abgeleitet!). Dazu Lucil. 534 EL. Pers. I 119. Vulg. Jos. 10, 21.

LXII. scruta= Gerümpel, Trödelwaaren(Lucil., Hor.). C. Gl. II 180, 35 scruta voury (daraus 592, 52 scruta: vilia mercimonia), umgekehrt 265, 25. Schol. Acr. Hor. ep. 1, 7, 65 quas alii grutas vocant(alii'scruta est fraclum miliumꝰ), wonach Roensch in Rom. Forsch. III 372 gruta als Grundwort für ital. grueeo,Haufen zusammengetragener Dinge aufstellt gegen Diez' Ableitung von ahd. gruzeiGrütze. Vgl. Götz comment. Wölfflin p. 129 ff. über scruta nebst Ableitungen, wie scru- karius u. a. Auſserdem ist bei Georges nachzutragen: scruta vendentes Vulg. 2 Esdr. 3, 40 und 3 Regg. 10, 15.

versipellis in der seltenen BedeutungWerwolf(Plin. mai., Apul.). Vgl. C. Gl. II 207, 7 versipellio Taαμααον νu υν‿νσv, daraus II 596, 56 vM.: qui interdum homo.

LXIII. ipsimus bez. ipsuma, von Buecheler zuerst erkannt in den Corruptelen pim mostri= ipsimi nostri(wie c. 75, wo das erklärende Glossem domini eingedrungen ist, und 76) und c. 69 ipsum ammeam= psumam meam(wie c. 75, wo dominae Glossem). Friedländerdie nach Art der Super- lative(abréörarog²) gebildete vulgäre Form ist entstanden aus der Gewohnheit der Sklaven, den Herrn und die Herrin ipse, ipsa zu nennen(z. B. c. 29 barbam ipsius); vgl. Riese zu Catull. 3, 7.[C. Gl. V 535, 20 ipsa: domina, 571, 22 ipse nomen honoris est(vgl. C. Gr. L. VII 119, 5 ipse pronomen dignitatis est, iste abiectionis, Serv. Verg. A. VII 92), daher denn auch ipse æourög, ipsa xbri III 375, 32 in einem Abschnitt über Verwandtschaftsnamen u. ä. figuriert]J. Die Form ipsimus als eine vulgär- lateinische setzen die roman. Wörter altfrz. medesme, ital. medesimo aus met ipsimus) voraus; Gröber, Archiv III 269 f. So viel ich sehe, ist ipsimus in Glossen und auch sonst noch nicht nachgewiesen. Denn wenn der kuriose, der Merowinger Zeit angehörige sog. Aethicus Ister p. 63, 23(ed. Wuttke) aus einem fingierten Philosophen die Worte citiert: a latice clima secreta allegatus infantia prius a doria (lieſs adoria), quin per ipsima Argivi exsullant se fore tantia() adulescentia, so möchte ich nicht mit dem Herausgeber einen Beleg für ipsimus darin erkennen oder einen durch Abkürzung entstandenen Abschreiberfehler für psissima, sondern eher glauben, daſs peripsima, nicht per i., gemeint ist und dieses Wort wie anderes¹) von ihm aus den Glossen geschöpft ist, wo es eben in der Schreibung peripsima(= xeolémd, vgl. unten S. 20) häufig erscheint, z. B. V 630, 34 p.: purgamenta tola(=½ om- nia. frz. fout) vel media planta pedis, noch öfter in der Form perissima, s. Landgraf, Arch. IX 412. Dagegen verdient, was die alte Superlativbildung ipsimus anlangt, die öfters, aber unverdorben nur C. Gl. V 179, 17 clarimum: clarissimum überlieferte Glosse herangezogen zu werden(man vergleicht, purime telinero bei Paul. Fest. p. 252 und bruma aus brevima) und wohl auch Gl. II 86, 9 inpurimum dud αστoν(purimi salis Konj. von Schuch für plurimi s. bei Apic. 271; zweifelhaft ist auch pulcrimus Not. Tir. 70, 75 und crassimus Osb. 101).

1) Die Schreibung mit t wie bei Petr. und sonst gelegentlich, wie Plaut. Pers. 827, doch vgl. muttum (frz. mot) C. Gl. II 132, 2 muttum vyoë, Schol. Pers. I 119 dicimus emuttum nullum' id est nullum emiseris verbum, wo die Ellipse doch nicht anstöſsig ist(mut tu L. Müller zu Lucil. p. 201); anderes aus dem späten u. Mittel- latein s. bei Forc. und Du C. Khnlich hittus ꝓœœν νανυνςσ II 69, 2 von hittio: Ixvsio III 483, 23.

2) ipsissimus bei Plaut. und Afran.

3) Vermutlich hat sich das met vom Pron. zuerst losgelöst in Verbindungen wie memet ipsum= me metipsum, moi-méme. Dann sagte man auch per suum corpus metipsum u. à., s. Du C. und Forc.

4) Nachweise bei Götz, Ber. der Sächs. Ges. d. Wiss. 1896 S. 71. So lälst sich noch manches aus Glossen erklären, woran Wuttke geändert hat, z. B. p. 66, 23 torus et stefadium(W. p. CXV A. stefanium= oreꝓd ¹0p) nach C. Gl. V 249, 33 toris: stefadiis, was vulgär für stibadiis ist. Ebenso wollte Haase stefanium iändern bei Greg. Tur. de cursu stell. 21 haec stellae symma(= GPνμα⁴α), id est stefadium vocantur a quibusdam. Uberhaupt ist die Ausgabe W.'s heute ganz unzureichend wie mir eine flüchtige Lektüre gezeigt hat. collium hirmo c. 59 ist richtig(W. hirculo?): es ist griech. sfolς=Reihe, Kette(hirmus als grammatischer terminus Serv. Verg. Aen. VI 703. C. Gr. L. IV 398, 30 zu vgl. mit Isid. I 35, 18). Die Worte quia nisi Dominus adiuvassit me... anima mea sind biblisch: Vulg. Psalm. 118, 87..