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2 (1864)
Entstehung
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erzählt Jornandes Kap. 30. S. 206. B. der Ausgabe von Muratori Folgendes: ⸗Ibi(in Bruttiorum regione) ergo veniens Alaricus, Rex Vesegotharum, cum opibus totius Italiae, quas in praeda diripuerat, exinde, ut dictum est, per Siciliam in Africam quietam patriam transire disponit. Cujus, quod non est liberum, quodcunque homo sine nutu Dei dispo- suerit, fretum illud horribile aliquantas naves submersit, plurimas conturbavit. Qua adversitate repulsus Alaricus, dum secum, quid ageret, deliberaret; subito immatura morte praeventus, rebus excessit humanis. Quem nimia dilectione lugentes Barentinum amnem (Alii: Busentum amnem) juxta Consentinam civitatem de alveo suo derivant. Nam hic fluvius a pede montis juxta urbem dilapsus fluit unda salutifera. Hujus ergo in medio alveo collecto captivorum agmine sepulturae locum effodiunt, in cujus foveae gremio Alaricum cum multis opibus obruunt, rursusque aquas in suum alveum reducentes, ne a quoquam quandoque locus cognosceretur, fossores omnes interemerunt«. Diese Erzählung hat unser Platen in dem Gedicht:»das Grab im Busento« mit der Kunst des wahren Dichters im Sinn des germanischen Alterthums veiter ausgeführt.

Zu den Worten:»sepulcrum cespes erigit«(ein Erdaufwurf mit Rasen lässt die Grabstätte emporsteigen) liefern die vielfach in unserem Vaterlande zerstreut liegenden Gräber eine Bestätigung. Man bestattete nämlich die Leichen oder die mit der Leichen- Asche gefüllten Urnen häufig entweder in einer Art von Steinbett oder in Grabstuben, welche man aus Eichenholz gebaut und in die Erde gesenkt hatte. Ueber der Grabstätte, namentlich angesehener Männer, warf man nun einen Leichenhügel auf zum Gedächtnis für die kommenden Geschlechter, während die Römer durch glänzende Steindenkmale die Erinnerung zu bewahren suchten. Von dem Vorkommen der Steinbetten und Grabstuben auch in Deutschland handelt Weinhold A. L. S. 489. und 491.

Die letzten Worte von der Bestattung: ⸗viris(honestum est) meminisse(mortuorum)« gelten wol der Sitte des Minnetrinkens, wonach man bei feierlichen Mahlzeiten, namentlich bei Opfermahlzeiten, zum Andenken geliebter Todten einen Becher leerte. Grimm D. Myth. S. 52. Sie können aber zugleich auf das sogenannte Leichenmahl oder Erbmahl bezogen werden, bei welchem der Erbe auf des Verstorbenen Gedächtnis trank, die An- wesenden auch dazu aufforderte und nun erst den bis dahin leer gebliebenen Hoch- oder Ehrensitz einnahm. Weinhold A. L. S. 500.

Indem ich hier die Beiträge zur Erklärung der Germania abschliesse, will ich nicht unerwähnt lassen, dass manche Schriften, aus denen ich wol Vieles zur Erläuterung hätte schöpfen können, mir leider! nicht zugänglich gewesen sind. Insbesondere bedauere ich,