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2 (1850)
Entstehung
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calcitrosus(Col., Ulp., Pelag.). Gl. II 358, 17 lauwricri calc., daraus nach Löwe Gl. n. p. 571, 36 calcatiosus: spurul(angelsächs.). Bei Du Cange sind Belege für die Bedeutung callosus.

arietillus, Ableitung von aries, bez. arietulus(Osb. p. 20 arietulus: parvus aries), wie der Zusammenhang zeigt, nach der gew. Ansicht Stichname für Undankbare, vgl. über G F. Bechtel, die einstämmigen männl. Personennamen des Griechischen S. 65. Dieselbe Bildung viell. in der häufigen Glosse aretillum¹) dοσπάlνπασαον II 24, 33. III 88, 54 u. ö. Bei Col. II 10, 20 steht nach Heinsius in einem Parisinus, nach frdl. Mitteilung von J. C. Schmitt auch im Sangerm. cicer arielillum für das gewöhnliche c. arietinum(Plin. n. h., Petr. 35). Das Wort fehlt bei Georges.

corrotundo, desgl. c. 76(Sen. phil., Quint., Veget.). Gl. II 112, 2 conrutudat(sic) orooy- ulo?ε; 439, 3 drOoyyvate conrotundo, rolundo. Not. Tir. 45, 48.

obsonator(Plaut., Sen. phil.). Osb. p. 396 s. v. obsonium. C. I. VI 5353. 6619 u. ö.(im kaiserl. Haushalt, 1. Jhdt.). Dazu Spart. Hadr. 17, 4. Mart. XIV 218 im Lemma.

venenarius= Giftmischer(Suet., Tert.). Gl. II 205, 53&αοσρμœeασκεᷣ̃ς venerarius(= III 162, 8, wo auch derselbe Fehler), daraus 596, 46 venenareus: veneficus, IV 295, 18 veneficus: venenarius, herbarius. Not. Tir. 82, 50. Dazu Schol. Juv. III 44. C. I. VI 20905(fem. venenaria).

XL. valicula, ein Kleidungsstück(Mart., Ulp.). Gl. IV 15, 6 allicula: genus vestis= 205, 26 u. ö.; II 521, 28 alli(cuhya(so Götz s. v. allix): Gra⁵ν⁴οσν.) Not. Tir. p. 97, 55° halicola zwischen semicinctium und gausapum. Vel. Long. C. Gr. L. VII 68, 8 aliculam existimant dictam, quod alas nobis iniecta conlineat, wo aufserdem die Zusammenstellung des Wortes mit älica ühnlich wie in dem Wort- spiel des Martial XII 81, 2, auch für die Schreibung mit einem! als die bessere spricht.

*subsessor Auflaurer, hier von Jägern, sonst auch von Banditen(beide Sen.). Gl. II 594, 25 subsessor: in insidiis sedens, III 309, 54 droucdiαr* subsessor. Vgl. Serv. Aen. V 498 s. vocantur qui occisuri aliquem delitescunt(= C. Gl. V 623, 49), XI 268 qui in insidiis tauros interimunt, Schol. Luc. V 226 s. dicuntur gui ad insidias collocanlur.

cruralis, in der Verbindung fasciae crurales(wie Ulp. Dig. 34, 2, 25§ 4). Dasselbe ist Not. Tir. 79, 24 mit dem auch im MA.(s. Du C.) begegnenden Subst. cruralia bezeichnet, wovon der Sing. Gl. II 432, 56 Wx16dεαμα crurarium, indem dort nach bekanntem Gesetz wohl cruralium zu lesen ist. Zum Sing. vgl. kibiale Paul. Dig. 49, 16, 14, laterale C. Gr. L. I 118, 34 neben lateralium C. Gl. II 466, 56(dxοεμέςςσραα2ο), wie denn gerade das Cyrillglossar viele junge Bildungen auf-alium st.-ale aufweist, s. Rönsch coll. phil. 210, wo cruralium übersehen ist, ebenso auf-arium wie colla- rium II 352, 18= collare 405, 22 u. ö.

xtoralia(Varr., Hor., Lampr.). C. Gl. II 198, 50 ftolare xeOenletvov, wie auch bei Petr. tolaria überl. ist, 199, 5 ktorale εο., 595, 40 torale: pectorale= IV 293, 16, wo der Glossator offenbar an thoraw gedacht hat. II 439, 15 Gr9‿υκνν koral, III 323, 24 εαμαν horale, 379, 4 εοmπε⁵ον torale; V 624, 29 toral sunt sedes clocarum(?) vel longa mappa, vgl. Isid. XIX 26, 6 koralia sunt longae perpetuaeque mappaeé. V 612, 32 terrale: genus vestis(637, 4 ternale). Not. Tir. 97, 29. Von Grammatikern wird oft torale wegen der Endung citiert, z. B. Charis. p. 60, 1. Serv. Aen. I 702; toralem segmentatum mit bekanntem Fehler steht Act. fr. Arv. p. CCXXV Henzen.

XLI. matus, nach dem Zusammenhang vermutlich nicht= madidusbetrunken, auch aus sprachlichen Gründen schwerlich aus diesem entstanden(s. Gröber bei Friedländer), sonderndumm, dämlich wie im Romanischen, ital. matto, s. Sittl, Arch. f. Lex. II 612, und als Participialbildung zu fassen(für madefactus) wie egretus= egressus Paul. Fest. p. 78, 4(so Buecheler), falls es nicht überhaupt dem Stamme mad- fremd ist. Die Scaliger-Glosse unbekannter Provenienz C. Gl. V 604, 41 lehrt matund est humectum est emollitum, infectum, und so faſst Salmasius Scr. h. Aug. p. 461 bei

Bildungsgesetze beruht, wie ewpudoratus(ex privativ, wie in effrenatus neben infrenat us) kann zweifelhaft sein. Grimms citieren aus Flemingder ausverschämte Pan, und Weilslinger spricht in seiner StreitschriftFrifs Vogel oder stirb(Const. 1742) einmal vonausgeschämtesten Eraspitzbuben.

1) Die Verflüchtigung des i nach vorangegangener Jotacierung ist romanisch, vgl. ital. parete, frz. paroi. C I. L. VI 3714 paretes. UÜber aretillum selbst s. auch Stadler, Arch. X 91.

2) D. i. rν⁴οον mit der im Spätgriech. üblichen Ausstolsung des stammhaften o nach ¹, mit tunica erklärt C. Gl. II 438, 4, Dim. von oriyn, das im Ed. Diocl. öfters vorkommt und auch latinisiert II 593, 62 stica: tunica(Nettleship im Journal of Phil. XX 60 serica, verkehrt); V 391, 43 strica, 631, 40 stiga. Die Wörter sind in den lat. und griech. Lexicis nachzutragen.