Druckschrift 
2 (1850)
Entstehung
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von Silber waren wie die Salzfässer, bestätigen ebenfalls die Glossen, da sie im III. Bande stets unter der Rubrik ede argenteis' erscheinen p. 22, 49( d¹cv) u. a., nach der Beobachtung von Funck, Phil. LIII, 127 fg.

collaris. Das mit cervical beschriebene Loos gewinnt eine offla collaris. Das singuläre Adj. collaris wird glünzend bestätigt durch die Schulgespräche von Montpellier Gl. III 287, 51 fg.= 658, 17. dörs olvund nal i cxlo ete. date sinape et collarem(Halsstück), s. Funck a. a. O. Ubrigens ist auch Apic. 287 das überl. ĩn collari porcino, das Schuch wie oft gewaltthätig ündert, wohl so zu erklären(die vorhergehenden Worte et hoc sind vielleicht umzustellen und mit ihnen ein neuer Satz zu beginnen).

canale et pedale: dem Gewinner werden lepas et soleg gebracht. So hat Buecheler die Uberlieferung canalem et pedalem richtig verbessert und erklärt'res cani pedibusque aptas'. Canale: in konkreter Bedeutung, die doch die Analogieen anderer Losüberschriften anzunehmen gebieten, findet sich C. Gl. III 467, 56 fg. canalis zοοοσα canale¹) Seiboov und in den sog. sententiae Varronis n. 91 der Rieseschen Zählung, beidemal für canalis im gewöhnl. Sinne, bei Petron. nach Burmann für ca- nalis in der chirurgischen BedeutungRöhre für das geschiente Bein(Cels. VIII 10), wozu dann pedale gut passen würde in einer Bedeutung, die C. Gl. II 144, 19 gegeben ist, pedale dον z ro- deiovSocken um die Fülfse. Anders wird p. freilich erklärt II 144, 18= 6eε&⁵ααά εονTuch zum Fufswaschen, ebenso Herm. Monac. III 193, 33, wo der Ggs. xelοεᷣαννααeκμν mappa vorhergeht. Was aber auch immer Trimalchio unter pedale verstand, jedenfalls scheint mir der Witz zu fehlen, wenn man, wie die Erklärer bei Burm. und dieser selbst, soleg alsSandale falst. Sollte nicht der Fisch gleichen Namens gemeint sein, der schon von Plaut. Cas. 495 zu einem Wortspiel benutzt ist? Auf diese Weise wären lepus et solea beide Eſsbares. ²)

muscariumPliegenwedel(Mart.). C. Gl. II 373, 52 Gυιοοειο muscarium, daraus 587, 48 m.: flabellum. V 295, 44 flabellum: masc. Vgl. noch Du Cange.

LVII. dignitossus. C. Gl. II 49, 38 dignitosus deειωs⁷ʒnog, ital. dignitoso, s. Friedl. Dazu C. Gl. V 409, 8 dignitosa: meodomlice(angelsächs.), was freilich vermutlich auf Aldhelm. laud. virg. c. 54 dignitosam innocentiae palmam geht, so dafs dignilosam mit Verdoppelung des folgenden m zu lesen wäre: denn daſs Aldhelm. in jenem Glossar benutzt ist, hat Schlutter nachgewiesen. Aufserdem citiert Roensch Itala p. 126 3 Stellen aus Past. Herm. lat., wo es Ubersetzung von àνο05og ist, anderes Du Cange und Osb. p. 166(Citat aus Jo. Chrysost.). Was die Bildung selbst betrifft, so finden sich nur wenige Analogieen: das auch klassische calamitosus, das nachklass. amaritosus, infeli- citosus(C. I. IX 1867), egestosus, bez.-uοsus, desgl. tempestuosus, volupltuosus. ³)

lacticulosus, von Scheffer aus laelic. hergestellt nach Glossen, die das Wort mit Jεπαυꝓνααας erklären, jetzt im C. Gl. II 120, 33(daraus übersetzt p. 585, 28 I.- lac desinens habere, vgl. Osb. p. 329 l.- lac desiderans) und 361, 33, wo auſserdem eine sonst nicht nachweisbare Form lacticularius steht. Deutlicher als diese Glossen reden die jetzt erst bekannt gewordenen des III. Bds. unter der Rubrik

1) Unklar ist canale in der Glosse caupilus: scapha, canale, locellum V 176, 25(viell.= theca can- narum als Erkl. zu Joc.; vgl. zu locellus S. 27). Ahd. Gl. III 444 bez. canal ein Hundehaus.

2) Darf man für die folgende Losaufschrift porri et persica, denen flagellum et culter als Geschenk entsprechen, auf C. Gl. II 562, 48 ILaοννGνσ εαωαα⁵οαιον cultellum verweisen? Plin. n. h. XXXIV, 145 stellt das Parthische Eisen gleich nach dem Serischen. Vgl. die cultri Norico ferro Petr. 70 und cultelli e Bithynia ad- vecti Varr. sat. 197. Wenn übrigens E. Lommatzsch, quaest. Juv. in den Suppl. der Neuen Jahrb. XXI 409 mit Friedl. obige Glosse auf Juv. II 169 bezieht, so steht dem entgegen, daſs sich im II. Bande der Glossen keinerlei Anzeichen von Glossierung Juvenals, abgesehen von Philox.-Glossen, finden.

3) Noch wenig beachtet sind die Bildungen auf-osus von griech. Wörtern, wie C. Gl. III 331, 64 charitosus: Eoxαoνοεοs, was sich C. I. IX 3482 von einem jung gestorbenen Knaben findet, X 2177 charitiosus(andres bei Du C.). Ebenso chrematiosus: pecuniosus im Liber Gloss. bei Loewe gl. nom. p. 164, proscariose: affabiliter vel iucunde, cari enim graece gratia dicitur C. Gl. V 324, 61. So im älteren Latein cnephosus, bez. gn. bei Paul. Fest. p. 51 und 95 von uvꝓæs, zu geschweigen von stigmosus u. a., da stigma völlig latinisiert war(Petr. 45 Acc. stigmam): das Wort findet sich aufser Petr. 109 und M. Regulus bei Plin. ep. I 5, 2. noch in den Veroneser Vergilscholien zu Aen. IV 146(= tättowiert) und in einem noch späteren Texte Arch. IV 444, dafür stigmatosus Osb. p. 564(vulneribus plenus erkl.). Freilich findet sich z. B. acharis und eucharis Vulg. eccles. 20, 21. 6, 5. ersteres erscheint völlig latinisiert in dem Adverb. achariter, s. Archiv IV 600 und vgl. Körting s. v. acharis über Toblers Etymologie von acaridtre, die mir nicht so unmöglich dünkt.