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rcentonarius(Fabrikant von centones, speziell von Lappendecken, die beim Feuerlöschen benutzt wurden): C. Gl. III 308, 24(= 525, 49) uevrυνοοέ‿σοσ: centronarius(griech. aeroo, lat. cenlo). Die von Georges citierte Inschrift eines vestiarius centonarius Orelli 4296 ist gefälscht, s. C. I. L. V 50. Dagegen käme noch der Titel eines Mimus des Laberius ecentonarius'(bei Non. p. 107) in Betracht, wo Ribbeck an die in Inschriften der Kaiserzeit begegnenden collegia fabrum et centonariorum er- innert(Feuerwehren, s. Friedländer Sittengesch. IIIy 207). Beachtenswert ist jedoch Wölfflins Auf- fassung(Rh. M. 43, 308) cent. sc. mimus, wie mimus laserpiciarius Petr. 35 u. a., also ein Mimus, in dem ein cento eine Hauptrolle spielt. ¹)
libertus, ein Fechter, der schon rude donatus wieder freiwillig auftritt: so erklürte zuerst richtig P. Meier, de gladiatura(Diss. Bonn 1881) p. 48 n.; wührend die ülteren Erklärer es von der manumissio statt der missio verstanden hatten. Derselbe zieht Gladiatoreninschriften mit den Ab- kürzungen LIB oder LIBR, auf griechischen elev(= 24evH*ε.ραεε⁴ς) treffend heran. Orelli 2585. 6174.
kertiarius, zuerst richtig erklärt von Meier a. a. O. S. 51 als derjenige Fechter, der dem Sieger als Ersatzmann statt des besiegten oder gefallenen gegenübergestellt wird(suppositicius ge- nannt²) C. I. IV 1179 gladiatorum paria XXX et eolrum] supplositicios]; Mart. V 24, 8). Dies wird bestätigt durch die von ihm übersehene, aber schon von Lipsius in seiner Schrift de gladiatura heran- gezogene Glosse II 320, 59 †edoog tertiarius. Vgl. noch tertiarius= tertius Rönsch coll. phil. p. 170.
amasiunculus, Dim. von amasio Buhle', als solches noch von Osb. p. 6 aufgeführt. Das Femin. (Pétr. 75) weist Cesareo S. 16 aus einem mittelalterlichen Text nach. In Glossen nur amasius: II 566, 16. V615, 25 u. 5ö., desgl. in den Interlinear-Glossen des Pith. Juv. VIIG9 u. IX28(ital. fem. amasia); vgl. Georges.
sestertiarius(homo und gladiator= keinen Sesterz wert). Nur noch C. Gl. V, 393, 61 fg. u. 5. sextertius: dauo asses et dimidium, sestertiarius: qui illud erogat, anders erklürt. Ferner Not. Tir. 40, 86 hinter sestertium, vielleicht aus Glossen geflossen.
XLVI. tonstrinum= Barbierhandwerk, ebenso c. 64(s. Friedländer; bei Georges steht noch die falsche Erklärung„Gesangkunst“ von 1éνοο). Funck Phil. LIII 128 verweist auf C. Gl. III 306, 58 (Rubrik'de civitate“) aouαo“ konstrinum, II 354, 24 aουειον tonstrina, tonstrinum, tonsorium, wo das Wort also in der Bedeutung„Barbierstube“ steht, und vergleicht sutrinum, das Sen. ep. 90, 23 das Handwerk, C. Gl. III 306, 63 owurloν vsutrinum die Stube des Schusters bezeichnet, ühnlich unserem „Tischlerei“. Was zunächst die Analogie von sutrinum betrifft, so steht es aulserdem 1.=„Schuster- stube“ in der häufigen Glosse sutrinum: locus ubi suuntur oder consuuntur aliquae species(allgem. = Sachen, oft in Gl., vgl. meine Bemerkung Arch. f. Lex. X 512), z. B. V 246, 24; 2.„Schusterhand-
1) Wenn aber Gell. XVI 7, 4 Laberius in Staminariis mit einem Fragment citiert, so war der Titel höchst wahrscheinlich Staminaride(gegen das Mask. spricht der Inhalt des Fragments), wie auch Ritschl opp. II 510 annimmt,=„Weberinnen“. Denn wenn Wölfflin a. a. O. einen Beleg für das Wort vermiſst, so ver- weise ich auf C. Gl. II 187, 57 staminarius vijorng, o rov Griſgcvd(es fehlt ein Particip), eine Glosse, die Rib- beck merkwürdigerweise auch in der neuesten Aufl. der lat. Komikerfragmente entgangen ist, wie auch noch immer bei dem Titel einer Atellana des Novius Dapatici ein Fragezeichen steht ohne Erwähnung der Glosse Paul. Fest. p. 68 dapatice—dapaticum, welche die UÜberlieferung bei Non. p. 507 depaticis als gewöhnliche Inter- polation(de pathicis meinte der Schreiber) erweist gegen dapaticis p. 509. So fleiſsig überhaupt Ribbeck die Glossen für seine Zwecke durchforscht hat, so ist doch noch manches nachzuholen. So wird jetzt, denk ich, die Uberlieferung bei Non. p. 544(Afran. 187¹) labella lenis(lineas: vasi genus. Afranius Fratribus: labella lenis) gegen R.“s Konjektur labella balineis geschützt durch C. Gl. II 268, 14 deaννμένν cisterna, lacus, linis(das letzte Wort fehlt im cod. Laud. und in der ed. princ. des H. Stephanus), wonach im Lemma wie im Citat lines zu lesen sein wird, das zu labella vortrefflich pafst, das seinerseits R. coroll. LXXI richtig deutet(auch Gl. III 325, 16 6aulo labellum in dem Abschnitt ede aeneis' und C. I. XIV 4190). Ubrigens verteidigte schon Junius lenis unter Hinweis auf 1νs, ebenso L. Müller. Zu praemiator Naev. 17 vgl. Gl. IV praef. XVIII proeminator: proemii atgue praedae appetens, wo Loewe praemiator vermutet; zu v. 116 astratio vgl. Gl. II, 3, 7 ab astratura dmò rijs dwνμs (Heraldus ab str., unnötig); zu dem überl. absedet Nov. 34 vgl. Gl. II 4, 54 absidet dænαs˙ ε̈erαν, eν οrν u. a.
2) Dagegen scheint mir das von Meier hierher gezogene coarmio(Dativ nach Mommsen) auf der Grab- schrift eines secutor namens Flamma, Delicatus coarmio merenti fecit' C. I. X 7297 nicht hierher zu gehören. Ich vergleiche es mit dem ννονπανε ILILoενdeuns in der metrischen Gladiatoren-Grabschrift Kaibel epigr. 529 und erkläre einfach teiusdem armaturae', also als ein kameradschaftliches Verhältnis bezeichnend, ähnlich wie die Soldatenworte commanipularis, conturmalis, condecurio, conalaris in einer stadtrömischen Inschrift ann. inst. 1885 p. 273(statt coalaris wie modernes„Conabiturient“; vgl. cuneres= coheres C. I. VI 3282, conelectae im Amiat. Vulg. I Petr. 5, 13; comactor: argentarius V 279, 37, argentarius: aoα⁴ετοσ II 19, 22, wo Scaliger zoduroo ündern wollte; anderes habe ich zusammengestellt Arch. f. Lex. VI 276).


